01. Juni 2020 / 19:08 Uhr

DFB-Direktor Bierhoff für Gehaltsobergrenze: "Die Masse am Mittelmaß ist überbezahlt"

DFB-Direktor Bierhoff für Gehaltsobergrenze: "Die Masse am Mittelmaß ist überbezahlt"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Oliver Bierhoff hat sich für eine Gehaltsobergrenze ausgesprochen.
Oliver Bierhoff hat sich für eine Gehaltsobergrenze ausgesprochen. © Getty
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In der Debatte um eine Gehaltsobergrenze im deutschen Fußball hat sich der DFB-Direktor Oliver Bierhoff für eine entsprechende Regulierung ausgesprochen - im Sinne eines "interessanten und gut funktionierenden Wettbewerbs".

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DFB-Direktor Oliver Bierhoff hat sich in der laufenden Debatte für eine Gehaltsobergrenze im Profifußball ausgesprochen. "Wenn es rechtlich umsetzbar ist und sich auch europaweit gemeinsam dazu Gedanken gemacht werden – ja. Denn am Ende sollte es unser aller Interesse sein, dass wir einen interessanten, gut funktionierenden Wettbewerb haben", sagte Bierhoff gegenüber t-online.de.

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Der Europameister von 1996 sieht im Profifußball inzwischen eine größere Bereitschaft für dieses Anliegen. Es seien auch die Länder bereit, darüber zu diskutieren, "die es vor der Krise nicht waren", sagte Bierhoff und sprach von den "großen Vereinen in Spanien, England und Frankreich". Es gehe darum, wie man Ablösesummen, Gehälter oder Beraterhonorare eindämmen könne.

DFB-Präsident Fritz Keller hatte Mitte Mai einen Fünf-Punkte-Plan vorgestellt, um den Fußball grundsätzlich neu aufzustellen - darin enthalten war nach Rücksprache mit FC-Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge auch die Forderung nach einer Gehaltsobergrenze. Er freue sich, dass er im puncto Gehaltsobergrenzen "mit Rummenigge einer Meinung" sei, betonte Keller. Über Rummenigges Unterstützung beim Vorhaben der Gehaltsobergrenze habe er sich "unglaublich gefreut". Keller: "Seine Stimme hat auch international Gewicht."

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Wegen Corona: Bierhoff erwartet sinkende Gehälter

Bierhoff stört sich dabei nicht an den hohen Löhnen der Superstars. "Messi, Cristiano Ronaldo oder Jo Kimmich sind nicht das Problem. Das Problem ist die Masse an Mittelmaß, die in diesem Sog mitschwimmt und in Anführungszeichen 'überbezahlt' ist", betonte der Ex-Stürmer, der durch die Krise sinkende Gehälter erwartet: "Ein mittelmäßiger Bundesliga-Profi wird damit rechnen müssen, dass er demnächst weniger vom Verein angeboten bekommt."

Bierhoff spricht aber auch eine gerechtere Verteilung der TV-Gelder an. „Da gehen wir in Deutschland schon einen recht sozialen Weg. Aber eben auch auf europäischer Ebene wäre mehr Ausgeglichenheit möglich“, sagte der DFB-Direktor, der sich in einem Interview mit dem Kicker außerdem für eine Austragung der Nations-League-Finalrunde in Deutschland stark machte.