21. Juni 2020 / 14:36 Uhr

DFB-Direktor Bierhoff verteidigt Restart für Nationalmannschaft: "Es gibt vertragliche Verpflichtungen"

DFB-Direktor Bierhoff verteidigt Restart für Nationalmannschaft: "Es gibt vertragliche Verpflichtungen"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Oliver Bierhoff hat die Terminierung der ersten Spiele der Nationalmannschaft nach der Corona-Pause verteidigt.
Oliver Bierhoff hat die Terminierung der ersten Spiele der Nationalmannschaft nach der Corona-Pause verteidigt. © Getty Images/imago images/ActionPictures
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Der Terminkalender ist in der zweiten Hälfte des Fußball-Jahres 2020 dicht gefüllt. Weniger als zwei Wochen nach Ende des Champions-League-Turniers Ende August soll auch die deutsche Nationalmannschaft wieder Länderspiele absolvieren. Oliver Bierhoff hat diesen Beschluss gegen die Kritik verteidigt. 

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Der DFB sieht derzeit keine Alternativen für den umstrittenen Restart der Nationalmannschaft nach der Corona-Pause. "Es gibt viele vertragliche Verpflichtungen gegenüber Partnern", betonte DFB-Direktor Oliver Bierhoff am Sonntag zu den vom europäischen Verband UEFA veröffentlichten Terminkalender. Das Team von Joachim Löw soll am 3. September gegen Spanien und drei Tage später in der Schweiz in die neue Nations-League-Saison starten. Bayern-Trainer Hansi Flick und Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge sehen die Ansetzung angesichts des Champions-League-Turnier bis 23. August höchst problematisch. Die Spieler würden danach unbedingt Urlaub brauchen.

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"Inhaltlich" gibt Bierhoff Flick und Rummenigge Recht. "Die Belastung wird sehr hoch sein, da waren wir uns alle bewusst", sagte Bierhoff im Sport1-"Doppelpass", "aber auch wir müssen und wollen Spiele haben." Demnach brauche die junge Nationalmannschaft mit Blick auf die in den Sommer 2021 verschobene EM die Möglichkeit für eine weitere Entwicklung. Zudem gebe es auch wirtschaftliche Zwänge. "Die Spieler sind sich alle bewusst, dass sie keinen Sommerurlaub haben werden, Winterurlaub wahrscheinlich auch nicht“, erklärte Bierhoff.

Bierhoff: DFB müsse "an die UEFA liefern"

Auch für die Dreifach-Termine im Oktober und November sieht der Direktor Nationalmannschaft im Moment keine Alternativen. Neben je zwei weiteren Partien in der Nations League ist dann auch je ein Freundschaftsspiel vorgesehen, was ebenfalls alternativlos sei. "Theoretisch müssen sie gemacht werden, weil auch die Testspiele an die UEFA verkauft sind. Wir stehen in der Pflicht, an die UEFA zu liefern", erläuterte Bierhoff. Der DFB kassiert allein für die TV-Vermarktung eines Länderspiels rund zehn Millionen Euro. Die Nationalmannschaft ist die Haupteinnahmequelle des Verbandes.

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Trotz des engen Terminkalenders stehen die Chancen auf ein Comeback der aussortierten Veteranen Thomas Müller, Mats Hummels und Jerome Boateng schlecht. "Ich gehe nicht davon aus, dass Jogi seine Meinung morgen ändert", urteilte Bierhoff. Dennoch sei sich der Verband der guten Leistungen des Trios bewusst. Insbesondere Müller glänzt in dieser Saison wie lange nicht mehr und stellte mit 20 Vorlagen eine neue persönliche Bestleistung in der Bundesliga auf. Aber der Verzicht auf die drei Weltmeister von 2014 sei auch nicht endgültig gemeint gewesen. "Man hätte es besser formulieren müssen", räumte Bierhoff ein. Und keiner wisse, wie die Situation im kommenden Sommer sei.