25. Februar 2020 / 07:49 Uhr

DFB-Präsident Fritz Keller verurteilt Fadenkreuz-Plakat in Gladbach: "Versteckte Morddrohung"

DFB-Präsident Fritz Keller verurteilt Fadenkreuz-Plakat in Gladbach: "Versteckte Morddrohung"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
DFB-Präsident Fritz Keller hat das Schmäh-Plakat gegen Dietmar Hopp mit scharfen Worten verurteilt.
DFB-Präsident Fritz Keller hat das Schmäh-Plakat gegen Dietmar Hopp mit scharfen Worten verurteilt. © dpa
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Mit scharfen Worten hat DFB-Präsident Fritz Keller das beim Bundesliga-Spiel zwischen Borussia Mönchengladbach und der TSG 1899 Hoffenheim von den Gladbach-Anhängern gezeigte Fadenkreuz-Plakat verurteilt. Es sei seines Erachtens eine versteckte Morddrohung gewesen.

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DFB-Präsident Fritz Keller hat das Fadenkreuz-Plakat beim Bundesligaspiel zuletzt in Mönchengladbach scharf verurteilt. "Das mit diesem Fadenkreuz ist meines Erachtens eine versteckte Morddrohung. Das geht auf keinen Fall“, sagte der DFB-Chef der Bild . "Wenn wir das sehen und den Vorfall in Hanau – wissen wir, dass in unserer Gesellschaft etwas nicht stimmt. Hass hat aber nichts, auch gar nichts im Stadion zu suchen", sagte Keller auch mit Blick auf den rechtsextremistischen Terroranschlag vergangene Woche in Hanau.

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Am Samstag war es dann zu den Beleidigungen und Schmähungen aus der Nordkurve im Borussia-Park gegen den Mehrheitseigner und Mäzen von Gegner 1899 Hoffenheim, Dietmar Hopp, gekommen. Der DFB-Kontrollausschuss hat die Ermittlungen aufgenommen, der Verein arbeitet mit der Polizei an der Identifizierung der Täter, die das Fadenkreuz-Plakat gezeigt hatten.

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DFB-Präsident Fritz Keller setzt auf Selbstreinigungsprozess

Keller fordert stärkere Kontrollen, dass so etwas nicht ins Stadion komme. Er setze auch auf die Vernunft der Leute, das müsse ein Selbstreinigungsprozess sein. "Ich halte nichts davon, mit Polizeikräften da reinzumarschieren", sagte der 62-Jährige und legte noch nach. "Einen Polizeieinsatz halte ich für eine absolute Katastrophe."

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Borussia Mönchengladbach und auch Schiedsrichter Felix Brych, der die Partie für ein paar Minuten unterbrochen hatte, hätten richtig gehandelt. "Und jetzt müssen wir hoffen, dass die Gerichtsbarkeit die richtige Entscheidung trifft. Diese Idioten und diese kriminellen Teile haben nichts beim Fußball zu suchen", sagte Keller.

Gladbach-Boss Eberl kritisiert Anhänger wegen des Hopp-Plakats scharf

Gladbach-Sportdirektor Max Eberl hatte die Anhänger während der von Schiedsrichter Brych verhängten Spielunterbrechung sichtlich erregt konfrontiert. Auch Gladbachs Kapitän Lars Stindl war vor die Tribüne getreten. Für derartige Aktionen wolle man nicht stehen, versicherte Eberl. "Wir haben vor dem Spiel ein klares Statement gesetzt mit der Schweigeminute für ein dramatisches Ereignis, was diese Woche passiert ist (die offenbar rassistisch motivierten Morde von Hanau, d. Red.). Wir sind gegen Rassismus und Ausgrenzung und dann müssen 50 Hornochsen so ein Plakat hochhalten. Dafür schäme ich mich."

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Laut Hoffenheim-Trainer Alfred Schreuder habe der Klub sogar kurzfristig über einen Spielabbruch nachgedacht: "Ich habe gesagt: Wenn das Plakat nicht verschwindet, gehen wir heim. Dann können sie die drei Punkte haben", so der Coach. Sein Torhüter Oliver Baumann zeigte sich ebenfalls tief bestürzt und wählte deutliche Worte "So ein Plakat fällt schon unter Morddrohung, so etwas geht gar nicht", sagte der Keeper bei Sky.