05. Oktober 2021 / 13:49 Uhr

Mehr Zuschauer-Kontakt? DFB-Star Thomas Müller: "Sind den Fans viel, viel näher als vor 20 Jahren"

Mehr Zuschauer-Kontakt? DFB-Star Thomas Müller: "Sind den Fans viel, viel näher als vor 20 Jahren"

Heiko Ostendorp
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Thomas Müller bestreitet mit der deutschen Nationalmannschaft zwei Länderspiele.
Thomas Müller bestreitet mit der deutschen Nationalmannschaft zwei Länderspiele. © Getty Images
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Thomas Müller steht mit der deutschen Nationalmannschaft vor dem Quali-Doppelpack gegen Rumänien und Nordmazedonien. Nach der ersten Trainingseinheit spricht der Bayern-Profi bei der Pressekonferenz über die Fan-Nähe, den Karriere-Plan und den Aufschwung unter Bundestrainer Hansi Flick.

Die deutsche Nationalmannschaft trifft nach dem starken Auftakt in die Ära von Neu-Bundestrainer Hansi Flick in der Länderspielphase am Freitag auf Rumänien (20.45 Uhr/RTL) und am darauffolgenden Montag auf Nordmazedonien. Dabei kann die DFB-Auswahl die Vormachtstellung in WM-Qualifikationsgruppe J weiter verfestigen und das Ticket für die Endrunde 2022 in Katar lösen. Im Vorfeld des Länderspiel-Doppelpacks sprach Bayern-Star Thomas Müller am Dienstag auf der DFB-Pressekonferenz.

Thomas Müller über…

… die letzten drei Länderspiele, bei denen er fehlte: "Die Spiele, die ich gesehen habe, waren super. Gegen Liechtenstein habe ich – warum auch immer – verpasst. Gegen Armenien war ich vor Ort, da waren schöne Tore dabei, haben zu Null gespielt, haben die Tabellenführung erobert. Es war ein positiver Aufschwung, den wollen wir bestätigen."

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… seine Rückkehr: "Wir sind Teil einer Gruppe, die sich sowohl mit dem Gedanken der Nationalmannschaft etwas feuriger identifizieren will. Wenn ein neuer Trainer kommt, hat er was im Gepäck, bringt Euphorie mit. Wir sind Teil dieser schwungvollen Bewegung. Wir haben exzellente Alternativen, gerade im Offensivbereich – aber natürlich will ich spielen. Es dürfen aber nur elf spielen, das hat sich leider nicht geändert."

… seinen Karriereplan mit Blick auf die WM: "Ich bin ein Freund davon, sich auf die nächsten ein, zwei Wochen zu konzentrieren. Perspektivisch gesehen ist die WM aber nicht weit weg. Und das ist natürlich unser aller Ziel. Ich persönlich möchte dann in einer Verfassung sein, in der ich dem FC Bayern und der Nationalelf helfen kann und meinen Stempel aufdrücken kann. Das will ich mit Leben füllen."

… den Teamgeist: "An Nummer eins steht, dass sich jeder dem Leistungsgedanken unterwirft und alles einbringt, um der Mannschaft zu helfen. Mannschaftsabende sind schön, aber ich habe noch nie erlebt, dass man abends einen trinken geht und danach die Doppelpässe einfach so funktionieren. Da gilt es mitzuziehen."


… die Nations League-Spiele nach der Saison. "Ich hatte eigentlich gehofft, dass ich im Juni frei habe (lacht). Ich versuche aber auch die andere Seite zu sehen. Man kann nicht nur immer Teil des Positiven sein und das Negative abstreifen. Deshalb werden wir sicher damit sinnvoll umgehen, aber natürlich sind die Nations-League-Spiele noch mal was anderes vom Stellenwert her als eine Endrunde."

… zur Fannähe: "Ich kann nur meine persönliche Meinung abgeben. Ich halte mich, was den direkten Kontakt angeht, noch sehr zurück, auch im Verein. Auf zwei Meter Abstand ein Foto zu machen ist okay, aber wir haben schon noch Auflagen und sollen uns zurückhalten. Da ist es schwierig einen Weg zu finden für alle. Ich weiß noch nicht genau, wie ich mich da verhalten soll – vielleicht geht es den anderen auch so. Allgemein finde ich, dass wir Spieler viel mehr von uns nach außen geben als ich es zu Fanzeiten selbst noch gewohnt war. Wir geben Teile der Privatsphäre preis. Ich denke schon, dass man deutlich mehr versucht und auch persönlich Zeit investiert, um mit den Fans im Austausch zu sein. Ich glaube wir sind den Fans viel, viel näher als vor 20 Jahren. Wir wollen Spaß mit unseren Fans haben und sie mit unserem Spiel begeistern, sportlich überzeugen. Das ist unsere Hauptaufgabe."

Anmerkung von DFB-Kommunikationsdirektor Jens Grittner: "Es gilt noch immer das Vorsichts- und Abstandsverbot. Das, was erwartet wird, können wir nicht immer erfüllen."

… den Aufschwung unter Hansi Flick: "Der Trainer hat schon einige Elemente, die uns während seiner Bayern-Zeit stark gemacht haben, mit rüber genommen. Es kommen hier natürlich noch andere Dinge dazu, aber wir stehen noch ganz am Anfang. Grundsätzlich ist es einfacher ein Spiel zu gewinnen in der Quali als bei einer Endrunde. Aber ich finde schon, dass wir einen kleinen Aufschwung in der Spielweise hatten und zuletzt auch in den Ergebnissen."