28. Januar 2020 / 17:28 Uhr

DFB-Präsident Fritz Keller lobt Tabellenführer RB Leipzig: „Weil sie wissen, was sie wollen“

DFB-Präsident Fritz Keller lobt Tabellenführer RB Leipzig: „Weil sie wissen, was sie wollen“

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
DFB-Präsident Fritz Keller war am 120. Jahrestag der Gründung des DFB in Leipzig zugegen.
DFB-Präsident Fritz Keller war am 120. Jahrestag der Gründung des DFB in Leipzig zugegen. © dpa
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DFB-Boss Fritz Keller schmückt die Festivitäten zum 120. Geburtstag des DFB in Leipzig und hat lobende Worte für den Bundesliga-Spitzenreiter aus der Gründerstadt übrig. 

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Leipzig. Am 28. Januar 1900 trafen sich im Restaurant „Zum Mariengarten“ Vertreter von 86 Vereinen, hatten großen Appetit auf Großes: Die Gründung des Deutschen Fußball-Bundes. Viele Erfolge und DFB-Präsidenten später nahm der aktuelle und 13. Amtsinhaber gestern eine prominent besetzte Geburtstagsrunde mit in die Geschehnisse jenes historisch-gastronomischen Datums. Weil den Delegierten um die Mittagszeit der Magen in der Kniekehle hin, wurden kurz vorm Mittagessen Tatsachen und der DFB geschaffen. „Hier an diesem Ort“, so Fritz Keller in den Räumlichkeiten der Büttnerstraße 10, „vor lauter Hunger.“

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Erster Meister aus der Gründerstadt

Keller ist Winzer, 62, tauschte am 27. September 2019 seinen Chefsessel beim SC Freiburg gegen den beim DFB. Und er schmückte das Begängnis zum 120. Geburtstag des weltweit mitgliederstärksten Fachverbandes, war Hauptredner bei einer vom MDR live im Internet übertragenen Diskussion zur Vergangenheit und Zukunft des Fußballs. Mit am Mikro: Moderatorin Stephanie Müller-Spirra, MDR-Sportchef Raiko Richter - und Hermann Winkler.

Die Verführungskünste des sächsischen Fußball-Chefs und Hansdampf sind bekannt. Winkler hat Keller nach Leipzig gelockt. Und er hat die Volksbank Mittweida und die Hochschule Mittweida davon überzeugt, das geschichtsträchtige Gebäude in der Büttnerstraße 10 mit Leben zu füllen. Ein Forschungslabor für den boomenden e-sport ist in der Mache. „Ein wunderbarer Bogen zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft“, so Winkler. Aus Lümmelei wird Fußball, aus Seil wird die Querlatte: Der erste Deutsche Meister kommt, na klar, aus der Gründerstadt. Der VfB Leipzig holt sich 1903 den Titel, lässt 1906 und 1913 zwei weitere folgen. Fußball wird zum zweitschönsten Hobby der Deutschen. Ost und West duellieren sich beim legendären Spiel in Hamburg anno 1974. Der Dresdner Helmut Schön muss nach Herrn Sparwassers Tor zusammen mit Franz Beckenbauer die losen BRD-Enden zueinander führen. Dann wächst auch im Fußball zusammen, was zusammen gehört.

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„Ich freue mich für den ganzen Osten“

Weil der 120. Geburtstag ein besonderer ist, ist nicht nur Fritz Keller vor Ort. Gesichtet: Dynamo-Ikone Dixie Dörner, VfB-Urgestein Torsten Kracht, Burkhard Jung, Wolf-Dietrich Rost, Ralf Rangnick, Anja Mittag. Keller will das Faszinosum Fußball erhalten, würde bei der EM gerne ins (Halb)Finale, fordert Rentenpunkte für die Helden des Fußball, die EhrenamtlerInnen. Und Keller holt RB-Hebamme Rangnick ins Boot: „Wer ist Tabellenführer, Herr Rangnick? RB Leipzig. Warum ist das so? Weil sie wissen, was sie wollen und über den Tag hinaus denken. Großartig, ich freue mich für den ganzen Osten.“


Raiko Richter will starke Sport-Stimme des Ostens bleiben und hätte gerne (mehr) Länderspiele in Leipzig, Dresden, Rostock und Magdeburg. Stephanie Müller-Spirra fragt bei Keller nach, ob die Auslosung der DFB-Pokal-Spiele nicht auch in der Büttnerstraße 10 stattfinden könnte. Eher weniger, das Dortmunder Fußball-Museum ist diesbezüglich gesetzt. Nach der Geburtstagsfeier ist vor dem Abflug. Fritze flink Keller muss nach Bratislava. Termine. Guido Schäfer und Arthur Müller