09. Dezember 2022 / 10:29 Uhr

Mit Werner und Wirtz, ohne Goretzka: So könnte die Flick-Elf der Zukunft aussehen

Mit Werner und Wirtz, ohne Goretzka: So könnte die Flick-Elf der Zukunft aussehen

Heiko Ostendorp und Patrick Strasser
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Bundestrainer Hansi Flick (links) bereitet die deutsche Nationalmannschaft auf die Heim-EM 2024 vor.
Bundestrainer Hansi Flick (links) bereitet die deutsche Nationalmannschaft auf die Heim-EM 2024 vor. © IMAGO/Moritz Müller/Laci Perenyi/Sven Simon/Eibner International (Montage)
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Nach dem Vorrunden-Aus bei der WM in Katar steht beim Deutschen Fußball-Bund aktuell alles auf dem Prüfstand. Bundestrainer Hansi Flick darf zwar weitermachen, wird bis zur Heim-EM 2024 aber vieles umkrempeln müssen. Der SPORTBUZZER zeigt, wie die DFB-Elf in Zukunft aussehen könnte.

Es geht also weiter mit Hansi Flick auf der DFB-Bank. Trotz der verkorksten WM und des Vorrundenaus, welches er mitzuverantworten hatte, bekommt der Bundestrainer eine zweite Chance. Bis zur Heim-EM, die im Juni 2024 beginnt, muss er nun eine Mannschaft finden, die ihrem Namen auch endlich wieder gerecht wird und beim Turnier um den Titel spielen kann. "Wir als Mannschaft können viel mehr erreichen, als wir in Katar gezeigt haben. Wir haben dort eine große Chance verpasst", gab Flick nach der ersten Analyse mit den DFB-Bossen zu Protokoll und versprach: "Daraus werden wir unsere Lehren ziehen."

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Er selbst will und muss in Zukunft weniger Kompromisse machen, auch knallharte Entscheidungen treffen, vor denen er sich bei der WM (zu) oft scheute. Und vor allem muss Flick in den lediglich elf Freundschaftsspielen, die für den Gastgeber ab März 2023 bis zum EM-Auftakt anstehen, eine (neue) Achse finden und endlich ein Team einspielen. Ein Überblick.

Tor

Manuel Neuer wäre im übernächsten Sommer bereits 38. Der Bayern-Kapitän schließt einen Rücktritt aus, "solange ich eingeladen werde und meine Leistung zeige". Doch halten Körper und Form? Für Marc-André ter Stegen (30) vom FC Barcelona, seit Jahren als Nummer zwei Neuers Stellvertreter, spricht neben seiner Klasse der Faktor Alter.

Abwehr

Flick muss sein System flexibler gestalten, eine Dreierkette käme als Alternative in Betracht, viele Spieler wünschen sich diese taktische Ausrichtung längst. Hier hätte der erfahrene Abwehrchef Antonio Rüdiger zwei dann gereifte Innenverteidiger neben sich: Nico Schlotterbeck, der seine erste WM erlebte, und Robin Koch. Zuletzt von viel Verletzungspech geplagt, sammelt Letzterer bei Leeds United wertvolle Premier-League-Erfahrungen. Als Alternativen stünden die flexiblen Thilo Kehrer (kann hinten jede Position spielen) und Benjamin Henrichs (nicht im WM-Kader) sowie Küken Armel Bella-Kotchap (20) bereit, von dem Flick viel hält. Angesichts der jüngeren Konkurrenz und des angestrebten Neuaufbaus könnten die Nationalelfzeiten für Spieler wie Niklas Süle (27), Matthias Ginter (28), Christian Günter (29) und Lukas Klostermann (26) bald vorbei sein.

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Als offensive Außenverteidiger bieten sich rechts Jonas Hofmann und der Wolfsburger ­Ridle Baku an, links David Raum und Gladbachs Toptalent Luca Netz (19). Raum war bei der WM nach vorne teilweise Welt-, nach hinten mitunter Kreisklasse.

Mittelfeld

Als Mittelfeldchef und Sechser dürfte Joshua Kimmich bei Flick weiter gesetzt sein, eine Alternative wäre Florian Neuhaus (25), der wegen einer Knieverletzung die WM verpasste. Jamal Musiala zeigte in Katar schon seine außergewöhnlichen Qualitäten und ist als Zehner der große Hoffnungsträger. Auch Kai Havertz liegt diese Rolle mehr als die des Mittelstürmers. Für Leon Goretzka wird es schwer, seine Position zu behaupten. Thomas Müller (33) und Ilkay Gündogan (32) dürften ihre DFB-Karrieren beenden, und auch Mario Götzes Mini-Comeback wird wohl einmalig bleiben. Eine Rückkehr von Marco Reus ist ebenfalls unwahrscheinlich.

So könnte die deutsche Nationalmannschaft in Zukunft spielen.
So könnte die deutsche Nationalmannschaft in Zukunft spielen. © Zerbor

Angriff

In einem 3-4-3-System könnte Leverkusens Juwel Florian Wirtz (19), der die WM nach Kreuzbandriss verpasste, ein neuer Impuls über die rechte Seite sein, auch der Mainzer Jonathan Burkardt (22) hat dort Entwicklungspotenzial. Wie und ob es für Karim Adeyemi und Julian Brandt (beide ohne WM-Einsatz) weitergeht, ist offen. Serge Gnabry und Leroy Sané bleiben Topkandidaten für die Offensivreihe, auch wenn sie in Katar erneut nicht überzeugen konnten.

Und ganz vorne als Neuner? Niclas Füllkrug war einer der WM-Gewinner, ist aber schon 29 und bräuchte wohl einen Wechsel zu einem Topklub. Der verletzte Timo Werner wird zurückkehren, könnte aber zeitnah von Youssoufa Moukoko abgelöst werden, der trotz seiner derzeit 18 Jahre bereits ein Startelfkandidat für 2024 ist.

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