07. August 2019 / 22:00 Uhr

Vor der Rückkehr nach Karlsruhe: Wie Florent Muslija nach dem 0:6 bei 96 landete

Vor der Rückkehr nach Karlsruhe: Wie Florent Muslija nach dem 0:6 bei 96 landete

Andreas Willeke
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Florent Muslija steht vor der Rückkehr in den Wildpark.
Florent Muslija steht vor der Rückkehr in den Wildpark. © Thomas Niedermueller/Getty Images/Swen Pförtner/dpa
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Florent Muslija stand zu Beginn der vergangenen Saison noch beim Karlsruher SC unter Vertrag und verlor in der 1. Runde des DFB-Pokals mit 0:6 gegen Hannover 96. Am Montag kehrt der kreative Mittelfeldspieler nun in seine alte Heimat zurück - im Trikot der Roten.

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Beim letzten Mal stand er noch auf der Karlsruher Seite. "Meine Erinnerung an das Spiel war natürlich nicht so toll, weil wir 0:6 verloren haben", sagt Florent Muslija. "Es war trotzdem eine gute Erfahrung, gegen einen Bundesligisten zu spielen. Aber man hat den Qualitätsunterschied deutlich gemerkt."

Muslija hat jedoch auch seine Klasse aufblitzen lassen. "Die Kontakte zu 96 sind erst durch das Spiel entstanden", berichtet er. "Mein Gegenspieler im offensiven linken Mittelfeld war Oliver Sorg. Ich habe damals einfach versucht, unbekümmert zu sein." Kurze Zeit später landete Muslija für 2 Millionen Euro Ablöse in Hannover.

Das waren die Erstrunden-Spiele von Hannover 96 im DFB-Pokal seit der Saison 2000/01:

<b>2000: VfL Osnabrück - Hannover 0:1:</b> Ein knapper Erfolg für die Roten, die es nach dem Führungstor von Danijel Stefulj versäumten, weiter Druck zu machen. Osnabrück kam aber zu wenig Chancen, sodass Jörg Sievers keine Probleme hatte, die Null zu halten. Zur Galerie
2000: VfL Osnabrück - Hannover 0:1: Ein knapper Erfolg für die Roten, die es nach dem Führungstor von Danijel Stefulj versäumten, weiter Druck zu machen. Osnabrück kam aber zu wenig Chancen, sodass Jörg Sievers keine Probleme hatte, die Null zu halten. ©
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"Ein besonderes Spiel für mich"

Für 96 war der Erfolg in der ersten Runde des DFB-Pokals die Ausnahme. Es folgte eine missratene Saison, die mit dem Abstieg endet. Nun beginnt der DFB-Pokal für 96 wieder in Karlsruhe, am kommenden Montag wird die Partie um 18.30 Uhr angepfiffen. "Für mich ist es ein sehr besonderes Spiel, ich kehre in meine alte Heimat zurück", sagt Muslija. "Ich erwarte ein sehr gutes Spiel."

Er ist in Deutschland geboren, kam als Neunjähriger zum Karlsruher SC und blieb elf Jahre. "Es hat mich gefreut, dass der KSC den Aufstieg geschafft hat. Ich verfolge die Spiele auch weiter, ich traue der Mannschaft sehr viel zu", meint der 21-Jährige. "In ihr steckt eine hohe Qualität. Der KSC macht es gut, sie sind effektiv vorm Tor und verteidigen gut."

Kontakt hat er noch ab und an zu den Spielern David Pisot und Burak Camoglu.

Mehr über Hannover 96

Nach einem bescheidenen Abstiegsjahr wächst Muslija in eine neue, bedeutendere Rolle hinein. Beim 1:1 gegen Regensburg vertraute ihm 96-Trainer Mirko Slomka die Spielmacherposition Zehn an. "Ich habe mich, denke ich, sehr gut bei 96 entwickelt", sagt er. "Die Zehnerposition ist meine Lieblingsposition, da kann ich meine Kreativität am besten ausleben."

"Meine Schüsse können eine Waffe sein"

Aber er weiß, dass er noch Schwächen hat. "Ich muss öfter den direkten Weg zum Tor suchen und mal aus 20 Metern draufhalten. Meine Freistöße und Schüsse können eine Waffe sein, die ich aber noch besser einsetzen müsste."

Zwei Tore hat er in der vergangenen Saison erzielt, das schönste per Freistoß in Leverkusen. "Die Schusstechnik habe ich selbst für mich herausgefunden. Ich habe immer wieder geübt, wie ich den Fuß am besten ansetzen und halten kann. Ich habe auch einen festen Ablauf beim Freistoß, den ich für mich automatisiert habe."

Das ist 96-Spieler Florent Muslija: Bilder seiner Karriere

Früjhar 2018: Florent Muslija bejubelt einen Treffer gegen die SpVgg Unterhaching. Zur Galerie
Früjhar 2018: Florent Muslija bejubelt einen Treffer gegen die SpVgg Unterhaching. ©

Eine Absprache, wer schießt, gibt’s nicht. "Ich übernehme zwar eigentlich die Freistöße, bin aber nicht eigensinnig. Wenn Eddy Prib von halb rechts schießen möchte und sich gut fühlt, überlasse ich ihm den Ball." Sein Lieblingskollege ist aber Linton Maina. "Mit Linton verstehe ich mich auf und neben dem Platz sehr gut, das sieht man dann auch im Spiel."

Muslija hat fünf Partien für die deutsche U20-Auswahl gemacht, steht Anfang September vor seinen ersten A-Länderspielen gegen Tschechien und England. "Ich freue mich riesig, für Kosovo spielen zu dürfen", sagt Muslija. "Der Großteil der Familie lebt da. Die Entscheidung war schnell klar, da konnte mich auch keiner mehr umstimmen" – auch bei diesem Seitenwechsel nicht.

Das ist der komplette Kader von Hannover 96 in der Saison 2019/20

Tor: Michael Esser (Rückennummer 23) Zur Galerie
Tor: Michael Esser (Rückennummer 23) ©

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