08. September 2021 / 22:36 Uhr

DFB-Team gewinnt auch gegen Island klar: Hansi Flick gelingt perfekter Start als Bundestrainer

DFB-Team gewinnt auch gegen Island klar: Hansi Flick gelingt perfekter Start als Bundestrainer

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die deutsche Nationalmannschaft gab sich gegen Island keine Blöße.
Die deutsche Nationalmannschaft gab sich gegen Island keine Blöße. © IMAGO/Matthias Koch (Montage)
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Perfekter geht es nicht: Hansi Flick hat auch sein drittes Spiel als Bundestrainer der deutschen Nationalmannschaft gewonnen. In Island fuhr das DFB-Team einen verdienten 4:0-Erfolg ein, der noch deutlich höher hätte ausfallen können. Einzige Mankos waren die Chancenverwertung und kleinere Unachtsamkeiten in der Defensive.

Zwölf Treffer, keine Gegentore, souveräne Siege in der WM-Qualifikation gegen Liechtenstein (2:0), Armenien (6:0) und nun auch Island: Die deutsche Nationalmannschaft hat ihrem Trainer Hansi Flick einen perfekten Einstand beim DFB beschert. In Reykjavik gewann das Flick-Team dank der Treffer von Serge Gnabry (4.), Antonio Rüdiger (24.), Leroy Sané (56.) und Timo Werner (89.) mit 4:0 (2:0) und damit auch das dritte und letzte Spiel des Länderspiel-Blocks in diesem September und führt damit die Tabelle der Quali-Gruppe J nach sechs Spieltagen mit 15 Punkten klar an. Auch in Island zeigte sich der Weltmeister von 2014 griffig und aggressiv, ließ jedoch in der Defensive ein ums andere Mal die Sorgfalt vermissen und einige Torchancen der Isländer zu.

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Seine Startelf änderte Flick im Vergleich zur Gala gegen Armenien nur auf einer Position: Manchester-City-Star Ilkay Gündogan übernahm die Rolle hinter Stürmer Timo Werner vom angeschlagenen Marco Reus, der die Reise nach Island wie der aus dem Kader gestrichene Ridle Baku gar nicht erst angetreten hatte. Der ehemalige Bayern-Coach setzte damit erneut auf einen starken Münchner Block mit sechs Akteuren, Thilo Kehrer und Jonas Hofmann durften wieder über die Außenbahnen verteidigen. "Es unser Job, im letzten Spiel nochmal alles reinzuhauen", sagte Flick vor der Partie bei RTL. "Ich denke jeder will mit einem guten Gefühl zum Verein zurückkehren."

Deutschland muss offensive Lösungen finden

Und die Mannschaft folgte den Worten des einstigen Triple-Trainers: Vor 3600 Fans, die durchgehend Stimmung machten, ergriff das DFB-Team von Beginn an die Spielkontrolle. Nach einigen wenigen Angriffsversuchen gegen die tief gestaffelten Isländer knackte die Flick-Elf in Form von Gnabry schon nach vier Minuten erstmals das Defensiv-Konstrukt der Gastgeber. Vorausgegangen war eine Bayern-Kombination: Joshua Kimmich legte den Ball auf die linke Seite zu Vereins-Kollege Sané, dessen flache Hereingabe drückte Gnabry aus kurzer Distanz über die Linie. Das Schiedsrichtergespann um den schwedischen Referee Andreas Ekberg entschied zunächst auf Abseits. Die Situation musste vom Videoschiedsrichter überprüft werden, der das Tor letztlich doch zählen ließ.

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Ähnlich wie schon gegen Liechtenstein waren die deutschen Spieler dazu gezwungen, in der Offensive Lösungen zu finden. Doch in Reykjavik gelang dies deutlich besser als vergangenen Donnerstag in St. Gallen, wo sich das DFB-Team zu einem knappen Sieg mühte. Gegen den EM-Teilnehmer von 2016 ließ das hochstehende Flick-Team den Ball gut zirkulieren, stieß immer wieder in den gegnerischen Strafraum vor und setzte den Gegner bei Ballverlust direkt unter Druck. Zweimal sorgte diese Taktik jedoch vor dem Tor von Kapitän Manuel Neuer für Gefahr: Einen kraftvollen Flachschuss von Isak Bergmann Johannesson, der von Thorir Johann Helgason per Steilpass am Strafraumrand stark in Szene gesetzt wurde, konnte Neuer mit den Fäusten zur Seite abwehren (17.), kurz vor der Pause scheiterte Kapitän Johann Gudmundsson (43.) allein vor dem DFB-Keeper mit einem schwachen Außenrist-Schuss.

Standard-Schwäche des DFB-Teams Geschichte?

Die einstige Standard-Schwäche des DFB-Teams scheint indes der Vergangenheit anzugehören: Traf Jonas Hofmann schon gegen Armenien nach einer Kimmich-Ecke, war es nun Rüdiger, der einen cleveren Kimmich-Freistoß mit dem Kopf veredelte (24.). Der Chelsea-Innenverteidiger täuschte an, Richtung Strafraum durchlaufen zu wollen, blieb jedoch stehen und köpfte aus halblinker Position wuchtig in die Ecke - offenbar eine Variante des neu verpflichteten Standard-Trainers Mads Buttgereit, der das Flick-Trainerteam verstärkt. Nur drei Minuten scheiterte Leon Goretzka (27.) nach Gündogan-Pass per Flachschuss am isländischen Keeper Hannes Thor Halldorsson.

Die zweite Halbzeit startete spektakulär: Erst vergab Werner eine hundertprozentige Chance allein vor dem Island-Keeper (48.), dann traf Johann Gudmundsson fast im Gegenzug mit einem nahezu perfekten Weitschuss den rechten Pfosten des deutschen Teams. Der daraus resultierende Treffer von Albert Gudmundsson zählte wegen Abseits nicht (49.). Das DFB-Team verlor in dieser Phase kurz die Kontrolle und ließ die Isländer aufspielen, doch bevor die Nordlichter davon profitieren konnten, donnerte Sané nach Doppelpass mit Goretzka den vorentscheidenden Treffer zum 3:0 unter die Latte (56.). Die Chancenverwertung davor und danach war nicht optimal: Der eingewechselte Kai Havertz verschoss allein vor Halldorsson (55.) die nächste hundertprozentige Chance, Werner setzte den Ball nach einem Klostermann-Pass aus wenigen Metern über das freie Tor (62.). Danach zählte ein Goretzka-Treffer wegen einer Abseitsstellung von Jamal Musiala (63.) nicht, der den Keeper - in der verbotenen Zone stehend - behinderte.

Routiniert verwaltete Deutschland das Ergebnis, Werner belohnte sich für seine Bemühungen kurz vor Schlusspfiff noch mit dem Tor zum 4:0 (89.). Deutschland kann mit neun Punkten aus drei Spielen mit der Länderspielpause mehr als zufrieden sein. Der nächste Länderspiel-Block steht dann in einem Monat an. Dann trifft die DFB-Elf in Hamburg auf Rumänien (8. Oktober) und drei Tage später auf Nordmazedonien in Skopje. Um sicher das Ticket für die Weltmeisterschaft im kommenden Jahr in Katar zu lösen, muss Flick mit seiner Mannschaft die Gruppe gewinnen. Als Zweiter müsste man sich durch die Playoffs mühen.