04. Februar 2020 / 23:20 Uhr

DFB-Pokal kompakt: Wie im Vorjahr! Werder Bremen schießt BVB raus – Schalke stoppt Klinsmann

DFB-Pokal kompakt: Wie im Vorjahr! Werder Bremen schießt BVB raus – Schalke stoppt Klinsmann

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Erling Haaland (l.) ist mit dem BVB im Achtelfinale ausgeschieden. Der BVB setzte sich dagegen gegen Hertha durch.
Erling Haaland (l.) ist mit dem BVB im Achtelfinale ausgeschieden. Der BVB setzte sich dagegen gegen Hertha durch. © imago images/Montage
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Borussia Dortmund ist raus! Der BVB scheiterte wie schon im Vorjahr im Achtelfinale des DFB-Pokals an Werder Bremen - und war im Weserstadion kaum wiederzuerkennen. Für Schalke 04 und Hertha ging es in die Verlängerung, nach 0:2-Rückstand gewann S04 am Ende noch.

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Werder Bremen - Borussia Dortmund 3:2 (2:0)

The trend is your friend - heißt es ja eigentlich. Im Weserstadion war von den Trends beider Mannschaften zunächst allerdings nichts zu spüren. Die dramatische Werder-Krise mit acht Pleiten aus den letzten zehn Spielen? Schien wie weggeblasen. Und Dortmunds ultrastarke Offensive mit 15 Toren aus den vergangenen drei Partien? Harmlos wie ein laues Lüftchen. Der BVB trat zunächst ohne die Neuzugänge Erling Haaland (sieben Tore aus drei Spielen) und Emre Can ausgesprochen harmlos auf. Die Akzente setzte fast ausschließlich Werder.

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Die einzige BVB-Chance im ersten Durchgang war die Ausnahme: Vogt konnte nach einer starken Hakimi-Flanke allerdings gerade so vor dem einschussbereiten Reus (4.) klären. Anschließend riss Werder die Kontrolle an sich und kam nach 16. Minuten und einem katastrophalen Fehlpass von Hakimi durch Rückkehrer Davie Selke zum 1:0. Auch Brandt und BVB-Keeper Hitz (der Stammkraft Bürki vertrat) sahen nicht gut aus. Der BVB versuchte sich ohne Mittelstürmer, es klappte allerdings sehr wenig. Anders Werder: mit einem Traumtor stellte Leonardo Bittencourt (30.) auf 2:0. Der Ex-Dortmunder nahm eine Abwehraktion per Dropkick und überwand Hitz.

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Werder Bremen hat die Pokal-Sensation gegen den BVB geschafft. Alle Spieler hier in der Einzelkritik. Zur Galerie
Werder Bremen hat die Pokal-Sensation gegen den BVB geschafft. Alle Spieler hier in der Einzelkritik. ©

Der BVB probierte es im zweiten Durchgang dann doch mit einem Stürmer, Trainer Lucien Favre brachte Erling Haaland in die Partie. Konnte der Norweger seine eindrucksvolle Serie weiterführen und auch gegen den SVW (der seinerseits auf den angeschlagenen Selke verzichten musste) treffen? Die Dortmunder blieben im Abschluss zu unkonkret - und wenn man dann doch mal durchkam, war Werders vielbeinige Abwehr zur Stelle. Haaland konnten die Bremer dennoch nicht verteidigen - der Norweger (67.) drückte einen Chip von Brandt zum Anschluss über die Linie. Bremen schlug jedoch sofort zurück: Rashica (70.) riss mit einem schnellen Lauf eine Riesen-Lücke in die BVB-Abwehr und ließ Hitz alt aussehen - 3:1.

Geschlagen waren die Dortmunder aber noch nicht - und Favre bewies ein glückliches Händchen. Der eingewechselte, erst 17-jährige US-Amerikaner Giovanni Reyna (79.) wackelte erst die halbe Werder-Deckung aus und schloss mit einem Schuss in den Winkel ab - aus dem Stand. Ein wunderschöner Treffer, sein erster für die Dortmunder Profis. In der Schlussphase wurde es hitzig, nach einer vermeintlichen Reyna-Schwalbe und einem Schubser von Moisander sahen beide nach Videobeweis Gelb. Reus (87.) schoss aus kurzer Distanz genau auf Pavlenka. Es war die letzte Aktion des Kapitäns, der mit schmerzverzerrtem Gesicht vom Platz musste - für ihn kam Neuzugang Emre Can ins Spiel. Haaland (90.+3) vergab per Kopf das mögliche 3:3.

BVB in Noten: Die Einzelkritik gegen Werder Bremen

Bittere Niederlage für Borussia Dortmund im DFB-Pokal gegen Werder Bremen. Alle BVB-Spieler hier in der Einzelkritik. Zur Galerie
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FC Schalke 04 - Hertha BSC 3:2 (2:2, 0:2) n.V.

Die nach 120 Minuten am Ende glücklosen Berliner traten in der Veltins Arena zum ersten Mal mit Rekord-Neuzugang Krzysztof Piatek in der Startelf auf. Der Pole brachte der Mannschaft von Trainer Jürgen Klinsmann zunächst Glück - gemeinsam mit seinem ebenfalls starken Sturmpartner, dem arbeitsamen Pascal Köpke.

Der Ex-Dresdner zeichnete nach gerade einmal zwölf Minuten für das 1:0 der Gäste verantwortlich: Der kleine Stürmer wurde von Wolf bedient und überwand Schalke-Keeper Alexander Nübel zum 1:0. Der künftige Bayern-Star stand erstmals seit der Wechsel-Ankündigung in einem Heimspiel wieder in der S04-Startelf - Proteste gab es keine.

Schalke fand beinahe umgehend eine Reaktion, Harit (14.) scheiterte an Keeper Jarstein und Verteidiger Jordan Torunarigha, die mit vereinten Kräften einen Einschlag verhinderten. Insgesamt blieb Schalkes Angriffsreihe aber blass. Dafür stand man hinten gegen Herthas schnelle Konter nicht gut genug. Köpke verlud Schalkes Neuzugang Jean-Clair Todibo bei dessen Startelf-Debüt und bediente Piatek, der das 2:0 erzielen konnte - sein erstes Tor für die Berliner. Nübel war noch dran, sah allerdings nicht gut aus. Mit einer Einzelaktion von der rechten Seite konnte Daniel Caligiuri (76.) auf 1:2 verkürzen. Es war erst der Anfang: Harit (82.) glich aus - durch die Beine tunnelte Jarstein zum 2:2.

Die Einzelkritik von Hertha BSC gegen den FC Schalke 04

<b>Tor:</b> Rune Jarstein (22) Zur Galerie
Tor: Rune Jarstein (22) ©

Es ging in die Verlängerung - und da wurde es kurios. Nach einem Zusammenprall von Torunarigha und David Wagner an der Seitenlinie wollte der Schalke-Trainer dem Berliner Verteidiger aufhelfen. Der ärgerte sich über den Fall, warf einen Wasserkasten von sich und drückte Wagner heftig weg. Das Resultat: Torunarigha sah Gelb-Rot, Wagner Rot; eine harte und noch dazu kuriose Entscheidung von Schiedsrichter Harm Osmers, denn der S04-Coach hatte sich eigentlich nichts zuschulden kommen lassen.

In Unterzahl liefen die Berliner in einen Konter - nach einem eigenen Eckball. Der eingewechselte Benito Raman rannte durch die halbe Berliner, seinen Gegenspielern einfach davon. Der Belgier tunnelte Jarstein, stellte in der 115. Minute auf 3:2.