17. Mai 2021 / 11:49 Uhr

Rücktritt offiziell: Fritz Keller nicht mehr DFB-Präsident

Rücktritt offiziell: Fritz Keller nicht mehr DFB-Präsident

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Fritz Keller ist nicht mehr DFB-Präsident.
Fritz Keller ist nicht mehr DFB-Präsident. © IMAGO / Sven Simon
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Fritz Keller hat seinen Rücktritt als Präsident des Deutschen Fußball-Bundes offiziell vollzogen. Der Verband steht nun vor einem Neuanfang - auf Kellers Nachfolger warten große Herausforderungen.

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Der Rücktritt von Fritz Keller als Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) ist offiziell. Der 64-Jährige setzte seinen bereits vor knapp einer Woche gefassten Entschluss am Montag in die Tat um und räumt seinen Posten nach nur 20-monatiger Amtszeit mit sofortiger Wirkung. Auslöser für seinen Rückzug ist eine verbale Entgleisung gegenüber DFB-Vizepräsident Rainer Koch, den er auf einer Präsidiumssitzung im vergangenen Monat mit dem früheren Nazi-Richter Roland Freisler verglichen hatte.

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Auf Druck der Chefs der Landes- und Regionalverbände, die ihm das Vertrauen entzogen, hatte Keller seine "grundsätzliche Bereitschaft" zum Rücktritt nach der Verhandlung des Falles vor der Ethikkammer des DFB-Sportgerichts erklärt. Vor dem dreiköpfigen Gremium hatte der ehemalige Boss des Bundesliga-Klubs SC Freiburg am vergangenen Freitag ausführlich Stellung zu dem Vorfall genommen. Sein Rückzug erfolgt unabhängig von dem Urteil, das erst Mitte der Woche erwartet wird.

"Wie angekündigt, stelle ich mein Amt als Präsident für einen tiefgreifenden und notwendigen Neuanfang im Sinne des Deutschen Fußball-Bundes zur Verfügung. Ich übernehme damit persönlich Verantwortung für meine Entgleisung in der Präsidiumssitzung vom 23. April 2021, die trauriger Tiefpunkt der desolaten Führungssituation des DFB bleiben soll", sagte Keller in einer offiziellen Erklärung: "Mein Fehlverhalten erfolgte in einem für den DFB beschämenden Umfeld, mein Rücktritt wird die Probleme innerhalb des DFB und des Fußballsports allerdings nicht lösen. Ich bin dankbar dafür, dass ich im Sportgericht des DFB ein unabhängiges, vertraulich arbeitendes Gremium gefunden habe, in dem diese Umstände im Zusammenhang dargestellt und nachgeprüft wurden. Von solchen Gremien, die vertraulich arbeiten können, braucht der DFB mehr."



Bis zur Neuwahl im kommenden Jahr soll der DFB von den ersten Vizepräsidenten Koch und Peter Peters geführt werden. "In den Streit der vergangenen Monate waren mehr Personen involviert. Insofern werden wir genau verfolgen, wie die genannten Personen jetzt diesen Übergang moderieren", sagte Hermann Winkler, Präsident des Nordostdeutschen Fußballverbandes, dem ZDF. Eine langfristige Neubesetzung des Präsidentschaftspostens ist folglich noch nicht geklärt.

Neben Keller wollen auch dessen Gegenspieler im Präsidium - Generalsekretär Friedrich Curtius, Schatzmeister Stephan Osnabrügge und Vize Koch - Konsequenzen ziehen. Das Trio plant spätestens 2022 den Rückzug aus den Führungsämtern. Ruhe dürfte im Verband vorerst trotzdem kaum einkehren, immerhin sind gleich vier juristische Verfahren gegen den DFB anhängig. Dies habe die Frankfurter Staatsanwaltschaft dem ZDF bestätigt. "Es liegt einiges im Argen beim DFB", sagte Winkler. Neben den Aufräumarbeiten steht die schwierige Suche nach einem geeigneten Nachfolger für Keller an. Es bleibt also spannend in der Frankfurter Verbandszentrale.