30. August 2020 / 07:41 Uhr

DFB-Neuling Robin Gosens über die Nominierung, Transfer-Gerüchte und eine Absage an Holland

DFB-Neuling Robin Gosens über die Nominierung, Transfer-Gerüchte und eine Absage an Holland

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Robin Gosens steht erstmals im Aufgebot der deutschen Nationalmannschaft.
Robin Gosens steht erstmals im Aufgebot der deutschen Nationalmannschaft. © Getty Images/Montage
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Bundestrainer Joachim Löw frischt seinen Kader zum Re-Start des Nationalteams weiter auf. Robin Gosens ist einer von drei neuen Spielern im DFB-Aufgebot. Der 26-Jährige reagiert jetzt auf seine erste Nominierung und begründet dabei auch seine Absage an den holländischen Verband.

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Robin Gosens war das deutsche Fußballgesicht mitten in der schlimmsten Corona-Zeit in Italien. Jetzt darf sich der Abwehrspieler von Atalanta Bergamo Nationalspieler nennen. DFB-Coach Joachim Löw nominierte den 26-Jährigen wie auch Florian Neuhaus und Oliver Baumann in seinen 22-Mann-Kader für die Partien in der Nations League am 3. September in Stuttgart gegen Spanien und drei Tage später in Basel gegen die Schweiz.

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Gosens blickt gegenüber der Bild am Sonntag wenige Tage nach seiner Nominierung auf den Anruf des Bundestrainers zurück. "Nach dem Ende der Saison in Italien hatte uns unser Trainer zwei Tage freigegeben. Ich war mit meiner Freundin unterwegs in die Dolomiten. Auf einer Serpentinen-Straße klingelt plötzlich das Telefon. Ich hatte kaum Empfang auf dem Handy und war dazu noch kurz vor einem Tunnel. Und dachte nur: Was passiert, wenn ich das Gespräch annehme und das Signal geht weg? Also bin ich mit Warnblinker auf den Standstreifen gefahren."

Gosens über Gespräch mit Löw: "Ich war sprachlos"

Sein geplantes Debüt in der deutschen Nationalmannschaft im März wurde von dem neuartigen und heimtückischen Coronavirus verhindert. Doch jetzt kommt es zu den ersten Länderspielen für sein Heimatland. Über das Telefongespräch mit Löw erzählt der am Niederrhein geborene und aufgewachsene DFB-Neuling weiter: "Er hat gesagt, dass er möchte, dass ich für Deutschland spiele und hat mich zum nächsten Lehrgang eingeladen. Das war ein Wahnsinns-Gefühl, ein magischer Moment für mich! Ich war sprachlos. Ich hatte das nicht erwartet, auch wenn die Medien vorher spekuliert hatten und es diese Geschichte mit der gescheiterten Einladung im März gab."

Der DFB-Kader für die Nations-League-Spiele gegen Spanien und die Schweiz

Am 3. September trifft die Nationalmannschaft in der Nations League in Stuttgart auf Spanien, drei Tage später geht es in Basel gegen die Schweiz. Der <b>SPORT</b>BUZZER zeigt den Kader von Bundestrainer Löw für die Partien – mitsamt drei DFB-Neulingen! Zur Galerie
Am 3. September trifft die Nationalmannschaft in der Nations League in Stuttgart auf Spanien, drei Tage später geht es in Basel gegen die Schweiz. Der SPORTBUZZER zeigt den Kader von Bundestrainer Löw für die Partien – mitsamt drei DFB-Neulingen! ©

In Deutschland spielte er bislang noch nicht im Erwachsenenbereich. 2012 verließ er die U19 des VfL Rhede in Richtung Holland. Dort landete er nach Einsätzen für Vitesse Arnheim und den FC Dordrecht bei Heracles Almelo. Insgesamt fünf Jahre kickte Gosens im Heimatland seines Vaters. Der Verteidiger hätte sich auch für die holländische Nationalmannschaft entscheiden können. Ein Angebot des damaligen Trainers Ronald Koemann habe ihm vorgelegen. "Er hat mir zu meiner Saison gratuliert und mich gefragt, ob er mich von seiner Nationalmannschaft überzeugen kann", berichtet der 26-Jährige.

Gosens über das doppelte Angebot: "Eigentlich unfassbar"

Nur wenige Tage nach dem Gespräch mit dem neuen Trainers des FC Barcelona habe er einen Anruf von Löw erhalten: "Er hatte gehört, dass ich auch für Holland spielen könnte. Für mich war es einfach eine Entscheidung des Herzens, zu welchem Land ich mich mehr hingezogen fühle. Und das ist Deutschland, schließlich bin ich hier aufgewachsen und meine Bindungen sind einfach stärker. Dass ich mich zwischen zwei fußballverrückten Nationen entscheiden konnte – das ist eigentlich unfassbar."

Nationalmannschaft: Alle Debütanten unter Joachim Löw

Alle Nationalmannschafts-Debütanten unter Bundestrainer Joachim Löw im Überblick - kickt Euch durch die Galerie. Zur Galerie
Alle Nationalmannschafts-Debütanten unter Bundestrainer Joachim Löw im Überblick - kickt Euch durch die Galerie. ©

Bekannt in Deutschland wurde Gosens vor allem durch die Champions-League-Spiele in der abgelaufenen Saison. Und im Frühjahr durch seine Live-Berichte aus der Quarantäne in Bergamo, dem Hotspot der Corona-Pandemie im geplagten Italien. Jetzt will der 26-Jährigen für Aufsehen im DFB-Trikot sorgen - mit komplett neuen Mitspielern. "Sie kennen mich nicht, ich kenne sie nicht. Aber wir sprechen alle eine Sprache, ich bin ein offener Typ – da mache ich mir überhaupt keine Sorgen", sagte Gosens, der 2017 für rund eine Million Euro von Heracles Almelo nach Bergamo wechselte. Und jetzt jagen den Verteidiger offenbar auch einige Vereine.

Gosens geht von Verbleib in Bergamo aus

Wie der Kicker vor einen Wochen berichtete, fordert Bergamo eine Ablösesumme in Höhe von 30 Millionen Euro. Die Bundesligisten RB Leipzig und Hertha BSC wurde neben Top-Klubs wie Inter Mailand und Juventus Turin bereits mit dem Neu-Nationalspieler in Verbindung gebracht. Mit seinem aktuellen Klub würde Gosens wieder in der Champions League spielen - kein schlechtes Pflaster, um sich für die Europameisterschaft im kommenden Jahr zu empfehlen. "Stand jetzt gehe ich davon aus, dass ich auch nächstes Jahr dort spielen werde. Nach dem Ausflug mit der Nationalmannschaft werde ich in Bergamo zur Vorbereitung antreten", sagt der 26-Jährige.