16. August 2021 / 18:49 Uhr

Pokal-Ausschluss des VfL Wolfsburg: So erklärt DFB-Richter Stephan Oberholz das Urteil

Pokal-Ausschluss des VfL Wolfsburg: So erklärt DFB-Richter Stephan Oberholz das Urteil

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Das DFB-Sportgericht um den Vorsitzenden Stephan Oberholz hat am Montag zugunsten von Preußen Münster entschieden.
Das DFB-Sportgericht um den Vorsitzenden Stephan Oberholz hat am Montag zugunsten von Preußen Münster entschieden. © IMAGO/osnapix/Köhn (Montage)
Anzeige

Bittere Pille für den VfL Wolfsburg: Der Bundesligist ist vom DFB-Sportgericht am Montag nach einem Wechselfehler in der ersten Pokalrunde gegen Preußen aus dem DFB-Pokal ausgeschlossen worden. DFB-Richter Stephan Oberholz erklärte das Urteil – mit der Verantwortlichkeit des VfL zur Regelkunde.

Preußen Münster steht in der zweiten Runde des DFB-Pokals. Zwar hat der VfL Wolfsburg das Erstrundenspiel gegen den Regionalligisten aus Nordrhein-Westfalen mit 3:1 nach Verlängerung für sich entschieden. Dem neuen VfL-Trainer Mark van Bommel unterlief aber ein Wechselfehler. Der Niederländer hatte mit Admir Mehmedi in der Verlängerung einen sechsten frischen Spieler gebracht – ein Regelbruch, der am Montag vor dem DFB-Sportgericht zur Disqualifikation führte. "Für die Ein- und Auswechslungen sind die Vereine selbst verantwortlich", erklärte Stephan Oberholz, der stellvertretende Vorsitzende des DFB-Sportgerichts, in der Urteilsbegründung.

Anzeige

"Zu ihren Grundpflichten gehört, sich über die Auswechselmöglichkeiten zu informieren und entsprechend zu handeln", so Oberholz weiter. "Gegen diese Pflicht hat der VfL Wolfsburg verstoßen und damit leichtfertig und vermeidbar den zentralen Fehler beim unzulässigen sechsten Einwechselvorgang begangen." Die Wolfsburger könnten daher auch kein "entlastendes Verschulden des Schiedsrichterteams" anführen. Angeblich hatte sich die Wolfsburger Bank während des Spiels mehrfach beim vierten Offiziellen erkundigt, ob die geplanten Wechsel erlaubt seien – und offenbar habe man das "Go!" dafür bekommen.

Für Stephan Oberholz spielte das in der Urteilsfindung keine Rolle: "Es kann offenbleiben, ob der 4. Offizielle beim Wechselvorgang die Verantwortlichen des Klubs falsch beraten oder unzutreffende Auskünfte erteilt hatte. Selbst wenn man eine solche falsche Information unterstellt, ist der zentrale Ausgangfehler dem Verein anzulasten, so dass eine etwaige Mitverantwortlichkeit der Schiedsrichter vollständig zurücktritt."

Anzeige

Wolfsburg kann noch in Berufung gehen

In Beton gegossen ist das Urteil – und somit auch das Wolfsburger Pokal-Aus – noch nicht: Binnen 24 Stunden können die Niedersachsen in Berufung gehen. Sollte sich der VfL zu diesem Schritt entschließen, würde im Rahmen der Sportgerichtsbarkeit das DFB-Bundesgericht unter Vorsitz von Richter Achim Späth endgültig über den Sachverhalt entscheiden.