20. September 2022 / 15:11 Uhr

DFB-Star Joshua Kimmich über die Mini-Krise beim FC Bayern, die Nations League und einen WM-Boykott

DFB-Star Joshua Kimmich über die Mini-Krise beim FC Bayern, die Nations League und einen WM-Boykott

Heiko Ostendorp
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Joshua Kimmich blieb mit dem FC Bayern in der Bundesliga zuletzt hinter den Erwartungen zurück.
Joshua Kimmich blieb mit dem FC Bayern in der Bundesliga zuletzt hinter den Erwartungen zurück. © IMAGO/Moritz Müller (Montage)
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Mit dem FC Bayern München ist Joshua Kimmich in der Bundesliga in eine Mini-Krise gerutscht, mit der deutschen Nationalmannschaft möchte der 27-Jährige in der Nations League nun wieder liefern – auch mit Blick auf die WM. Unter anderem über diese Themen sprach er am Dienstag auf der Pressekonferenz.

Die erste Einheit auf dem wunderschönen Hybridrasen am DFB-Campus fühlte sich gut an für die Nationalspieler – allen voran für die Bayern-Stars, die nach der 0:1-Niederlage in Augsburg und dem Fehlstart in die Bundesliga (Platz fünf) froh waren, mal rauszukommen, andere Gesichter zu sehen. "Es ist immer schön, zur Nationalmannschaft zu kommen", sagte Joshua Kimmich: "Auf dem Campus sieht alles top aus, wir fühlen uns schon sehr wohl." Außerdem sprach er vor dem nächsten Spiel in der Nations League am kommenden Freitag in Leipzig gegen Ungarn (20.45 Uhr, ZDF) über…

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… den kommenden Gegner: "Ungarn ist wirklich eine ganz, ganz unangenehme Mannschaft. Das haben wir im Hinspiel gemerkt, aber auch letztes Jahr bei der EM. Ich kann mich an kaum eine Mannschaft erinnern, die es so gut macht, so diszipliniert verteidigt. Wir müssen uns was einfallen lassen, wenn wir zu Chancen kommen wollen."

… die Mini-Krise beim FC Bayern: "Natürlich kommt man lieber mit Siegen im Rücken zur Nationalmannschaft – das ist jetzt halt nicht der Fall. Man kriegt schon den einen oder anderen Spruch zu hören, vor allem von Niki (Süle, d.Red.) , der kommt jetzt angekrochen. Dortmund liegt vor uns, aber die Saison ist noch lang. Für den neutralen Fan ist es natürlich spannend, als Bayern-Spieler möchte man oben stehen. Ich habe mich brutal geärgert, weil ich der Meinung bin, dass die Niederlage und die Unentschieden nicht nötig waren, wir hatten eine Vielzahl an Chancen. Das hat man im Hinterkopf. Wir haben jetzt nicht die Chance, es im Verein besser zu machen, aber mit der Nationalmannschaft."

… die Situation ohne echten Stürmer bei Bayern und beim DFB: "Die Spielweise ist ähnlich. Man hat immer einen gewissen Matchplan, der auf den Gegner ausgelegt ist. Mit Timo Werner haben wir einen Neuner, Kai Havertz spielt im Verein vorne drin, mit Lukas Nmecha haben wir eine weitere Option und viele Möglichkeiten – das hängt auch vom Gegner ab."

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… die Nations League: "Es geht um die Art und Weise aber am Ende auch um die Ergebnisse, die einem Selbstvertrauen geben. Das merken wir gerade auch bei Bayern. Im Sommer haben wir dreimal unentschieden gespielt, da fehlte es ein bisschen. Daher war der Sieg gegen Italien (5:2) umso wichtiger. Jetzt wollen unsere Gruppe gewinnen, damit es auch nächstes Jahr in der Nations League weitergeht."

… die WM in Katar: "Als Spieler hat man auf eine WM natürlich extreme Lust. In diesem Fall ist es so, dass viel diskutiert wird, auch zurecht. Es ist schwierig, sich nach der Vergabe mit den Voraussetzungen und Bedingungen auseinanderzusetzen. Man wusste um die Missstände, bevor die WM vergeben wurde. Für einen Boykott sind wir zwölf Jahre zu spät dran. Es wäre wichtig gewesen, dass man sich vorher Gedanken darüber macht, was ist wichtig für ein Land, das sich bewirbt, und wie müssen da die Voraussetzungen sein. Im Nachhinein zu sagen, das ist schlecht, das ist schlecht, finde ich schwierig, weil diese Missstände, die man ausmacht, gab es vorher schon."

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