22. September 2020 / 12:00 Uhr

DFB-Präsident Keller verzichtet auf FIFA-Kandidatur: "Verband nicht nach Gutsherrenart führen"

DFB-Präsident Keller verzichtet auf FIFA-Kandidatur: "Verband nicht nach Gutsherrenart führen"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
DFB-Präsident Fritz Keller plant keine Kandidatur für die FIFA-Council.
DFB-Präsident Fritz Keller plant keine Kandidatur für die FIFA-Council. © Getty
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Der DFB hat die Absicht, im kommenden Jahr einen eigenen Kandidaten für einen Sitz im FIFA-Council aufzustellen. Verbandspräsident Fritz Keller will auf eine eigene Kandidatur verzichten. Er wolle die Verantwortung "auf verschiedene Schultern verteilen", erklärte der 63-Jährige.

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DFB-Präsident Fritz Keller verzichtet auf eine Kandidatur für den Council des Weltverbandes FIFA. Das gab der 63-Jährige am Dienstag offiziell bekannt. "Ich bin mit der Idee angetreten, die Verantwortung auf verschiedene Schultern zu verteilen und im Team zu arbeiten. Einen Verband kann man nicht mehr nach Gutsherrenart führen", erklärte Keller laut Sport-Informations Dienst.

Wer statt Keller aus deutscher Sicht für das Gremium kandidieren soll, ist noch nicht bekannt. Der DFB verfügt derzeit über keinen Sitz im Council, beim nächsten Kongress der UEFA im nächsten Jahr in Minsk (Belarus) könnte ein deutscher Vertreter wieder zur FIFA entsandt werden. Der deutsche Fußball-Bund ist zurzeit der größte Einzelsportverband der Welt. "Wir streben auf jeden Fall auch ein Mandat für das FIFA-Council an", betonte Keller. "Wer für uns antreten soll, werden wir noch besprechen."

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Keller betonte, er verzichte auch deshalb, um die FIFA kritisieren können, wenn er es für angebracht hält. Es sei "für die Meinungsbildung und einen kritischen Ansatz manchmal besser, nicht Teil einer Gruppe zu sein", betonte der frühere Präsident des SC Freiburg, der vor einem Jahr Chef des DFB wurde.

Der FIFA Council wurde 2016 als Nachfolger des Exekutivkomitees geschaffen und setzt sich aus insgesamt 37 Mitgliedern zusammen - darunter sind neben dem Präsidenten Gianni Infantino und dessen acht Stellvertretern auch 28 einfache Mitglieder.