04. September 2022 / 13:03 Uhr

Favoriten-Schrecks und Ex-Finalisten: Diese Außenseiter sind in der zweiten Runde des DFB-Pokals noch dabei

Favoriten-Schrecks und Ex-Finalisten: Diese Außenseiter sind in der zweiten Runde des DFB-Pokals noch dabei

Christian Müller und Timon Zöfelt
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Der SV Elversberg (links) und Waldhof Mannheim überraschten in der ersten DFB-Pokalrunde.
Der SV Elversberg (links) und Waldhof Mannheim überraschten in der ersten DFB-Pokalrunde. © IMAGO/Treese/HMB-Media/Fussball-News-Saarland (Montage)
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Am Sonntag werden die Zweitrunden-Lose im DFB-Pokal gezogen. Vier Drittliga- und Amateurklubs, die in der ersten Runde einen Zweit- oder Erstligisten ausgeschaltet haben, liegen dann noch im Lostopf. Die Partien sollen Mitte Oktober gespielt werden.

Mit den Nachzüglern RB Leipzig und FC Bayern München, die erst in dieser Woche das Ticket lösten, ist die 2. Runde im DFB-Pokal komplett. Am Sonntagnachmittag (17.10 Uhr, ZDF) erfolgt die Auslosung der 16 Partien, die am 18. und 19. Oktober ausgespielt werden sollen. Vier Drittliga- und Amateurteams liegen dann in einem eigenen Lostopf und erhalten gegen einen Gegner aus der 2. Liga oder Bundesliga Heimrecht. Der SPORTBUZZER, das Sportportal des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND), wirft einen Blick auf die unterklassigen Außenseiter, die in der ersten Runde Ende Juli einen Favoriten aus dem Wettbewerb geworfen haben.

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SV Elversberg

Der Drittligist sorgte in der ersten Pokal-Runde wohl für die größte Überraschung, indem er Champions-League-Teilnehmer Bayer Leverkusen mit 4:3 aus dem Wettbewerb warf. Vier Mal schaffte es Elversberg zuvor bereits in die zweite Runde. Zuletzt gelang dies im Jahr 2020, als nach einem 4:2 über Zweitligist FC St. Pauli gegen Borussia Mönchengladbach (0:5) Schluss war. In der 3. Liga haben die Saarländer aktuell als Aufsteiger einen starken Start hingelegt, spielen in der Spitzengruppe mit. Vor dem siebten Spieltag, an dem die Elversberger zum SV Meppen reisen mussten, war die Mannschaft Tabellendritter mit fünf Siegen und nur einer Niederlage.

Waldhof Mannheim

Drittligist Mannheim zwang Zweitligist Holstein Kiel in der ersten Runde ins Elfmeterschießen und setzte sich mit 5:3 durch. Und auch in der Liga sind die Baden-Württemberger auf Kurs, nehmen nach sieben Partien den vierten Platz ein. Zuletzt gelang am Samstag ein 4:1-Erfolg gegen Aufsteiger SpVgg Bayreuth. Im Cup-Wettbewerb blickt Waldhof auf eine lange Historie zurück, stand in der Saison 1938/1939 gar im Finale, das gegen den 1. FC Nürnberg allerdings verloren ging (0:2). Bestes Resultat in der jüngeren Vergangenheit war die Achtelfinal-Teilnahme 2003 gegen Leverkusen (1:2). In der vergangenen Saison überstand Mannheim die erste Runde durch ein 2:0 gegen Eintracht Frankfurt, in Runde zwei war aber Endstation gegen Union Berlin (1:3 n. V.).

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Stuttgarter Kickers

Die Stuttgarter Kickers stellen den klassentiefsten noch im Wettbewerb verbliebenen Verein. In Runde eins düpierte der Oberligist den klaren Favoriten und Bundesliga-Absteiger Greuther Fürth (2:0) – und das nicht einmal unverdient. Dass der Überraschungscoup keine Eintagsfliege war, zeigten die Schwaben auch im Liga-Betrieb. Noch unbesiegt und mit 18:3 Toren liegt das Team von Trainer Ünal Mustafa auf Rang zwei in der Oberliga Baden-Württemberg. Und Achtung: Die jüngsten beiden Spiele dominierten die Stuttgarter, gewannen mit 5:0 und 6:1. Zwar sind die Kickers auf dem Papier der einfachste Gegner für die anderen Teams, zu unterschätzen ist der Fürth-Bezwinger in der aktuellen Form aber keineswegs – zumal der Weg im Wettbewerb bereits zweimal weit ging. 1987 ging es bis ins Finale (1:3 gegen den Hamburger SV), im Jahr 2000 war erst im Halbfinale gegen Werder Bremen (1:2 n.V.) Schluss.

VfB Lübeck

Der zweite Amateurklub, der die Auftaktrunde überstand, ist der VfB Lübeck. Gegen Zweitligist Hansa Rostock gelang dank eines sehenswerten Tores von Tarik Gözüsirin in den Winkel die Sensation – das Pokal-Abenteuer für den Regionalligisten geht weiter. Und auch für die Lübecker war der Favoritensturz kein Zufallsprodukt. Die Weste des Nordklubs in dieser Saison ist noch nahezu rein. Erst einmal, bei der Nullnummer gegen VfV Hildesheim, ließ der Klub in der laufenden Spielzeit Federn. Die Bilanz in der Frühphase der neuen Saison liest sich beeindruckend: Fünf Siege aus sechs Partien und 16:3 Tore sorgen für Platz zwei in der Regionalliga Nord. Auch die Konkurrenz im Pokal ist also gewarnt. Die Lübecker streben zudem nach dem größten Klub-Erfolg im Cup-Wettbewerb. Diesen erreichte der VfB 2004, als man sich im Halbfinale dem späteren Double-Sieger Werder Bremen (2:3 n.V.) beugen musste.