22. Juli 2020 / 12:55 Uhr

DFB-Präsident Fritz Keller mahnt: "Wir brauchen eine neuen Kultur im Fußball"

DFB-Präsident Fritz Keller mahnt: "Wir brauchen eine neuen Kultur im Fußball"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Will eine Kultur-Veränderung im Fußball: DFB-Präsident Fritz Keller.
Will eine Kultur-Veränderung im Fußball: DFB-Präsident Fritz Keller. © Thomas Boecker/Getty Images
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DFB-Präsident Fritz Keller fordert in einem Podcast des Verbandes ein Umdenken im Fußball. Es soll ein System der Nachhaltigkeit etabliert werden. Zudem ruft er zum Zusammenhalt auf: "Es gibt nur einen Fußball".

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Er ist angetreten, um anders zu sein. Der neue DFB-Präsident Fritz Keller will im Fußball etwas bewegen. Das machte er nun in einem Podcast des Verbandes noch einmal deutlich. "Jedem nach dem Mund reden – das funktioniert nicht. Das müssen wir auch im Fußball überdenken", sagte er im Podcast Everydayleadership. "Wir brauchen eine neue Kultur. Es hängt nicht alles von einer Saison ab. Wir müssen neue Systeme finden, wie die Leute für Nachhaltigkeit belohnt werden. Dann trifft man Entscheidungen, die erst in ein, zwei Jahren Erfolg bringen."

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So soll der Fußball gewinnen, meint Keller. Schließlich passiere es aktuell viel zu häufig, dass langfristige Planungen gänzlich über Bord geworfen werden, wenn es einmal nicht so läuft. Dann würden Trainer entlassen und neue Spieler für viel Geld verpflichtet. "Man gibt Geld aus und hat keine Rücklagen mehr für die nächste Saison", mahnte der DFB-Präsident.

DFB muss sich verändern

So wünsche er sich auch beim DFB ein Umdenken. "Der Wunsch ist, eine Kulturänderung hinzukriegen. Wir müssen nachdenken, warum wir das machen. Es ist 'nur' Fußball, aber es ist Fußball", sagte er. Allerdings sei der Verband "ein Dampfer, kein Ruderboot". Es gehe deswegen nicht so schnell mit den Veränderungen, wie er sich das vielleicht selbst erhofft hatte, als er die Nachfolge von Reinhard Grindel antrat.

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Keller, der selbst Jahre lang den SC Freiburg als Präsident führte, will den Fußball wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholen. Er beschwört dafür die Einfachheit des Spiels. "Es müssen mehr Impulse kommen. Wir müssen den Fußball wieder in den Vordergrund stellen. Dem muss man andere Dinge unterordnen. Wir müssen besser reflektieren und aufhören, eine Behörde zu sein. Die Gedanken sollen quer laufen. Wir wollen die Silos aufbrechen und einen See machen", so der 63-Jährige.

Keller mahnt: "Es gibt nur einen Fußball"

Dafür soll auch die neue DFB-Akademie ein Anstoß sein. "Da kann man endlich auch wieder Gras riechen. Da sieht man jeden Tag, um was es geht. Da wird ein neues Miteinander möglich sein. Alle müssen zusammen etwas bewegen. Wir müssen an der Verantwortung arbeiten, ein Team zu werden. Von den Landesverbänden, von der Kreisliga bis zur Champions League. Es gibt nur einen Fußball. Es gibt keinen Frauen-Fußball, keinen Kinderfußball, keine Bundesliga, keine Champions League, keine Kreisliga. Es gibt nur einen Fußball", sagt Keller.