26. Juli 2019 / 13:05 Uhr

Wer wird Grindel-Nachfolger als DFB-Präsident? Rummenigge: "Darf kein Grüß-Gott-August sein"

Wer wird Grindel-Nachfolger als DFB-Präsident? Rummenigge: "Darf kein Grüß-Gott-August sein"

Heiko Ostendorp
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Karl-Heinz Rummenigge (r.) hat davor gewarnt, bei der Nachfolge von Reinhard Grindel auf einen Grüß-Gott-August zu setzen. Das Amt des DFB-Präsidenten dürfe nicht geschwächt werden.
Karl-Heinz Rummenigge (r.) hat davor gewarnt, bei der Nachfolge von Reinhard Grindel auf einen "Grüß-Gott-August" zu setzen. Das Amt des DFB-Präsidenten dürfe nicht geschwächt werden. © imago images / Jan Huebner
Anzeige

Die Suche nach einem neuen DFB-Präsidenten gestaltet sich schwierig - immerhin steht inzwischen das Profil. Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge warnt allerdings davor, das Amt so klein zu gestalten, dass der DFB-Boss nur noch ein "Grüß-Gott-August" ist.

Anzeige
Anzeige

Zumindest diese Bilanz fällt fast schon weltmeisterlich aus: Mit dem Rücktritt von Reinhard Grindel schied am 2. April bereits der vierte DFB-Präsident vorzeitig aus seinem Amt aus. Nach Gerhard Mayer-Vorfelder, Theo Zwanziger und Wolfgang Niersbach war auch Grindels Abgang so nicht geplantund ein Nachfolger ist indes noch nicht in Sicht. Dabei soll sich der Kandidat oder die Kandidatin bereits bei der Tagung der Regional- und Landesverbände am 21. August in Berlin präsentieren.

Am Freitag trifft sich das DFB-Präsidium in der Zentrale in Frankfurt. Danach wird der aktuelle Vizepräsident Dr. Rainer Koch über die final beschlossenen Anträge für den DFB-Bundestag am 27. September und den Status zum laufenden Strukturprozess reden – mit Neuigkeiten zur Präsidentenfrage ist dagegen nicht zu rechnen. „Man hatte den Eindruck, dass das Problem der Organisation immer in dem Präsidenten bestanden hat, der gerade zurückgetreten ist. Dass das nicht so ist, ist ganz offensichtlich“, sagte DFL-Boss Christian Seifert kürzlich. Tatsächlich hat man beim DFB inzwischen erkannt, dass die Vielfalt der Aufgaben an den Präsidenten stets eine Überforderung war. Deshalb wird der Passus („Der Präsident hat Richtlinienkompetenz für alle Bereiche“) in der DFB-Satzung künftig gestrichen.

So reagierte Fußball-Deutschland auf den Rücktritt von Reinhard Grindel

Lothar Matthäus (Ehrenspielführer und Rekordnationalspieler bei Sky): Eine kluge Entscheidung, die Geschichte mit der Uhr und auch mit den jüngsten Zahlungen ließen keine andere Entscheidung zu. Es gab auch Uneinigkeiten und Unstimmigkeiten beim DFB. Wenn man alles zusammen nimmt, ist es die beste Entscheidung für den deutschen Fußball. Der DFB unter der Führung von Herrn Grindel hat in den letzten Monaten einiges falsch beurteilt. Eine Neuaufstellung ist dringend notwendig. Zur Galerie
Lothar Matthäus (Ehrenspielführer und Rekordnationalspieler bei Sky): "Eine kluge Entscheidung, die Geschichte mit der Uhr und auch mit den jüngsten Zahlungen ließen keine andere Entscheidung zu. Es gab auch Uneinigkeiten und Unstimmigkeiten beim DFB. Wenn man alles zusammen nimmt, ist es die beste Entscheidung für den deutschen Fußball. Der DFB unter der Führung von Herrn Grindel hat in den letzten Monaten einiges falsch beurteilt. Eine Neuaufstellung ist dringend notwendig." ©
Anzeige

Die neue Nummer eins des DFB soll eher Bundespräsident als Bundeskanzler sein

Die neue Nummer eins des deutschen Fußballs soll eher Bundespräsident als Bundeskanzler sein, die Sitzungen des Präsidiums leiten, kompetent sein im Wirtschaftssektor, den Verband nach außen repräsentieren und natürlich eine hohe Fußballaffinität haben. Aber eben nicht mehr auf allen Hochzeiten tanzen und sich in Grabenkämpfe verstricken, wie es zuletzt oft der Fall war. Doch genau in dieser (sinnvollen) Stellenbeschreibung liegt auch eine gewisse Problematik. Schließlich soll sich der neue Boss nicht als „Grüß-August“ fühlen. Zumal ein gut dotierter Posten in den Führungsgremien der internationalen Verbände Uefa und Fifa ebenfalls nicht mehr zwingend sein muss.

