29. März 2022 / 19:21 Uhr

Achtung, Deutschland: Auf diese Stars der Niederlande muss das DFB-Team besonders achten

Achtung, Deutschland: Auf diese Stars der Niederlande muss das DFB-Team besonders achten

Roman Gerth
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Virgil van Dijk, Memphis Depay und Frenkie de Jong (v.l.) gehören zu den Schlüsselspielern der Niederländer.
Virgil van Dijk, Memphis Depay und Frenkie de Jong (v.l.) gehören zu den Schlüsselspielern der Niederländer. © Getty Images (Montage)
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Am Dienstag trifft das DFB-Team auf den Erzrivalen aus den Niederlanden. Selbst als Test-Länderspiel bringt das Duell immer Brisanz mit – dazu ist es der erste Härtetest im WM-Jahr 2022. Der SPORTBUZZER hat drei Niederländer unter die Lupe genommen, auf die das Team von Bundestrainer Hansi Flick achten muss.

Es ist einer der ganz großen Fußball-Klassiker: Am Dienstag (20.45 Uhr, ARD) in Amsterdam treffen Deutschland und die Niederlande zum insgesamt 45. Mal aufeinander. Die bisherige Bilanz spricht mit 16 zu 12 Siegen bei 16 Unentschieden für das DFB-Team. Bei den vergangenen Duellen in der EM-Qualifikation gab es jeweils einen Auswärtssieg: erst ein 3:2 der deutschen Mannschaft im März 2019, im September 2019 folgte ein 4:2 für die Elftal.

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Das anstehende Länderspiel hat sportlich deshalb eine gewisse Relevanz, weil es für Bundestrainer Hansi Flick und seine Schützlinge der erste Härtetest im WM-Jahr 2022 ist. Beim nie gefährdeten 2:0-Sieg am vergangenen Samstag in Sinsheim gegen Israel waren die deutschen Spieler gut aufgelegt. Flick experimentierte viel – das wird sich gegen das Nachbarland ändern. Stammtorwart Manuel Neuer kehrt zurück, weitere Änderungen der Startelf sind zu erwarten. Der Erzrivale hat viel Qualität im Kader, und bei diesem Prestigeduell wird eine Top-Leistung nötig sein. Der SPORTBUZZER wirft einen Blick auf die drei Niederländer, die Flicks Team im Auge haben sollen.

Virgil van Dijk

Nach dem Kreuzbandriss vor anderthalb Jahren kehrte der Star des FC Liverpool im Sommer auf den Rasen zurück. Er brauchte ein halbes Jahr, um wieder in Top-Form zu kommen. In Anbetracht seiner zurückliegenden schweren Verletzung bemängelte er Abwehrspieler jüngst mangelnde Wertschätzung und meinte in der Daily Mail: "Ich fühlte mich manchmal, als wäre es selbstverständlich. Die Leute verhielten sich, als wäre nichts passiert und dass alles normal ist."

Der Oranje-Kapitän ist noch immer einer der besten Innenverteidiger im Weltfußball. Gerade stellte van Dijk einen Rekord in der Premier League auf, der vorher 25 Jahre lang Bestand hatte: keines seiner 60 Liga-Heimspiele im Trikot der "Reds" hat er verloren (52 Siege, acht Unentschieden). Nach dem 4:2-Sieg der Niederlande gegen Dänemark zeigte er zudem, welche Rolle der Abwehr-Hüne im Team von Bondscoach Louis van Gaal spielt. Auf die Frage, wie er mit dem neuen System klarkommt, sagte van Dijk: "Ich bin immer noch für 4-3-3, aber ich bin nicht der Nationaltrainer. Und der hat da eine sehr starke Meinung." Im Sommer widersprach er aber auch einem englischen Reporter, der von einer Spielerrevolte gegen van Gaal berichtete. "Schämen Sie sich", war die Antwort des Liverpool-Verteidigers und räumte die Gerüchte damit ab. Van Dijk verbindet diverse Elemente, ist Stabilisator, Antreiber, Meinungsführer – und gerne auch mal Torjäger: Gegen Deutschland erzielte er zwei seiner fünf Länderspieltore.

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Frenkie de Jong

Durch den 86-Millionen-Transfer von Ajax Amsterdam zum FC Barcelona vor zweieinhalb Jahren richtete sich das Scheinwerferlicht besonders hell auf den jungen Mittelfeldspieler. Die Versprechen aus der überragenden Saison 2019/2020 mit Ajax, die seinerzeit nur knapp im Champions-League-Halbfinale an Tottenham Hotspur gescheitert waren, hat er in Spanien bisher nicht immer einhalten können. Doch unter Trainer Xavi ist de Jong wie nahezu jeder seiner Mitspieler deutlich besser geworden, überzeugte etwa in der ersten K.o.-Runde der Europa League gegen Neapel. Da sagte der Barca-Coach nach einem Traumtor seines Schützlings: "Er ist ein Fußballer, der sehr wichtig für die Mannschaft sein kann. Er versteht die Spielweise, die wir vorgeben."

Bei der 4:0-Gala gegen Real Madrid spielte der 24-Jährige ebenfalls stark auf, ist aber durchaus noch selbstkritisch: "Ich weiß nicht, ob das meine beste Version ist, man kann sich immer verbessern." Grundsätzlich will er die Kritik an seinen Leistungen der Vergangenheit nicht zu nah an sich heranlassen. De Jong beklagte, "dass die Leute über mich urteilen, ohne sich die Spiele anzusehen". In der niederländischen Zentrale ist de Jong stets ein wichtiger Taktgeber, der sowohl technisch als auch taktisch überzeugt und zudem viel Spielfreude mitbringt.

Memphis Depay

Der blitzschnelle Angreifer wechselte im vergangenen Sommer ablösefrei von Olympique Lyon, als der finanziell extrem angeschlagene FC Barcelona auch sportlich wenig Esprit versprüht hatte. Ebenso wie sein Mannschaftskollege de Jong profitiert Depay nun vom Barca-Aufschwung unter Xavi. Dennoch beschäftigt sich der 28-Jährige laut Gerüchten mit einem Wechsel, mehrere europäische Vereine sollen Interesse zeigen. Kein Wunder, hat er doch immer wieder seine Qualitäten abgerufen. In 20 Ligaspielen stehen bei ihm zehn Tore zu Buche.

Einige Kritiker zweifelten bis zuletzt, ob Depay unter den ganz Großen dauerhaft bestehen kann, weil seine Zeit bei Manchester United (2015 bis 2017) enttäuschend verlief. An Selbstvertrauen mangelte es ihm aber nie. "Ich weiß, dass ich das leisten kann. Ich zeige es ja auch in der Nationalelf", sagte der Sohn eines Ghanaers und einer Niederländerin. Recht hat er: Im Trikot der Elftal machte der Stürmer bislang 38 Treffer in 75 Einsätzen - eine Top-Quote! Im Test gegen Dänemark (4:2) traf Depay für Holland eiskalt vom Elfmeterpunkt zum zwischenzeitlichen 3:1.

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