11. November 2019 / 14:49 Uhr

Kommentar: Der DFB will fanfreundlich sein - die Trikot-Preise sind es nicht

Kommentar: Der DFB will fanfreundlich sein - die Trikot-Preise sind es nicht

Jan Jüttner
Die neuen Trikots der DFB-Elf haben einen stolzen Preis. Insbesondere Kinder können daher wohl oft nur davon träumen. 
Die neuen Trikots der DFB-Elf haben einen stolzen Preis. Insbesondere Kinder können daher wohl oft nur davon träumen.  © twitter die Mannschaft/ imago/montage
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Nach der schwachen WM im vergangenen Jahr kämpft der DFB gegen seinen Image-Verlust. Die hohen Preise für die neuen Trikots verlangsamen diesen Prozess jedoch, meint SPORTBUZZER-Volontär Jan Jüttner.

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Der DFB hat mit öffentlichen Trainingseinheiten einen ersten Schritt zur Image-Aufpolierung nach dem WM-Desaster in Russland gemacht. Am Samstag wird die Löw-Elf erstmals im neuen Trikot auflaufen, das von Serge Gnabry, Manuel Neuer und Co. auch bei der EM 2020 getragen wird. DFB-Direktor Oliver Bierhoff findet, dass man mit dem Design der Jerseys "auch dem Wunsch vieler Fans" nachkomme. Doch nur ein Teil der Anhänger wird es sich überhaupt leisten können.

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Trikot-Preise werden Fans abschrecken

Denn Eltern, die ihren Kindern ein "DFB-Set" kaufen wollen, müssen stolze 117,90 Euro für die Hose und das Trikot mit Beflockung zahlen (Quelle: Offizieller DFB-Fanshop). Für das sogenannte "Authentic-Trikot" verlangt der DFB sogar 129,95 Euro (Das handelsübliche Trikot kostet 89,95 Euro). Diese Preise sind, so kurz vor dem Weihnachtsfest, ganz und gar nicht fanfreundlich. Sie werden viele potenzielle Käufer abschrecken - und damit auch die Identifikation mit dem Team verhindern. So wird es schwierig, den verspielten Kredit bei den Fans wieder zu erlangen.

Die DFB-Kandidaten für die EM 2021 im Chancen-Check

Für die Europameisterschaft 2020, die 2021 nachgespielt werden soll, muss Bundestrainer Joachim Löw noch die ideale Kader-Besetzung aus vielen Kandidaten finden. Der <b>SPORT</b>BUZZER bewertet die Chancen der einzelnen Spieler wie Antonio Rüdiger (von links), Jonas Hofmann und Marco Reus. Zur Galerie
Für die Europameisterschaft 2020, die 2021 nachgespielt werden soll, muss Bundestrainer Joachim Löw noch die ideale Kader-Besetzung aus vielen Kandidaten finden. Der SPORTBUZZER bewertet die Chancen der einzelnen Spieler wie Antonio Rüdiger (von links), Jonas Hofmann und Marco Reus. ©

Die überhöhten Trikotpreise passen jedoch in das Gesamtbild, welches der DFB zuletzt abgegeben hat. Länderspiele sind längst keine Zuschauermagneten mehr - wie der DFB-Test gegen Argentinien eindrucksvoll zeigte. Die Nationalmannschaft als Identifikationsobjekt der deutschen Fußballfans hat enorm an Wert verloren. Überteuerte Tickets und kaum kindgerechte Anstoßzeiten werten das Image der Nationalelf weiter ab. Daran muss der DFB dringend arbeiten.