29. Oktober 2020 / 16:43 Uhr

Streit um DFB-Pokalspiel gegen Schalke geht weiter: Türkgücü München prüft Gang vor BGH

Streit um DFB-Pokalspiel gegen Schalke geht weiter: Türkgücü München prüft Gang vor BGH

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Türkgücü München prüft wegen der Niederlage vor dem BFV-Schiedsgericht den Gang vor den BGH.
Türkgücü München prüft wegen der Niederlage vor dem BFV-Schiedsgericht den Gang vor den BGH. © imago images/ActionPictures (Montage)
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Auch nach der Entscheidung des BFV-Schiedsgerichts gibt Türkgücü München im Streit um das DFB-Pokalspiel gegen Schalke 04 nicht auf. Der Drittligist prüft nun den Gang vor den Bundesgerichtshof.

Drittligist Türkgücü München will die Niederlage vor dem Schiedsgericht im Streit um die Teilnahme am DFB-Pokal nicht hinnehmen. "Wir prüfen aktuell intensiv unsere Möglichkeiten", sagte Geschäftsführer Max Kothny dem Münchner Merkur und der tz und bekräftigte: "Wenn wir vor dem Bundesgerichtshof Erfolgsaussicht haben, ziehen wir auch vor die höchste Instanz." Das unabhängige Schiedsgericht des Bayerischen Fußball-Verbands hatte am Dienstagabend beschlossen, dass wie ursprünglich vom BFV geplant der 1. FC Schweinfurt im DFB-Pokal gegen Schalke 04 spielen darf. Dem waren mehrere Wochen juristischer Auseinandersetzungen vorausgegangen. Türkgücü glaubt, ein Anrecht auf das Pokal-Highlight zu haben.

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Offen ist, wie es im zivilrechtlichen Verfahren weiter geht. Dort wurde nach einem Urteil des Landgerichts München das OLG angerufen. Dass die Partie zwischen Schalke und Schweinfurt am Dienstag gestoppt wird, ist unwahrscheinlich; nun geht es eher um Schadenersatz. Der Drittliga-Aufsteiger fühlt sich im Recht, auch moralisch. "Wir werden jetzt so dargestellt, als hätten wir den deutschen Fußball ruiniert. Es ist aber doch wichtig, dass sich ein Verein traut, bei solch einer großen Thematik vor die Gerichte zu ziehen", meinte Kothny, der die Entscheidung vom Dienstag zuvor bereits scharf beim SPORTBUZZER kritisiert hatte.

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"Wir waren vor riesigen Gerichten - und gehen nun zu einem Micky-Maus-Gericht, das mal eben eine zehnseitige Beschlussfassung vorlegt. Die Verhandlung hat im Sitzungssaal eines Hotels stattgefunden, unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Das sagt doch alles aus", schimpfte der Klubchef über das BFV-Schiedsgericht. Der BFV hatte während des ersten Corona-Lockdowns beschlossen, seine Regionalliga-Saison zu unterbrechen, den Tabellenführer Türkgücü als Aufsteiger zu melden und die zweitplatzierten Schweinfurter dafür im DFB-Pokal antreten zu lassen. Gegen diesen Kompromiss aber gingen die Münchner vor und gaben vor Gericht vor allem Verfahrensfehler an.