Mehr zum DFB

FCB-Boss Karl-Heinz Rummenigge mahnt: „Ich habe ein bisschen die Sorge, dass der Präsident des DFB - überspitzt gesagt - reduziert werden soll auf einen Grüß-Gott-August. Das darf nicht der Fall sein." Der Job als DFB-Präsident sei ein wichtiges Amt, betonte der 63-Jährige. „Der Mann ist der höchste Repräsentant im deutschen Fußball und vertritt Deutschland auch in den internationalen Gremien. Deswegen muss das eine Persönlichkeit sein, die wirklich für sich steht.“

Der DFB tut sich mit der Suche nach einem neuen Präsidenten schwer

Möglicherweise ist die Reduzierung der Verantwortung und der Gestaltungsmöglichkeiten auch der Grund, warum potenzielle Kandidaten wie Ex-Adidas-Chef Herbert Hainer oder der ehemalige Innenminister Thomas de Maizière bereits im Vorfeld abgewunken haben sollen. Gefragt worden seien sie aber nicht, heißt es aus dem innersten Kreis des Verbandes.

Fakt aber ist, dass sich die sechsköpfige Findungskommission um die Übergangspräsidenten Koch, Dr. Reinhard Rauball, Schatzmeister Stephan Osnabrügge, Vizepräsident Ronny Zimmermann, DFL-Geschäftsführer Seifert und DFL-Vize Peter Peters in Zusammenarbeit mit der Personalberatungsagentur Egon Zehnder mit der Suche schwertut und die Nominierungsfrist bereits auf den 1. August nach hinten verschoben hat.

50 ehemalige deutsche Nationalspieler und was aus ihnen wurde

Patrick Owomoyela, Benjamin Lauth, David Odonkor und Manuel Friedrich spielten für die deutsche Nationalmannschaft. Wir zeigen, was sie heute machen. Klickt euch durch! Zur Galerie
Patrick Owomoyela, Benjamin Lauth, David Odonkor und Manuel Friedrich spielten für die deutsche Nationalmannschaft. Wir zeigen, was sie heute machen. Klickt euch durch! ©

Ex-Präsident Niersbach: "DFB wird richtigen Mann finden"

„Der DFB wird schon den richtigen Mann finden“, sagte Ex-Präsident Niersbach kürzlich. Oder die richtige Frau – auch wenn die bislang einzig offizielle Bewerberin, die Düsseldorfer Amateurvereinschefin Ute Groth, keine realistischen Chancen besitzt.

SPORTBUZZER-Interview mit Ute Groth

Der erst 13. Präsident in der 119-jährigen DFB-Geschichte wird schon der fünfte in den letzten 15 Jahren. Er (oder sie) wird für die hauptamtliche Tätigkeit erstmals bezahlt werden und einen Verband mit rund 500 Millionen Euro Umsatz sowie 500 Mitarbeitern führen. Das operative Geschäft geht allerdings in die neu gegründete DFB GmbH über, deren Aufsichtsrat der neue Boss vorstehen soll. Das wahre Sagen dürften dort aber wohl die künftigen Geschäftsführer Oliver Bierhoff und Friedrich Curtius haben.

Mitmachen: #GABFAF-Adventskalender

Bundesliga-Tickets, Fußballschuhe, signierte Trikots und vieles mehr: Trage Dich hier ein und gewinne einen der 24 Preise. (mehr Infos)




Klicke hier Weiter und dann auf der nächsten Seite Absenden - und Du hast die Chance auf jeden der 24 Preise.

ANZEIGE: 50% auf alle JAKO Artikel! Der Deal des Monats im SPORTBUZZER-Shop.

Die aktuellen TOP-THEMEN