13. September 2020 / 17:31 Uhr

Wamangitukas Treffer macht den Unterschied: Hansa Rostock raus aus dem DFB-Pokal

Wamangitukas Treffer macht den Unterschied: Hansa Rostock raus aus dem DFB-Pokal

Christian Lüsch
Ostsee-Zeitung
John Verhoek (r.) im Duell mit dem Stuttgarter Gonzalo Castro.
John Verhoek (r.) im Duell mit dem Stuttgarter Gonzalo Castro. © LUTZ BONGARTS
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Mit 0:1 verliert Hansa Rostock seine Erstrundenpartie im DFB-Pokal gegen Bundesliga-Aufsteiger VfB Stuttgart. Underdog liefert dem Favoriten bis zum Ende ordentlich Paroli.

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Bravourös gekämpft, aber dem Favoriten doch unterlegen: Der FC Hansa Rostock ist in der ersten Runde des DFB-Pokals am VfB Stuttgart gescheitert. Der Drittligist unterlag am Sonntag nach tollen Kampf im Rostocker Ostseestadion dem Bundesligisten mit 0:1 (0:1). Silas Wamangituka hatte die Stuttgarter den Treffer des Tages erzielt (42.).

Unabhängig vom Spielausgang war es ein besonderer Tag im Ostseestadion. Denn die 7500 Fans, die zum Pokal-Erstrundenduell zugelassen worden waren, machten Stimmung wie sonst 20 000 - Gänsehaut-Stimmung herrschte schon vor dem Anpfiff die Hymne "Hansa Forever" erklang und dazu tausende Hansa-Schals präsentiert wurden.

In Bildern: Das DFB-Pokalspiel des FC Hansa gegen den VfB Stuttgart

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig schaut persönlich beim Spiel vorbei, Zur Galerie
Ministerpräsidentin Manuela Schwesig schaut persönlich beim Spiel vorbei, ©

Während die Hansa-Fans die Tribünen ganz für sich allen hatten - Gästefans waren nicht zugelassen -, versuchten die Rostocker Profis die Hoheit auf dem Spielfeld zu erlangen. Mit großem Einsatz und meistens mit mehreren Spielern störten die Hanseaten von Beginn an den Spielaufbau der Gäste. Das nervte die Schwaben-Elf und begeisterte den Anhang der Ostseestädter.

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Mit dieser aggressiven Einstellung hielten die Blau-Weißen den Gegner weitgehend unter Kontrolle und kamen selbst zu Gelegenheiten. Doch John Verhoek konnte den Ball nicht unter Kontrolle bringen, nachdem VfB-Keeper Gregor Kobel ihn nicht festgehalten hatte (4.). Wenig später zog Manuel Farrona Pulido von der halbrechten Seite ab, traf aber nur das Außennetz des Stuttgarter Kastens.

Härtel hatte seine Aufstellung im Vergleich zum Landespokal-Finale gegen den Torgelower FC (3:0) auf drei Positionen verändert: während Korbinian Vollmann, Manuel Farrona Pulido und Jan Löhmannsröben von Beginn an ran durften, saßen Björn Rother Sven Sonnenberg und Maurice Litka zunächst auf der Bank.

20 Minuten lang ließen die Hausherren den Bundesliga-Aufsteiger nicht zur Entfaltung kommen - und dann war Markus Kolke da. Der 30-jährige neue Hansa-Kapitän rettete mit starker Faustabwehr einen Schuss ab (19.) und lenkte den nächsten von Wataru Endu nach einer tollen Flug-Einlage gerade noch mit den Fingerspitzen zur Ecke (23.).

Es war bitter, dass Farrona Pulido die bis dahin beste Gelegenheit des FCH nach 34. Minuten nicht nutzen konnte. Nach einem Freistoß war der Hansa-Neuzugang an den Ball gekommen, hatte ihn aber am Tor vorbeigesetzt.

Die Stuttgarter waren in der ersten Halbzeit nur in Bezug auf die Chancenverwertung besser: Nach einem Distanzschuss von Daniel Didavi, der an den rechten Innenpfosten geknallt war, sprang der Ball vor die Füße von Wamangituka. Der 20-jährige Kongolese musste nur noch seinen Fuß hinhalten, um zu vollenden.

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Nach der Pause kämpften die Härtel-Schützlinge weiter aufopferungsvoll,. Gegen die kompakten und technisch versierten Stuttgarter verlagerte sich das Geschehen zunehmend in Hansas Hälfte. Zwar versuchte es Bentley Baxter Bahn (57.) aus der Distanz. Es fehlte jedoch abermals an Präzision. So wie John Verhoek, der den Ausgleich hätte erzielen müssen: ganz allein vor Torhüter Kobel brachte der Holländer den Ball aber nicht im Tor unter (62.). Dennoch: es war das "Hallo-wach-Signal" für die Spieler und ihre Fans. Hansa rannte bis zum Schluss leidenschaftlich an. Und hatte in der 90. Minute nochmal die Chance, die Verlängerung zu erzwingen. Doch Breier kam zu spät. In der Nachspielzeit verwehrte Schiri Felix Zwayer den Hausherren dann noch einen Hand-Elfmeter. Es war die letzte aufwühlende Aktion eines denkwürdigen Pokal-Nachmittags.

Während die Stuttgarter am gegen Sonnabend mit dem Heimspiel gegen Freiburg in die Bundesliga-Saison starten, empfängt der FC Hansa am gleichen Tag den MSV Duisburg (14 Uhr) zum Start in die Drittliga-Saison.