19. November 2022 / 11:25 Uhr

DFB-Direktor Bierhoff über die Fragezeichen von Flick, den Zustand von Füllkrug und die Bier-Debatte in Katar

DFB-Direktor Bierhoff über die Fragezeichen von Flick, den Zustand von Füllkrug und die Bier-Debatte in Katar

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
DFB-Direktor Oliver Bierhoff sprach unter anderem über die Fragezeichen von Bundestrainer Hansi Flick und den Zustand von Stürmer Niclas Füllkrug.
DFB-Direktor Oliver Bierhoff sprach unter anderem über die Fragezeichen von Bundestrainer Hansi Flick und den Zustand von Stürmer Niclas Füllkrug. © IMAGO/Ulmer/Teamfoto (Montage)
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Einen Tag vor dem Beginn der Weltmeisterschaft in Katar hat sich DFB-Direktor Oliver Bierhoff zu den drängenden Themen rund um die deutsche Auswahl geäußert. Neben den Gedankengängen von Bundestrainer Hansi Flick sprach er auch über den Gesundheitszustand von Niclas Füllkrug und die Bier-Thematik.

Am Sonntag startet die Weltmeisterschaft in Katar, am darauffolgenden Mittwoch greift die deutsche Nationalmannschaft mit dem Spiel gegen Japan zum ersten Mal ins Turnier ein. Bundestrainer Hansi Flick hat mit Blick auf seine Startformation nach dem schwachen Auftritt im letzten WM-Test gegen den Oman (1:0) noch einige Fragezeichen im Kopf. "Das Schöne ist, dass er auf einigen Positionen viele Optionen hat und schwere Entscheidungen treffen muss", sagte DFB-Direktor Oliver Bierhoff am Samstag auf einer Pressekonferenz über die Gedankengänge des Auswahl-Trainers: "Ich glaube, den Kern hat er schon." Zudem sprach Bierhoff über den Zustand des angeschlagenen DFB-Neulings Niclas Füllkrug, das WM-Quartier der Nationalmannschaft und die Bier-Thematik im Gastgeberland.

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Der SPORTBUZZER, das Sportportal des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND), hat die wichtigsten Aussagen des DFB-Direktors zusammengestellt. Oliver Bierhoff über...

...die Fragezeichen von Flick: "Es wäre schlimm, wenn er keine Optionen hätte. Das Schöne ist, dass er auf einigen Positionen viele Optionen hat und schwere Entscheidungen treffen muss. Ich glaube, dass man im Laufe des Turniers eine gewisse Sicherheit aufbaut. Es gehen ihm noch einige Gedanken durch den Kopf, ich glaube den Kern hat er schon. Er weiß, dass sich seine Spielphilosophie nicht ändern wird, das ist manchmal zwei bis drei Tage vorher nicht ganz sicher, sondern man beobachtet die letzten Eindrücke."

...die Bier-Thematik: "Es ist ein Thema. Ich hatte vorher ein bisschen was von der Planbarkeit gesagt in vielen Themen. Für alle ist wichtig, dass man planen kann. So eine kurzfristige Entscheidung ist unglücklich und bringt Unruhe. Natürlich gehört das ein bisschen zum Turnier dazu, aber ich kann die Entscheidung jetzt nicht genau nachvollziehen, vor allem den Zeitpunkt. Da hatte man genug Zeit, sich drauf vorzubereiten und die Entscheidung zu treffen."

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...das Tragen der One-Love-Kapitänsbinde: "Die Kurzfristigkeit ist schon ein bisschen überraschend. Es wirkt natürlich ein bisschen, als ob die FIFA da keine klare Haltung hat und wir haben ja unsere klare Haltung in diesen Themen bekundet. Der Präsident war ja gestern auch hier und hat es klar gesagt. Ich schaue mal was kommt, wir werden uns unter den Nationen sicher abstimmen, weil es ja auch wichtig ist, dass es nicht nur eine Stimme aus Deutschland ist, sondern eben auch die Stimmen von mehreren Ländern aus Europa. Wir gehen davon aus, dass wir die Binde weiter tragen dürfen."

...das WM-Quartier: "Die Planung sieht so aus, dass wir vor dem ersten Spiel nach Doha reisen, aufgrund der frühen Anstoßzeit, um uns entsprechend vorzubereiten. Bei dem zweiten und dritten Spiel werden wir aus dem Quartier hier anreisen. Generell bei der gesamten Organisation ist es wichtig den Rhythmus zu bekommen und sich anzupassen. Wir haben hier hohe Sicherheitsvorkehrungen, man kann sich nicht einfach einen Bus nehmen und sagen: "Ich fahr jetzt mal eben zum Training" Das muss angemeldet werden. Bei jedem Ein- und Ausgang aus dem Hotel werden wir kontrolliert, was einem natürlich ein bisschen leid tut. So wie das Hotel abgeschirmt ist, ist keine Maßgabe von uns, sondern das sind FIFA-Sicherheitsvorkehrungen. Für mich ist es wichtig, dass ich hier die optimalen Voraussetzungen schaffe, für Mannschaft und Trainer erfolgreich zu arbeiten. Das ist nicht immer ein Wunschkonzert, am Ende musst du schauen, welche Möglichkeiten du in dem Land hast. Sicherlich wäre es schöner, wenn das Hotel direkt am Stadtrand wäre."

...den Gesundheitszustand von Niclas Füllkrug: "Er hat einen viralen Infekt, es geht ihm jetzt nicht so schlecht, man schaut von Stunde zu Stunde wie es ihm entsprechend geht. Ich denke schon das die Zeit reicht, dass er zum Spieltag bereitsteht, man weiß es bei solchen Dingen nicht aber Tim Meier hab ich vorhin gesprochen, es hörte sich jetzt nicht so dramatisch an."

...die Atmosphäre im Team: "Ich freue mich, dass es jetzt richtig losgeht. Die Atmosphäre ist sehr gut, es waren besondere Tage. Als wir uns getroffen haben in Frankfurt, habe ich bei jedem Spieler die Vorfreude gemerkt und die Freude zur Nati zu kommen, eine WM zu spielen, trotz aller Themen die um die WM in Katar stattfinden. Durch die Reise in den Oman, den Jetlag und die Weiterreise nach Katar war alles ein bisschen unterbrochen, jeder versuchte sich etwas reinzufinden, aber man hat gemerkt, dass der erste Tag im neuen Basecamp gutgetan hat. Wir sind sehr froh, dass wir so früh in diese Region gekommen sind, die hohe Temperatur hat in den ersten Tagen schon zu schaffen gemacht."

...seine WM-Favoriten: "Es ist natürlich schwer, vor jedem Turnier Favoriten zu nennen. Ich finde, aktuell gibt es nicht eine Übermannschaft wie 1994 mit Brasilien oder 2010 mit Spanien. Es gibt sehr viele gute Mannschaften mit tollen Kadern. Ich sehe die Südamerikaner mit Brasilien und Argentinien sehr stark. Der Turnierverlauf ist immer entscheidend und wir haben eine hohe Qualität. Wichtig ist, dass wir gut ins Turnier starten, dass wir direkt Selbstvertrauen bekommen und dann ist alles möglich. Wir werden uns drauf einstellen müssen, dass das ein harter Kampf wird. Wir sind gewarnt von der ersten Minute an, voll fokussiert zu sein. Wenn wir damit starten, ist mit der Mannschaft alles möglich.

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