27. März 2022 / 12:33 Uhr

DFB-Direktor Oliver Bierhoff bemängelt fehlende Breite im deutschen Kader - Transfer-Appell an Borussia Dortmund

DFB-Direktor Oliver Bierhoff bemängelt fehlende Breite im deutschen Kader - Transfer-Appell an Borussia Dortmund

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
 Oliver Bierhoff macht sich Sorgen um den deutschen Nachwuchs.
Oliver Bierhoff macht sich Sorgen um den deutschen Nachwuchs. © IMAGO/Jan Huebner
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Nach dem 2:0 der Nationalmannschaft gegen Israel spricht DFB-Direktor Oliver Bierhoff über die Qualität des deutschen Kaders und blickte sorgenvoll auf den Nachwuchs. An Borussia Dortmund richtet er einen Appell.

Gleich zwei Debüts gab es am Samstagabend beim 2:0 gegen Israel in Sinsheim zu feiern. Der Freiburger Nico Schlotterbeck stand in seinem ersten Länderspiel direkt in der Startelf, Mainz-Profi Anton Stach wurde in der zweiten Hälfte eingewechselt. Zwei weitere Spieler für die Zukunft der Nationalmannschaft.

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Dennoch schlägt DFB-Direktor Oliver Bierhoff Nachwuchs-Alarm. Im Bild-Gespräch lobte er zwar mit Blick auf den aktuellen Kader der Nationalmannschaft, "dass wir tolle Talente haben wie Jamal Musiala und Florian Wirtz oder jetzt auch U21-Europameister David Raum, der einfach eine Riesenqualität hat". Doch er mahnt auch: "Wir haben nicht mehr die Breite, die wir vor einigen paar Jahren hatten. Wenn wir an die Weltmeistermannschaft denken, da hatten wir sieben, acht Spieler von höchster Qualität. Und das - hören wir - ist in den Jugendnationalmannschaften nicht mehr da."

Ein Grund für die Talente-Mangel laut Bierhoff: "Wir sehen eine klare Statistik, dass junge deutsche Spieler weniger in der Bundesliga zum Einsatz kommen. Die Zahl ist schon dramatisch gesunken. Und da müssen wir natürlich in unserem Ausbildungssystem wieder zulegen." Ein klarer Appell vor allem an die Klubs aus der Bundesliga, wieder vermehrt auf junge deutsche Spieler zu setzen und diese frühzeitig an den Profibereich heranzuführen.

Bierhoff erinnert zudem, dass die Nationalmannschaft immer sehr stark gewesen sei, wenn sie starke Blöcke hatte. "Glücklicherweise hat Bayern München immer einen starken Block von vielen Nationalspielern. Da sind wir schonmal sehr dankbar, weil sie natürlich dort immer auf höchsten Niveau spielen und täglich trainieren. Hoffen wir mal, dass vielleicht auch Dortmund an der ein oder anderen Stelle wieder aufrüstet, dass man auch da wieder einen Block an starken Spielern hat."

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Im ursprünglichen Kader für die Länderspiele gegen Israel und die Niederlande hatte Bundestrainer Hansi Flick zunächst gänzlich auf Spieler vom BVB verzichtet - erstmals seit vier Jahren. Nach der krankheitsbedingten Abreise von Serge Gnabry wurde mit Julian Brandt dann immerhin ein Dortmunder doch noch nachnominiert. Und mit dem derzeit verletzten Niklas Süle wechselt ein Spieler aus dem Kern der DFB-Elf im Sommer von München nach Dortmund.

"Aber es ist kein Wunschkonzert", so Bierhoff über seine BVB-Hoffnung. "Und natürlich ist es auch gut, dass Spieler wie Nico Schlotterbeck oder Anton Stach auch in anderen Vereinen einfach die Möglichkeit haben, die Erfahrung zu sammeln und langsam zu wachsen."

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