30. Juni 2021 / 13:17 Uhr

Oliver Bierhoff über mögliche Rücktritte und Plan mit Löw-Nachfolger Flick - Gerland "kein Thema"

Oliver Bierhoff über mögliche Rücktritte und Plan mit Löw-Nachfolger Flick - Gerland "kein Thema"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
DFB-Direktor Oliver Bierhoff hat sich am Mittwoch nach dem EM-Aus geäußert.
DFB-Direktor Oliver Bierhoff hat sich am Mittwoch nach dem EM-Aus geäußert. © Getty Images
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Am Tag nach dem deutschen Achtelfinal-Aus bei der EM hat sich DFB-Direktor Oliver Bierhoff bei einer Pressekonferenz zu möglichen Rücktritten etablierter Nationalspieler geäußert. Zudem erklärte Bierhoff die Planungen mit dem künftigen Bundestrainer Hansi Flick.

Mit der 0:2-Niederlage im Achtelfinale gegen England war die Europameisterschaft am Dienstagabend für die deutsche Nationalmannschaft beendet. Am Tag danach äußerte sich der für die Nationalmannschaften und die Akademie zuständige DFB-Direktor in einer digitalen Pressekonferenz zu möglichen Rücktritten der etablierten Nationalspieler. "Ich habe von keinem der älteren Spieler gehört, dass er über einen Rücktritt nachgedacht habe oder in der Presse etwas bekannt geben wolle", so Bierhoff. Man müsse jedoch zukunftsgerichtet weiter dafür sorgen, dass junge Spieler eingebaut würden. Zuvor war spekuliert worden, ob Profis wie Toni Kroos, Mats Hummels, Thomas Müller oder Kapitän Manuel Neuer die Nationalmannschaft verlassen könnten. Allerdings solle sich auch der künftige Bundestrainer Hansi Flick mit den Akteuren austauschen. Flick beerbt nun den scheidenden Joachim Löw.

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Über die Perspektive unter Flick, der in den vergangenen anderthalb Jahren als Trainer des FC Bayern München sieben große Titel gewonnen hatte, sprach Bierhoff ebenfalls. "Ich kenne Hansi, er hat neben seiner sportlichen Kompetenz auch starke menschliche Fähigkeiten. Wir werden uns die nächsten Tage zusammensetzen, wie er sich das mit der Mannschaft und dem Betreuerstab vorstellt", sagte der ehemalige Nationalstürmer. Über die Verpflichtung eines möglichen zweiten Co-Trainers sagte Bierhoff: "Wir denken, dass wir das bald unter Dach und Fach haben könnten."

Bierhoff: DFB-Ziel bleibt weiter die Weltspitze

Es gilt als wahrscheinlich, dass der bisherige Löw-Assistent Marcus Sorg weitermacht. Nach SPORTBUZZER-Informationen wird als zweiter Co-Trainer Danny Röhl, Flicks bisheriger Assistent in München, verpflichtet. Hermann Gerland, der in den vergangenen Jahrzehnten bei den Bayern in unterschiedlichen Funktionen tätig war, sei dagegen laut Bierhoff "noch kein Thema" gewesen. Seine ersten drei Länderspiele im Amt bestreitet Flick Anfang September in der WM-Qualifikation gegen Liechtenstein, Armenien und Island.

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Ungeachtet der Tatsache, dass nach dem Vorrunden-Aus bei der WM 2018 in Russland erneut ein Turnier aus deutscher Sicht früh endete, will Bierhoff den Anspruch, in die Weltspitze zurückzukehren, nicht aufgeben. "Unser Anspruch ist immer, zu den Besten zu gehören. Ich kann nicht damit zufrieden sein, dass wir Außenseiter sind. Wir als Deutschland haben immer den Anspruch, vorne mitzuspielen. Die jüngeren Spieler müssen Erfahrung sammeln, vielleicht in ihren Vereinen noch mehr in eine verantwortliche Rolle kommen", fügte der Funktionär hinzu.

Der Direktor deutete an, dass die Ausbilung weiter verbessert werden müsse. "Wir schauen Besorgnis erregend dorthin. Es ist eine Aufgabe des gesamten deutschen Fußballs. Wir müssen es schaffen, dass mehr gute Spieler zur Verfügung stehen. Das fängt bei den Fünf- bis Sechsjährigen an." Als konkretes Beispiel verwies Bierhoff darauf, dass im Weltmeister-Kader von 2014 "sieben oder acht" U21-Europameister von 2009 standen, aktuell jedoch nur ein U21-Titelträger von 2017 im Aufgebot steht.

Bierhoff mit EM-Abschneiden "nicht zufrieden"

Auf das Abschneiden der DFB bei der paneuropäischen EM reagierte der DFB-Direktor enttäuscht. "Ich habe daran geglaubt und war überzeugt, dass wir mit dieser Mannschaft im Turnier bis zum Ende marschieren können", bekräftigte Oliver Bierhoff. Letztlich könne man analysieren, was passiert oder nicht passiert sei. "Am Ende aber steht das Ergebnis, das ist das Ausscheiden im Achtelfinale. Damit sind wir natürlich nicht zufrieden", ergänzte der Europameister von 1996.

Rund 17 Stunden nach der Enttäuschung im Londoner Wembley-Stadion resümierte Bierhoff: "Es tut gerade enorm weh, weil man viel investiert hat. Die Spieler haben diszipliniert und fokussiert mitgezogen. Wir hatten eine gute Vorbereitung und ein gutes Umfeld im Home Ground." Die Mannschaft hatte in Herzogenaurach in Franken Quartier bezogen.

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