11. Juli 2020 / 16:56 Uhr

DFB-Präsident Keller: Jedes Jahr FC Bayern als Meister "wird gähnend langweilig" - "Mehr Transparenz"

DFB-Präsident Keller: Jedes Jahr FC Bayern als Meister "wird gähnend langweilig" - "Mehr Transparenz"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
DFB-Präsident Fritz Keller (links) hat sich kritisch zur vermeintlichen Dominanz des FC Bayern in der Bundesliga und im DFB-Pokal geäußert.
DFB-Präsident Fritz Keller (links) hat sich kritisch zur vermeintlichen Dominanz des FC Bayern in der Bundesliga und im DFB-Pokal geäußert. © Güngör/GES/Feil/M.iS./Pool/Perenyi/Imago Images
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DFB-Präsident Fritz Keller hat sich in einem Interview des "SWR" kritisch zur Dominanz des FC Bayern München geäußert. Diese schade auf Dauer auch den Bayern selbst, so der Verbandschef, der sich auch zu einer möglichen Fan-Rückkehr in die Stadien äußerte.

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Die vermeintliche Langeweile in der Bundesliga durch die erdrückende Dominanz des FC Bayern München ist nach Meinung von DFB-Präsident Fritz Keller offenbar ein Problem. „Für den Fußball ist es sicherlich nicht förderlich, wenn wir immer denselben Meister und immer denselben Pokalsieger haben“, sagte der Chef des Deutschen Fußball-Bunds dem SWR. Es brauche „mehr Transparenz“ und ein Nachhaltigkeitskonzept, das weit über ein Financial Fairplay hinausgehe. „Das schadet übrigens auch Bayern, wenn sie jedes Jahr deutscher Meister und deutscher Pokalsieger werden. Das wird gähnend langweilig, und das will kein Mensch im Fußball.“ Der FC Bayern hatte zuletzt den achten Meistertitel in Serie gefeiert.

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DFB-Chef Keller hofft wieder auf volle Stadien

Die Coronakrise habe gezeigt, dass es Vereine gebe, die keine Rücklagen hätten. Unter anderem ist der ohnehin angeschlagene FC Schalke 04 durch die Auswirkungen der Pandemie unter zusätzlichen finanziellen Druck geraten. Es brauche ein Nachhaltigkeitskonzept, das „ökonomisch, ökologisch und sozial verträglich“ sei, sagte Keller in dem am Samstag ausgestrahlten Interview. Auch eine Gehaltsobergrenze müsse geprüft werden, diese solle aber nicht starr fixiert sein. „Es muss abhängig gemacht werden vom Eigenkapital“, sagte Keller. „Wenn du mehr erwirtschaftest, wenn du mehr sparst, kannst du mehr ausgeben. Aber du kannst nur so viel ausgeben, wie du einnimmst.“

Das sind die Vorgänger von DFB-Präsident Fritz Keller

Fritz Keller (links) ist der designierte DFB-Präsident: Theo Zwanziger (zweiter von links), Wolfgang Niersbach
 (dritter von links) und Egidius Braun (rechts) gehören zu seinen Vorgängern. Zur Galerie
Fritz Keller (links) ist der designierte DFB-Präsident: Theo Zwanziger (zweiter von links), Wolfgang Niersbach (dritter von links) und Egidius Braun (rechts) gehören zu seinen Vorgängern. ©

Keller machte sich außerdem dafür stark, mit Hilfe flächendeckender Corona-Tests wieder Zuschauer in die Stadien zu lassen. „Wir müssen alles daran setzen, dass wir wieder Zuschauer in die Stadien reinkriegen“, sagte der 63-Jährige. „Mein Traum wäre es, über Testungen irgendwann auch wieder ein volles Stadion zu kriegen. Das wäre nicht nur für den Sport, sondern für den Kulturbetrieb und die Wirtschaft wichtig.“ Allerdings müssen man "da wirklich auf die Wissenschaftler hören". Nach dem Neustart der Bundesliga Mitte Mai war die Saison ausschließlich mit Partien ohne Publikum beendet worden. Union Berlin hatte zuletzt angekündigt, die Tests für seine Fans bezahlen und so das Stadion An der Alten Försterei wieder komplett füllen zu wollen.