13. August 2019 / 20:51 Uhr

Hansa Rostock: Choreo-Zoff trübt tolle Pokalstimmung

Hansa Rostock: Choreo-Zoff trübt tolle Pokalstimmung

Sönke Fröbe
Ostsee-Zeitung
Diese Choreografie auf der Südtribüne zum 20-jährigen Bestehen eines Hansa-Fanclubs sorgt für Diskussionen und Ärger beim Drittligisten und in dessen Umfeld. Für das Abbrennen von Pyrotechnik droht dem Verein abermals eine hohe Geldstrafe.
Diese Choreografie auf der Südtribüne zum 20-jährigen Bestehen eines Hansa-Fanclubs sorgt für Diskussionen und Ärger beim Drittligisten und in dessen Umfeld. Für das Abbrennen von Pyrotechnik droht dem Verein abermals eine hohe Geldstrafe. © Foto: Lutz Bongarts
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Klubchef Marien rechnet mit DFB-Strafe in fünfstelliger Höhe für das Abbrennen von Pyrotechnik. Ein Aufsichtsratsmitglied von Hansa Rostock soll Mitinitiator gewesen sein.

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Es war ein toller Pokalabend, doch Hansas 0:1-Niederlage gegen den VfB Stuttgart am Montag hatte nicht nur wegen des frühen Ausscheidens einen unschönen Beigeschmack. Der Grund: Eine großflächige Choreografie auf der mit rund 3000 Fans vollbesetzten Südtribüne, die viele Zuschauer im Stadion mindestens für geschmacklos hielten. „Ich fand das sehr deplatziert. Es war ein hässlicher Punkt in diesem schönen Rahmen“, sagt Hansas Aufsichtsratsvorsitzender Günter Fett mit Blick auf die ansonsten grandiose Stimmung im mit 24 000 Zuschauern ausverkauften Ostseestadion.

Inhaltlich („multikriminell“, „für Verein und Vaterland“) und optisch (Totenkopf, Frakturschrift) fand nicht nur Fett die Banner „furchtbar“. Auch Klubchef Robert Marien missfiel das Schauspiel auf der Ultra-Tribüne. Zumal es die beiden anderen Choreografien des Abends überlagert habe. Rund 200 freiwillige Helfer – Hansa-Fans – hatten am Sonntag mehr als 20 000 blaue und weiße Fahnen auf den Tribünen verteilt, die die Zuschauer vor Spielbeginn schwenkten. Gekleidet waren alle in weißen T-Shirts, von denen der Verein rund 20 000 zum Stückpreis von zehn Euro verkauft hat. „Es war eine fantastische Atmosphäre. Sensationell, was die Leute hier für eine Stimmung gemacht haben. Man hatte Gänsehaut, als man ins Stadion gekommen ist“, sagt Hansa-Trainer Jens Härtel.

Das waren die beeindruckendsten Choreografien der Hansa-Fans.

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Die Fans des FC Hansa Rostock ©
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Der Erlös des T-Shirt-Verkaufs soll in den Erhalt oder den Nachbau der maroden Flutlichtmasten fließen. Während diese beiden Aktionen von Verein und Fan-szene organisiert wurden, gingen die umstrittenen Banner auf das Konto eines Fanclubs, der damit das 20. Jahr seines Bestehens feierte. Pikant: Mit auf den Weg gebracht wurde die Choreografie nach OZ-Informationen von einem Mitglied des Aufsichtsrates.

Hansas Chefetage war also über die Aktion vorab informiert. Der Fanclub hatte die Choreografie beantragt und eine entsprechende Skizze eingereicht. Marien wurde diese Skizze in seinem Urlaub ebenfalls geschickt. Der Klubchef äußerte daraufhin gegenüber einzelnen Aufsichtsratsmitgliedern seine Bedenken, „weil es danach Diskussionen geben wird“. Rechtlich sei das Ganze nicht zu beanstanden gewesen, betont Marien, der in der Angelegenheit auch den Staatsschutz mit ins Boot holte. „Verboten werden Dinge, die nicht rechtskonform sind oder Sicherheitsbedenken hervorrufen. Die Prüfung durch den Staatsschutz hat keine Auffälligkeiten ergeben“, erklärt der Vorstandschef, der auch als Geschäftsführer Sicherheit bei Hansa fungiert.

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„Ein demokratischer Verein muss das aushalten. Man muss tolerant sein, auch wenn man es vielleicht nicht immer gern möchte“, sagt Marien. Neben der Polizei habe er den Aufsichtsrat über die umstrittene Choreo „in Kenntnis gesetzt und um Feedback gebeten“. Das Echo war geteilt. „Es gab Pros und Kontras, die Kontras waren sehr wenige“, lässt Marien durchblicken.

Aufsichtsratschef Fett kannte die Skizze nach eigener Aussage nicht. „Ich selber habe das nicht gesehen. Ich wollte mich dazu auch nicht äußern, weil die Angelegenheit nicht in der Kompetenz des Aufsichtsrates sondern in der des Vorstandes liegt. Ob wir das am Ende gut finden oder nicht, ist ein anderes Kapitel.“

Was jetzt schon klar ist: Die Choreografie auf der Südtribüne kommt Hansa einmal mehr teuer zu stehen. Das „Abbrennen von pyrotechnischen Gegenständen“ wird in der 3. Liga mit 350 Euro pro Stück sanktioniert. Marien: „Ich rechne mit einer Geldstrafe in Höhe von 15 000 bis 20 000 Euro.“

Fotos aus dem DFB-Pokal: Hansa Rostock - VfB Stuttgart

Die Stimmung im Ostseestadion war gut. Die Fans schwenkten vor dem Anpfiff bei einer Choereograpfie über 20000 Mülltüten-Fähnchen. Zur Galerie
Die Stimmung im Ostseestadion war gut. Die Fans schwenkten vor dem Anpfiff bei einer Choereograpfie über 20000 Mülltüten-Fähnchen. ©

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