28. November 2022 / 12:11 Uhr

DFB-Star Gündogan rückt das Sportliche bei der WM in Katar in den Mittelpunkt: "Politik ist jetzt beendet"

DFB-Star Gündogan rückt das Sportliche bei der WM in Katar in den Mittelpunkt: "Politik ist jetzt beendet"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Ilkay Gündogan richtet seinen Fokus von nun an auf das sportliche bei der WM.
Ilkay Gündogan richtet seinen Fokus von nun an auf das sportliche bei der WM. © IMAGO/Eibner International
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Bei der Weltmeisterschaft in Katar wollte der DFB unbedingt ein Statement setzten. Das Tragen der "One Love"-Kapitänsbinde wurde durch die FIFA verhindert, dafür gab es die "Hand-vor-dem-Mund"-Geste. Mehr soll jetzt aber nicht mehr passieren, wie Mittelfeldspieler Ilkay Gündogan gegenüber "The Athletic" erklärte.  

Die deutsche Nationalmannschaft wollte bei der umstrittenen Weltmeisterschaft in Katar unbedingt ein politisches Zeichen setzen. Doch das Auflaufen von Kapitän Manuel Neuer mit der "One Love"-Binde wurde von der FIFA vor dem Turnier-Auftakt gegen Japan gestoppt. Bei dem offiziellen Mannschaftsfoto vor der Partie hielten sich daraufhin die DFB-Akteure die Hand vor den Mund – eine deutliche Geste in Richtung des Weltverbandes.

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"Als die Binde kurz vor dem Spiel aberkannt wurde, waren ein paar Spieler enttäuscht und frustriert und wollten etwas zeigen", erklärte Mittelfeldspieler Ilkay Gündogan nun bei The Athletic die Aktion. "Wir haben in der Mannschaft diskutiert, und am Ende wurde entschieden, dass wir diese Geste gegen die FIFA machen werden. Wenn man etwas tut, dann tut man es als Team." Nach Aussagen des einzigen Torschützen gegen Japan (1:2) soll es das dann jetzt aber auch gewesen sein mit Statements bei dem Wüstenturnier. "Ehrlich gesagt bin ich der Meinung, dass die Politik jetzt beendet ist." Ab jetzt solle es "nur noch um Fußball, feiern und genießen" gehen, so Gündogan. "Das ist das Wichtigste".

Katar steht seit der WM-Vergabe an das Land wegen zahlreicher Menschenrechtsverletzungen in der Kritik. Kurz vor dem Turnierstart sorgte WM-Botschafter Khaled Salman für großen Wirbel. In der ZDF-Dokumentation "Geheimsache Katar" von Sportjournalist Jochen Breyer, der für das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) auch als Kolumnist tätig ist, nennt Salman Homosexualität bei Männern einen "geistigen Schaden" (englisch: "damage in the mind"). Auch der SPORTBUZZER gehört dem RND an. Schwul sein sei seiner Ansicht nach "haram", also eine Sünde, betont der ehemalige Fußballer Salman in der entsprechenden Passage des von Breyer geführten Interviews.

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