04. April 2019 / 09:53 Uhr

Wer wird DFB-Präsident? Das sind die Favoriten

Wer wird DFB-Präsident? Das sind die Favoriten

Sebastian Harfst
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Christoph Metzelder (von links), Philipp Lahm, Matthias Sammer und Heike Ullrich sind als Grindel-Nachfolger im Gespräch. Selbst geäußert haben sie sich dazu noch nicht.
Christoph Metzelder (von links), Philipp Lahm, Matthias Sammer und Heike Ullrich sind als Grindel-Nachfolger im Gespräch. Selbst geäußert haben sie sich dazu noch nicht. © Getty Images
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Der DFB sucht einen Nachfolger für den zurückgetretenen Reinhard Grindel. Für die Interims-Vorsitzenden ist die Suche nach einem neuen Präsidenten aber nicht die einzige Baustelle.

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Vor gut drei Jahren war der Deutsche Fußball-Bund in der gleichen Situation. Ein Präsident (Wolfgang Niersbach) war zurückgetreten, als Zwischenlösung sprangen zwei Altgediente ein. Nun ist Reinhard Grindels Ägide nach der Affäre über intransparente Entlohnungen und eine Luxusuhr Geschichte, wieder müssen die Routiniers, die DFB-Vizepräsidenten Reinhard Rauball und Rainer Koch, in die Bresche springen. Die Suche nach einem Grindel-Nachfolger ist nur eine ihrer Aufgaben.

Pressestimmen zum DFB-Rücktritt von Reinhard Grindel

So kommentiert die internationale Presse den Rücktritt von DFB-Präsident Reinhard Grindel. Zur Galerie
So kommentiert die internationale Presse den Rücktritt von DFB-Präsident Reinhard Grindel. ©
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Wer folgt auf Grindel?

Gesucht wird jemand mit Integrität im Profi- und Amateurbereich. Auch deswegen fällt der Name Christoph Metzelder. Der Ex-Nationalspieler war auf höchstem fußballerischen Niveau unterwegs (Borussia Dortmund, Real Madrid, Schalke 04), verfügt als Geschäftsführer einer Sportmarketingagentur über wirtschaftliche Expertise und ist sozial engagiert und als Vorsitzender seines Heimatvereins TuS Haltern im Amateurbereich bestens beleumundet. Die Frage: Will der 38-Jährige ein Amt übernehmen, aus dem die vorherigen Inhaber im Büßergewand ausscheiden mussten?

Ein weiterer Prominenter auf der Liste ist Philipp Lahm, der jedoch als Chef des Organisationskomitees der EM 2024 gefordert ist. Der SPD-Ostbeauftragte Martin Dulig empfahl Matthias Sammer. „Es wäre an der Zeit, dass eine in Ost und West geachtete Persönlichkeit mit Sachverstand und Glaubwürdigkeit die Aufgabe in die Hand nimmt. Eine Person wie Matthias Sammer“, sagte Dulig dem SPORTBUZZER über den Berater von Borussia Dortmund.

Klar ist nur, dass Grindels Nachfolge, über die beim DFB-Bundestag am 27. September entschieden wird, unklar ist. So wird auch gemutmaßt, es könnte erstmals eine Präsidentin geben. Die ranghöchsten Frauen im DFB sind Hannelore Ratzeburg, Vizepräsidentin für Frauen- und Mädchenfußball, sowie die einflussreiche DFB-Direktorin Heike Ullrich.

Hier abstimmen: Eure Favoriten für die Grindel-Nachfolge

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Was wird aus Grindel?

Der 57-Jährige will seine gut dotierten Ämter bei Uefa und Fifa behalten. Er und Uefa-Präsident Aleksander Ceferin pflegen ein gutes Verhältnis. Die Zeitung „Welt“ zitierte jedoch einen Funktionär des europäischen Dachverbandes: „Er ist ein guter Typ, aber wir haben keine andere Option, als hart mit ihm zu sein.“ Heißt: Die Uhr, die sein Aus beim DFB zementierte, könnte Grindel auch bei der Uefa zum Verhängnis werden. Dort sitzt er im Exekutivkomitee und leitet ironischerweise die Kommission für Compliance (die Institution für ethisch korrektes Handeln).

Beim Weltverband Fifa, wo Grindel im mächtigen Council sitzt, ist er als Gegenspieler von Präsident Gianni Infantino bekannt. Der wiederum gilt nicht unbedingt als jemand, der Gelegenheiten, einen unliebsamen Gegner loszuwerden, verstreichen lässt. Infantino will sich am 5. Juni im Amt bestätigen lassen. Wie sich der DFB dazu positioniert, hängt auch von Grindels Verbleib im höchsten Fifa-Gremium ab.

Hintergrund

Immerhin könnte Grindel in seinen früheren Beruf als Journalist beim ZDF zurückkehren, den er einst für sein CDU-Bundestagsmandat ruhen ließ. „Herr Grindel hat aufgrund seiner früheren Mitgliedschaft im Bundestag ein im Abgeordnetengesetz geregeltes gesetzliches Rückkehrrecht“, teilte das ZDF auf dpa-Anfrage mit.

Für Amateurfußball: #GABFAF

Welche Aufgaben stehen an?

Das Image des DFB und des Sports im Allgemeinen hat unter der Affäre Grindel gelitten. „Solche Entwicklungen helfen nicht, den Sport in seinem Wert und der gesellschaftlichen Bedeutung so zu positionieren, wie wir das alle tun wollen“, sagte der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes Alfons Hörmann. Neben der Präsidentensuche müssen Rauball und Koch auch den Ruf des Verbandes verbessern.

Zudem gilt es die Reibungsverluste zwischen den Vertretern der Profis und der Amateure im DFB zu verringern, was aufgrund der komplizierten Struktur des Verbandes ein äußerst schwieriges Unterfangen darstellt.

Reinhard Grindel: Seine Zeit als DFB-Präsident in Bildern

Am 15. April 2016 wurde Reinhard Grindel auf einem außerordentlichen DFB-Bundestag als neuer Präsident des Deutschen Fußball-Bundes vorgestellt. Grindel folgte auf den am 9. November 2015 zurückgetretenen Wolfgang Niersbach. Das Motto des 41. DFB-Bundestages lautete damals Fußball ist Zukunft. Zur Galerie
Am 15. April 2016 wurde Reinhard Grindel auf einem außerordentlichen DFB-Bundestag als neuer Präsident des Deutschen Fußball-Bundes vorgestellt. Grindel folgte auf den am 9. November 2015 zurückgetretenen Wolfgang Niersbach. Das Motto des 41. DFB-Bundestages lautete damals "Fußball ist Zukunft." ©
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