20. September 2022 / 19:43 Uhr

DFB-Kader-Check Teil 1: Klare Hierarchie im Tor - Rennen in der Innenverteidigung wieder offen

DFB-Kader-Check Teil 1: Klare Hierarchie im Tor - Rennen in der Innenverteidigung wieder offen

Heiko Ostendorp und Tobias Manzke
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Der SPORTBUZZER nimmt die Defensive von Hansi Flicks DFB-Auswahl unter die Lupe.
Der SPORTBUZZER nimmt die Defensive von Hansi Flicks DFB-Auswahl unter die Lupe. © IMAGO/Revierfoto, Laci Perenyi, Team 2 (Montage)
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Am Freitag trifft die deutsche Nationalmannschaft in der Nations League auf Ungarn und zum Abschluss der Gruppenphase am Montag auf England. Der aktuelle Kader des DFB-Teams ist gleichzeitig der letzte, bevor das endgültige Aufgebot für die WM in Katar bekanntgeben wird. Der SPORTBUZZER nimmt die Auswahl von Bundestrainer Hansi Flick - auch mit Blick auf Katar - in einer dreiteiligen Serie unter die Lupe. Teil eins: Tor und Innenverteidigung. 

Nicht alle Stars hatten gute Laune. Vor allem die sechs Bayern-Profis um DFB-Kapitän Manuel Neuer trudelten nach der Niederlage in Augsburg (0:1) und dem schwachen Start in die Bundesliga-Saison (Platz fünf) eher mit finsteren Mienen am Treffpunkt der Nationalelf ein. Neuling Armel Bella-Kotchap dagegen kam aus dem Grinsen gar nicht mehr heraus. Er habe sich über seine überraschende Nominierung "gewundert", sei aber "stolz darauf, hier zu sein".

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Der Abwehrspieler des FC Southampton könnte der 38. Profi werden, der unter Hansi Flick zum Einsatz kommt – und er darf sich durchaus Hoffnungen machen, zum 26er-WM-Kader zu gehören. Allerdings ist die Konkurrenz auch auf seiner Position groß – im Tor dagegen sind die Plätze wohl bereits vergeben und ist die Hierarchie klar, wie ein erster Blick im dreiteiligen Kader-Check vom SPORTBUZZER, dem Sportportal des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND), zeigt.

Tor

Natürlich ist Neuer als unumstrittene Nummer eins gesetzt. Für den Bundestrainer ist "Manu nach wie vor einer der besten Torhüter der Welt". Das zeigte er auch in den bislang 13 ungeschlagenen Partien unter Flick, in denen er nur acht Gegentore kassierte – sechsmal stand die Null. Der Vorsprung auf Stellvertreter Marc-André ter Stegen ist wieder größer im Vergleich zu den vergangenen Jahren. Der Torhüter des FC Barcelona hat mit Frankfurts Europaheld Kevin Trapp nun sogar einen echten Konkurrenten im Kampf um die Nummer zwei. Sowohl Bernd Leno als auch Oliver Baumann dürfen nur noch auf ein WM-Ticket hoffen, sollte einer aus dem etablierten Trio ausfallen.

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Innenverteidigung

Eigentlich schien Flick auch seine Idealbesetzung für die Innenverteidigung bereits gefunden zu haben. Mit Antonio Rüdiger (1,90 Meter) und Niklas Süle (1,95 Meter) setzte er auf zwei körperlich robuste und enorm kopfballstarke Spieler. Doch der (Stamm-)Platz neben dem Neumadrilenen Rüdiger scheint wieder offen, da Süle nach seinem Wechsel zu Borussia Dortmund noch nicht überzeugen konnte und ausgerechnet zwei Teamkollegen Druck machen. Zum einen Nico Schlotterbeck, der in seinen vier Länderspielen genau den modernen Innenverteidiger verkörperte, den Flick sich wünscht: mutig, schnell, mit guter Spieleröffnung. Zum anderen Mats Hummels, der beim BVB als Abwehrboss seinen dritten Frühling erlebt und dem Flick die WM-Tür weiter offen hält: "Mats ist in sehr guter Form und wirkt enorm fit."

Da der DFB-Coach den Routinier bestens kennt und weiß, dass er sich auch kurzfristig auf den 33-Jährigen verlassen könnte, bot er ihn für die aktuellen Länderspiele (noch) nicht auf und holte außer Bella-Kotchap stattdessen Weltmeister Matthias Ginter zurück. Dessen Vorteil: Er ist flexibel einsetzbar und kann auch auf rechts verteidigen oder im defensiven Mittelfeld helfen. Sein Nachteil: Er ist halt flexibel einsetzbar. Im Gegensatz zu Thilo Kehrer, für den das Gleiche gilt, hat Flick dies bisher allerdings kaum genutzt. Ginter kam unter Flick lediglich auf 108 Einsatzminuten und stand einmal in der Startelf. Kehrer absolvierte von allen Spielern die meisten Minuten: 951. Allerdings läuft es bei seinem neuen Klub West Ham United noch gar nicht rund.

Da auch Jonathan Tah (fehlt im aktuellen Aufgebot) mit Leverkusen schwächelt, könnte plötzlich Bella-Kotchap vorbeiziehen. Der ist in der Premier League nämlich bestens angekommen. Seinen Trainer Ralph Hasenhüttl erinnert der ehemalige Bochumer ausgerechnet an den Mann, neben dem er demnächst auflaufen könnte: den jungen Antonio Rüdiger.