14. September 2020 / 20:26 Uhr

Eine Runde weiter: Hannover 96 mit kleinen Problemen gegen die Würzburger Kickers

Eine Runde weiter: Hannover 96 mit kleinen Problemen gegen die Würzburger Kickers

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Hannover 96 setzt sich im DFB-Pokal gegen die Würzburger Kickers durch.
Hannover 96 setzt sich im DFB-Pokal gegen die Würzburger Kickers durch. © imago images/foto2press
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Hannover 96 setzt sich in der ersten Runde des DFB-Pokals mit 3:2 (1:0) gegen die Würzburger Kickers durch. Hendrik Weydandt (23.), Dominik Kaiser (59.) und Timo Hübers (78.) machen den 96-Sieg perfekt. Sieben Neuzugänge kamen am Montagabend zu ihrem Pflichtspieldebüt.

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Felix Magath hat ja schon viel schönen Fußball gesehen und Pokaltriumphe gefeiert. Am Montagabend hatte der Chef des Würzburger Sponsoren-Projekts wenig Freunde hinter seiner roten Super-Felix-Maske. Hannover 96 kam als Bösewicht und Spielverderber, zog ohne Glamour mit 3:2 in die nächste Pokalrunde ein. Hendrik Weydandt, Dominik Kaiser und Timo Hübers erzielten die 96-Treffer, von denen mindestens vier mehr hätten fallen müssen. Der Zweitiga-Aufsteiger Würzburg darf sich in dieser tapferen, aber eher harmlosen Besetzung schon mal auf den Abstiegskampf einstellen. Der letzte Treffer zum 2:3 per Elfer war eher geschenkt gewesen. Das wird dem erfolgsgewohnten Magath alles nicht gefallen haben.

Würzburg läuft witzigerweise mit der Filmmusik der guten alten Actionserie „A-Team“ aufs Feld. Würzburg trat – bei allem Engagement - eher wie eine B-Besetzung für die 2. Liga auf. In derselben Klasse spielt ab kommenden Samstag auch Hannover. Wenn 96 Tempo machte, kam Würzburg nicht mit. Genki Haraguchi schwang sich durch das roboste Kickers-Mittelfeld wie ein roter Blitz im grünen Auswärtstrikot.

Bilder zum DFB-Pokalspiel zwischen den FC Würzburger Kickers und Hannover 96 (1. Runde)

96-Trainer Kenan Kocak steht vor Spielbeginn auf dem Platz.  Zur Galerie
96-Trainer Kenan Kocak steht vor Spielbeginn auf dem Platz.  ©

Der erste Angriff lief bereits über den Japaner (4. Minute), aber Hendrik Weydandt entschloss sich, es zu schön zu machen mit einer Vorlage für Sturmpartner Marvin Ducksch. Chance verpasst. „Abdruck, Henne!“ rief 96-Trainer Kenan Kocak. Weydandt gehorchte. Nach einem Befreiungsschlag von Timo Hübers fuhr Weydandt Karussell mit Würzburg-Kapitän Daniel Hägeler und – drückte ab zum 1:0.

Ducksch bekam kurz darauf einen ähnlich langen Ball in Füße, verzog aber allein vor Torwart Fabian Giefer (30.). Dann legte sich Haraguchi den Ball nach Duckschs Pass zu weit vor – beide Chancen hätten Tore werden müssen (38.).

Kocak und Co-Trainer Asif Saric schimpften außerdem, wenn es Hannover in Zweikämpfen an Biss fehlte. Genau in den Phasen wurde zäh für den Favoriten – und bei Standards dann sogar ziemlich gefährlich.

"Kommunikation, das ist doch nicht so schwer!"

96 ließ immer wieder Vorstöße des Würzburger Rechtsverteidigers Frank Ronstadt zu. Kocak schimpfte dann auch lautstark: „Kommunikation, das ist doch nicht so schwer!“

Ducksch und Würzburg-Trainer Michael Schiele nahmen den Hinweis sehr wörtlich. Nach einem Foul an Haraguchi schimpfte der 96-Stürmer und lieferte sich einen verbalen Zweikampf mit Schiele. „Wie, halt die Schnauze?“, fragte Ducksch laut. „Hast du einen an der Murmel oder was?.“

Die Murmel lief dann weiter und ruhiger Richtung 96-Sieg. Zuvor hatte sich Hägele erneut abkochen lassen. Nach einer Flanke des neuen Japaners Sei Muroya ließ Ducksch den Würzburger Kapitän schlecht aussehen. Hägeles bester Kumpel Dominik Kaiser schloss ab zum 2:0 (59.): Kaiser belohnte sich für eine gute Leistung endlich mit einem Treffer, überhaupt sein erster für 96. Das, sagte er vergangene Woche, „will ich noch verbessern“.

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Standards bleiben weiter ein Problem

Für die Krönung sorgte Timo Hübers mit dem 3:0 nach Kaiser-Ecke (78.). In den letzten sechs Minuten durfte sich sogar die neue 96-Tempowaffe Patrick Twumasi noch mit ein paar Sprints zeigen.

Im ordentlichen Pflichtspielauftakt gab es tatsächlich noch genug zu meckern: Das 1:3 beispielsweise, ein Kopfball von Arne Feick (89.), als 96 wie früher bei einem Eckstoß schlief. Oder das nicht erzielte 4:1 von Florent Muslija (90.). Oder der Elfer zum 2:3 (90.+5) durch Robert Herrmann – erneut nach einem Standard. Das aktuelle A-Team von 96 ist ja auch noch nicht fertig. Im Ergebnis schlugen sich die Schwächen im Kader nicht nieder, weil Würzburg sehr zuverlässig Fehler machte.