23. Februar 2021 / 17:00 Uhr

DFB-Team ohne Müller, Hummels und Boateng: Toni Kroos stellt Löw-Plan "jetzt einmal infrage"

DFB-Team ohne Müller, Hummels und Boateng: Toni Kroos stellt Löw-Plan "jetzt einmal infrage"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
DFB-Star Toni Kroos hat erste Zweifel an der Linie von Bundestrainer Joachim Löw geäußert.
DFB-Star Toni Kroos hat erste Zweifel an der Linie von Bundestrainer Joachim Löw geäußert. © Getty Images/IMAGO/Sven Simon (Montage)
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Schon seit knapp zwei Jahren werden die 2014er-Weltmeister Thomas Müller, Mats Hummels und Jerome Boateng von Bundestrainer Joachim Löw nicht mehr für die Nationalmannschaft nominiert. Der DFB-Coach wollte auf jüngere Spieler setzen. Im Interview mit "Sky" hat Nationalspieler Toni Kroos erste Zweifel am Löw-Plan angemeldet.

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Nach der verkorksten Weltmeisterschaft und mehreren schwachen Spielen in der damals neugegründeten Nations League war Schluss: Im März 2019 teilte der DFB um Bundestrainer Joachim Löw öffentlich mit, in Zukunft nicht mehr auf die Dienste von drei Weltmeistern zu setzen: Die Innenverteidiger Mats Hummels und Jerome Boateng (beide 32 Jahre alt) sowie Angreifer Thomas Müller (31 Jahre alt) sollten Platz für jüngere Spieler machen und wurden seitdem nie wieder nominiert. Eine Entscheidung, die bis heute für viel Kritik gesorgt hat - und deren Wirkung der aktuelle Nationalspieler Toni Kroos in einem Interview nun erstmals anzweifelt.

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So sagte Kroos bei Sky im Interview mit Kommentator und SPORTBUZZER-Kolumnist Wolff Fuss: "Ich glaube, dass man am Ende auch ein bisschen vorausschauend planen muss", so der Weltmeister-Teamkollege des ausgebooteten Trios. "Ob der Plan vom Trainer, wie er es damals wollte, bis heute so aufgegangen ist, stelle ich jetzt einmal infrage." Besonders nach der blamablen Leistung des DFB-Teams zum Abschluss der zweiten Nations-League-Saison gegen Spanien Mitte November wurden die Rufe nach Hummels, Boateng und Müller, die in ihren Teams jeweils Stammspieler sind, wieder lauter. Und Löw ließ sich bis zuletzt immerhin ein Hintertürchen für ein Comeback der drei Stars offen.

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Muss der Bundestrainer das Trio nun also für die Europameisterschaft nominieren? Kroos hält sich mit Forderungen zurück. Für Löw gehe es bei der EM darum, "dass wir die bestmögliche Mannschaft für dieses Turnier hinbekommen - mit den formstärksten und denen, die am besten zusammenpassen. Du darfst als Deutschland natürlich kein Turnier abschenken", sagte der Profi von Real Madrid, der gleichermaßen zugab, in der Diskussion um Hummels, Boateng und Müller "ganz schön befangen" zu sein.

Im Hinblick auf die EM hat Kroos kein Problem damit, dass Deutschland vor der EM im Sommer nicht als einer der Titelanwärter gehandelt wird. "Der allgemeine Tenor ist, dass wir aktuell nicht zu den Favoriten gehören“, sagte der 31-Jährige. Die Rolle brauche man vor einem Turnier auch nicht, fügte er an und verwies auf die aus deutscher Sicht verkorkste WM vor drei Jahren in Russland. "Wir sind 2018 als einer der Mitfavoriten hingefahren. Das hat uns aber so gar nicht bekommen." Dem aktuellen DFB-Team traut Kroos dennoch einiges bei der paneuropäischen EM zu, auch wenn es in der Vorrunde in München gegen Weltmeister Frankreich und Europameister Portugal geht. "Jedes Turnier, was ich anfange, will ich gewinnen", stellte der Weltmeister von 2014 klar. "Wenn ich vorher das Ziel habe, ins Viertelfinale zu kommen, dann komme ich definitiv nicht weiter als ins Viertelfinale."


Natürlich sei es sein Ziel, "auch bei dieser EM den Titel zu holen. Dass die Schwierigkeit da ist, darüber brauchen wir uns auch nicht zu unterhalten", meinte der Mittelfeldspieler. "Wir müssen von Anfang gut sein, um nur ansatzweise eine Rolle zu spielen."