06. Dezember 2020 / 15:20 Uhr

DFB-Pokal der Frauen: RB Leipzig scheitert klar an Eintracht Frankfurt

DFB-Pokal der Frauen: RB Leipzig scheitert klar an Eintracht Frankfurt

Britt Schlehahn
Leipziger Volkszeitung
aCH1_95021
Die Enttäuschung ist RB Leipzigs Natalie Teubner ins Gesicht geschrieben. © Christian Modla
Anzeige

Die Überraschung ist nicht geglückt. Das Frauen-Team von RB Leipzig unterlag am Sonntag gegen Favorit Eintracht Frankfurt deutlich mit 0:4.

Anzeige

Leipzig. Die Werbebanner am Stadion am Bad in Markranstädt verkünden „Red Bull verleiht Flüüügel“ zum DFB-Achtelfinale am Sonntagmittag. Hier spielte die Elf von RB Leipzigs Trainerin Katja Greulich zum letzten Mal vor dem Lockdown am 1. November gegen den SV Berghofen und zog mit dem 4:1-Sieg ins Achtelfinale ein. Das bisher beste Ergebnis im Pokal der erst seit 2016 existierenden RB-Auswahl.

Anzeige

Frankfurt-Coach traut RB Durchmarsch zu

In der vergangenen Saison traf RB in der zweiten Pokalrunde auf die noch als 1. FFC Frankfurt aufspielende Elf um Trainer Nikolaos Arnautis. Der Gast gewann knapp mit einem Tor. „Ziel der Adlerträgerinnen ist es, im Wettbewerb zu überwintern.“ So ist es vorab auf der Eintracht-Homepage zu lesen. Die SGE stieg erst in der zweiten Runde ein und gewann gegen den Karlsruher SC mit 8:0.

DURCHKLICKEN: Bilder zur Niederlage im Pokal-Achtelfinale

Die Frauenmannschaft von RB Leipzig unterlag am 06. Dezember 2020 im DFB-Pokal-Achtelfinale gegen Eintracht Frankfurt deutlich mit 0:4. Zur Galerie
Die Frauenmannschaft von RB Leipzig unterlag am 06. Dezember 2020 im DFB-Pokal-Achtelfinale gegen Eintracht Frankfurt deutlich mit 0:4. ©

Frankfurts Kapitänin Tanja Pawollek erklärte vor dem Spiel: „Wir sind der Bundesligist, Leipzig spielt in der Zweiten Frauen-Bundesliga – wir können und müssen zeigen, was wir draufhaben. Wenn wir das Spiel so angehen wie die meisten unserer bisherigen Bundesligaspiele, bin ich mir sicher, dass wir den Takt vorgeben und in die nächste Runde einziehen werden.“

Trainer Niko Arnautis, der die Frauen des FFC seit September 2017 trainiert, erklärte vor der Begegnung: „Schon in der vergangenen Saison hatte Leipzig als Regionalligist eine sehr hohe Qualität. Nun haben sie sich noch einmal verstärkt und eine gute Mischung aus einigen Spielerinnen mit Erstligaerfahrung und jungen Talenten. Dass das funktioniert, haben bis zur Ligaunterbrechung auch die Leistungen gezeigt. Vielleicht ist Leipzig so ein Kandidat für den Durchmarsch in die Flyeralarm Frauen-Bundesliga. Nichtsdestotrotz wollen wir unserer Favoritenrolle gerecht werden und die Partie gewinnen.“

Fehlende Konsequenz

Vor dem Anpfiff wurde mit einer Schweigeminute an die Opfer von Trier gedacht. RB begann druckvoll. Katja Greulich forderte von Beginn an lautstark „Tempo“ von der Seitenlinie. Doch in Führung ging die SGE in der 9. Minute mit einem Tor von Geraldine Reuteler. „Geschenkt“ kommentierte die RB-Trainerin das Ergebnis. Zu einfach konnten sich die Frankfurterinnen auf der linken Seite durch die RB-Abwehr spielen. Die im Sommer von Frankfurt nach Leipzig gewechselte Yvonne Weilharter hatte vor dem Spiel erklärt, dass RB trotz dem Klassen-Unterschied die Gäste ärgern wollen.

Aber dafür fehlte die Konsequenz und Passgenauigkeit der Gastgeberinnen. Die Frankfurterinnen verschenkten ihre Chancen auf mehr Tore selbst, trafen immer wieder das Außennetz und konnten auch aus Standards keine Vorteile ziehen. RB-Spielerin Marlene Müller scheiterte nach 40 Minuten allein vor dem Frankfurter Tor und vergab die Chance zum Ausgleich.

Lange stand das Trainerteam um Katja Greulich nach dem Pausenpfiff zusammen, um einen Weg aus der Misere zu finden. Unverändert gingen die beiden Mannschaften in die zweite Halbzeit. Frankfurt drückte von Beginn, die Rolle als Favoritin betonend. In der 55. Minute erhöht Virginia Kirchberger auf 2:0 und zwei Minuten später Barbara Dunst auf 3:0. „Wir spielen weiter“, fordert Greulich von ihrem Team während der Frankfurter Trainer seine Mannschaft mit „weiter weiter“ antrieb. Nach 60. Minuten kamen Lisa Reichenbach und Melanie Gerrits neu ins Spiel.

Chancen waren da

RB gab sich nicht auf. Nach einer schwachen Ecke von RB konterte allerdings der Erstligist den Zweitligaaufsteiger in der 71. Spielminute aus und erhöht auf vier Tore. Die Frankfurterinnen sind weiter torhungrig und zeigten sehr deutlich, dass sie als Favoriten ins Spiel gingen und daran auch keinen Zweifel lassen wollten. Sarah Schaller vergab zehn Minuten vor dem Abpfiff allein vor der Frankfurter Torhüterin Merle Frohms die Chance auf den Ehrentreffer. Die RB-Schlussfrau Stella Busse verhindert zudem noch mehr Gegentore.

Leipzigs Trainerin Katja Greulich erklärte nach dem Spiel, dass die Mannschaft „immer das Beste auf dem Platz geben will.“ Einen enormen Klassenunterschied konnte sie nicht ausmachen. „Es war ein kleiner Unterschied. Die Chancen waren da.“ Damit meinte sie die zwei 100-prozentigen in der ersten Halbzeit, die dem Spiel einen ganz anderen Verlauf gegeben hätten. Trotzdem war sie nicht traurig. „Wir haben viele gute Leistungen der Spielerinnen gesehen. Schöner wäre es mit Zuschauern und mit Ligapraxis gewesen“, so Greulich. Die derzeitige Situation lässt beides nicht zu, aber die Trainerin gibt sich kämpferisch: „Wir wollen in die erste Liga.“

Der Gästecoach Nikolaos Arnautis stellte nach dem Spiel gegenüber dem SPORTBUZZER fest, dass „es nicht so einfach war, denn RB ist eine sehr gute Mannschaft, die mit Sicherheit in die erste Bundesliga aufsteigt. Wir wussten, dass uns hier eine komplexe Aufgabe erwartet. Wir sind glücklich, dass das Spiel überhaupt stattfinden konnte und wir souverän auftraten, auch wenn RB Nadelstiche setzte.“