04. Mai 2021 / 12:09 Uhr

DFB-Schatzmeister Osnabrügge plant offenbar Rückzug – Koch will im Amt bleiben

DFB-Schatzmeister Osnabrügge plant offenbar Rückzug – Koch will im Amt bleiben

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
DFB-Schatzmeister Stephan Osnabrügge will sich nach Angaben des Sport-Informationsdienstes nicht mehr zur Wiederwahl stellen, während Rainer Koch wohl im Amt bleiben möchte.
DFB-Schatzmeister Stephan Osnabrügge will sich nach Angaben des "Sport-Informationsdienstes" nicht mehr zur Wiederwahl stellen, während Rainer Koch wohl im Amt bleiben möchte. © Andreas Gora/dpa / Thomas Böcker/DFB/dpa (Montage)
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Der krisengeschüttelte DFB muss sich offenbar einen neuen Schatzmeister suchen. Laut "SID" plant Stephan Osnabrügge, beim nächsten DFB-Bundestag nicht für die Wiederwahl zu kandidieren. Anders der ebenfalls in den Führungsstreit verwickelte Vize Rainer Koch, der demnach im Amt bleiben will.

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Das Personalkarussell beim Deutschen Fußball-Bund dreht sich anscheinend immer weiter. Offenbar plant Schatzmeister Stephan Osnabrügge, sich beim nächsten Bundestag des DFB, der aktuell für Frühjahr 2022 geplant ist, nicht mehr zur Wiederwahl zu stellen. Das berichtet der Sport-Informationsdienst. Der 50-Jährige habe dies bei der Konferenz der Landes- und Regionalverbände am Wochenende in Potsdam mitgeteilt. Dem DFB droht damit angesichts der Querelen um Präsident Fritz Keller und Generalsekretär Friedrich Curtius ein großer Umbruch.

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Die Landesfürsten hatten dem gebürtigen Bonner am Sonntag das Vertrauen für seine restliche Amtszeit ausgesprochen - anders als Keller und Curtius. Während gegenüber dem Generalsekretär lediglich das Misstrauen bekundet wurde, forderten die Bosse der Teil-Verbände des DFB von Keller sogar den Rücktritt. Der Präsident hatte Ende April einen Eklat provoziert, als er seinen Vize Rainer Koch in einer Präsidiumssitzung mit Roland Freisler verglichen hatte, dem Präsidenten des nationalsozialistischen Volksgerichtshofs. Keller hatte sich daraufhin Bedenkzeit erbeten, der Fall liegt beim DFB-Sportgericht.

Bereits seit längerer Zeit schwelt zwischen Keller, Curtius, Koch und Osnabrügge ein Richtungsstreit, der in den vergangenen Tagen seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht hatte. Genau wie Osnabrügge wurde auch Vizepräsident Koch bei der Konferenz in Potsdam das Vertrauen ausgesprochen. Der 62-Jährige, der genau wie Keller und Curtius ebenfalls nicht unumstritten ist, plant anders als der seit 2016 amtierende Schatzmeister dem SID zufolge allerdings keinen Rückzug. Curtius hatte einen solchen in einer ersten Stellungnahme am Montag zumindest nicht ausgeschlossen.



Anti-Korruptions-Expertin über DFB: "Brauchen frisches Blut"

Die Anti-Korruptions-Expertin Sylvia Schenk fordert indes eine Neuaufstellung in der Führungsebene. "Die brauchen frisches Blut, die brauchen ein paar mehr Frauen, die brauchen Leute von außen, sonst funktioniert das nicht", stellte Schenk klar. Diese gebe die Satzung aber "leider" nicht her. "Da wird so dezidiert festgelegt, wie wer aus welchem Verband welcher Vizepräsident wird, da kann man kaum etwas machen im Moment, das ist das Problem."