21. September 2022 / 17:04 Uhr

DFB-Kader-Check Teil 2: Umgeschulte und Ankurbler – Außen und in der Zentrale hat Flick die freie Auswahl

DFB-Kader-Check Teil 2: Umgeschulte und Ankurbler – Außen und in der Zentrale hat Flick die freie Auswahl

Heiko Ostendorp
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Der SPORTBUZZER nimmt den Kader von Bundestrainer Hansi Flick unter die Lupe.
Der SPORTBUZZER nimmt den Kader von Bundestrainer Hansi Flick unter die Lupe. © Getty Images (Montage)
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Am Freitag trifft die deutsche Nationalmannschaft in der Nations League auf Ungarn und zum Abschluss der Gruppenphase am Montag auf England. Der aktuelle Kader des DFB-Teams ist gleichzeitig der letzte, bevor das endgültige Aufgebot für die WM in Katar bekanntgeben wird. Der SPORTBUZZER nimmt die Auswahl von Bundestrainer Hansi Flick – auch mit Blick auf Katar – in einer dreiteiligen Serie unter die Lupe. Teil zwei: Außenverteidigung und defensives Mittelfeld.

Die Mitarbeiter der Geschäftsstelle, die bei der ersten Einheit der Nationalmannschaft auf dem neuen DFB-Campus zuschauen durften, wunderten sich über den Mann mit dem lichten Haar, der beim Trainingsspielchen die Außenbahn beackerte und butterweiche Flanken schlug. Allerdings war es kein geheimer Debütant, der sich auf den Platz geschmuggelt hatte, sondern "Edelpraktikant" Benedikt Höwedes, der als Bindeglied zwischen Mannschaft und Management arbeitet und beim DFB reinschnuppert.

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2014 agierte der gelernte Innenverteidiger links in der legendären "Ochsenkette" von Joachim Löw und machte beim Gewinn des WM-Titels alle Spiele. Bei Hansi Flick ist die Besetzung der Außenverteidiger noch offen, während im defensiven Mittelfeld zumindest ein Platz fix vergeben ist, wie der zweite Teil des Kaderchecks vom SPORTBUZZER, dem Sportportal des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND), zeigt.

Außenverteidigung

Auf der rechten Abwehrseite hat – ähnlich wie damals bei Höwedes – ein "Umgeschulter" derzeit die Startelf-Nase vorn: Gladbachs Jonas Hofmann, eigentlich im Mittelfeld zu Hause, machte seinen Job hervorragend, glänzte als Torschütze und Vorbereiter und bekam jede Menge Sonderlob vom Bundestrainer. Herausforderer gibt es einige, wobei am ehesten der nachnominierte Benjamin Henrichs oder sein Leipziger Teamkollege Lukas Klostermann in Frage kommen dürften – der fällt mit Syndesmosebandriss allerdings noch einige Zeit aus.

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Flicks Dauerbrenner Thilo Kehrer kann wie auch Matthias Ginter ebenfalls auf rechts verteidigen, ist aber auch ein Kandidat für die linke Seite. Dort spielte sich Robin Gosens mit seinem unbändigen Willen und seiner Leidenschaft bei der EM 2021 in die Herzen der Fans, doch seitdem ging es bergab. In der ersten Länderspielphase unter Flick war er noch dabei, nach seinem Wechsel zu Inter Mailand fiel Gosens zweimal monatelang mit Oberschenkelverletzungen aus und kehrte nun erstmals wieder zurück in den DFB-Kader.

In der Serie A ist Gosens aktuell nur Ergänzungsspieler, durfte immerhin in der Champions League zweimal über 90 Minuten ran und könnte nun in den beiden Nations-League-Partien noch mal die Chance bekommen, sich zu zeigen – muss er auch. Denn während seiner Abwesenheit spielte sich David Raum in den Vordergrund, zeigte ein starkes Debüt unter Flick und hat sein WM-Ticket mehr oder weniger in der Tasche. Eine weitere Option auf links ist dessen Teamkollege Marcel Halstenberg, der im aktuellen Aufgebot aber ebenfalls fehlt.

Defensives Mittelfeld

"Ich denke nicht, dass es schon um alles geht", sagte Joshua Kimmich auf der Pressekonferenz am Dienstag. "Auch die nächsten Wochen im Klub werden entscheiden, wer mit zur WM darf. Aber man merkt schon, dass sich Robin (Gosens, d. Red.) und Co. ordentlich reinhauen."

Kimmich selbst muss sich natürlich keine Gedanken machen, ob er mit nach Katar fliegen wird. Er ist in der DFB-Zentrale als Abräumer und Ankurbler unverzichtbar. Die einzige Frage lautet, wen Flick neben seinen verlängerten Arm stellt und wer noch vom WM-Karussell plumpst. Ilkay Gündogan hat als Kapitän des aktuell wohl besten Teams der Welt, Manchester City, den Anspruch auf einen Stammplatz – genau wie Kimmichs Münchner Kumpel Leon Goretzka. Dieser verpasst die letzten beiden Pflichtspiele mit dem DFB-Team vor der WM allerdings aufgrund eines positiven Coronatests. Favorit auf den vierten Platz im Zentrum wäre Gladbachs Florian Neuhaus, doch fällt dieser mit einer Kreuzbandverletzung noch wochenlang aus. Für ihn könnten Emre Can, Anton Stach, Julian Weigl, der für Goretzka nachnominierte Maximilian Arnold oder Mo Dahoud noch auf den WM-Zug aufspringen.