07. Oktober 2020 / 17:31 Uhr

Spielt für England: DFB will Bayern-Talent Jamal Musiala von Verbandswechsel überzeugen

Spielt für England: DFB will Bayern-Talent Jamal Musiala von Verbandswechsel überzeugen

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Jamal Musiala: Bald für Deutschland oder weiterhin für England?
Jamal Musiala: Bald für Deutschland oder weiterhin für England? © imago images/ULMER Pressebildagentur
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Der Deutsche Fußball-Verband wirbt um Jamal Musiala. Der 17-Jährige vom FC Bayern spielt derzeit für den englischen Fußballverband - doch dies könnte sich nach dem Willen von DFB-Juniorencheftrainer Meikel Schönweitz ändern. Entsprechende Gespräche sind bereits geplant.

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Mit immer härteren Bandagen kämpfen Vereine auf der ganzen Welt heutzutage zum die besten Talente der Fußball-Welt. Doch nicht nur Klubs aus der Bundesliga oder der Premier League wollen, dass die besten Spieler in den eigenen Reihen spielen. Auch nationale Fußballverbände werben immer intensiver darum, dass sich die Superstars von morgen mit doppelten Staatsbürgerschaften für ihr Land entschieden. Das neueste Beispiel: Jamal Musiala, seit Juni der jüngste Debütant in der Bundesliga-Geschichte des FC Bayern München - und seit seinem Tor beim 8:0 gegen Schalke auch der jüngste Torschütze der Münchner.

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Bereits seit Jahren liefern sich der deutsche DFB und die englische FA ein Duell darum, wer in der Gunst des 17-Jährigen den Vorzug erhält. Der in Stuttgart geborene Offensivspieler ist der Sohn einer Deutschen, sein Vater ist Nigerianer. Musiala wucht zunächst in Hessen auf, 2010 erfolgte wegen eines Auslandsstudiums der Mutter der Umzug nach England, wo Musiala in der Jugend des FC Southampton (2010/11) und dem FC Chelsea (2011-2019) aktiv war, bevor er nach Deutschland zurückkehrte und sich dem FC Bayern anschloss. In dieser Zeit wurde auch der englische Verband auf ihn aufmerksam - der das Talent jedoch nun wieder verlieren könnte. DFB-Junioren-Cheftrainer Meikel Schönweitz bestätigte gegenüber Bild, dass der DFB Musiala einen erneuten Verbandswechsel schmackhaft machen will.

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"Wir beschäftigen uns schon länger mit ihm", sagte Schönweitz. "Daher sind wir bereits 2018 nach London gereist, als er noch für den FC Chelsea spielte, um mit ihm und seiner Familie über seine Perspektive in den deutschen Nationalmannschaften zu sprechen." Demnächst soll es ein weiteres Treffen geben. Bayern-Trainer Hansi Flick, einst selbst als Co-Trainer und Sportdirektor beim DFB angestellt, hatte dem Verband empfohlen, sich um Musiala zu bemühen. "Ich würde mich auf jeden Fall um ihn bemühen", sagte Flick, der den 17-Jährigen als "ausgezeichneten Fußballspieler" lobte.

Schönweitz: Musiala hat im DFB "weiterhin eine Perspektive"

Musiala hat schon zwei Mal den Verband gewechselt: der gebürtige Stuttgarter spielte in der U15 und in der U16 zunächst für England, wechselte im Oktober 2018 aber nach einem Besuch des deutschen Verbandes in London zum DFB, wo er für die U16 zwei Länderspiele absolvierte. Später ging es allerdings zurück zur englischen FA, wo er derzeit für die U17 aktiv ist und bereits acht Mal zum Einsatz kam.

Musiala habe "natürlich auch einen sehr starken Bezug zu England, wo er große Teile seiner Jugend verbrachte und seit der U15 alle U-Nationalmannschaften durchlief", sagte Schönweitz. "Im vergangenen Jahr teilte er uns mit, dass er sich mit England für die U 17-EM qualifizieren möchte - er kennt diesen Jahrgang seit der U 15. Diesen Stand akzeptieren wir." Allerdings bleibt der DFB an Musiala dran. Schönweitz: "Jamal ist in Deutschland geboren, hat seine Kindheit in Deutschland verbracht und schaffte hierzulande seine ersten Erstliga-Einsätze. Er hat bei uns weiterhin eine Perspektive, gleichzeitig gilt es aber auch, andere Entscheidungen fair zu respektieren."