10. Juni 2022 / 10:08 Uhr

"Konkurrenzkampf ist auf vielen Positionen da": Die drei heißesten Startelf-Duelle im DFB-Team

"Konkurrenzkampf ist auf vielen Positionen da": Die drei heißesten Startelf-Duelle im DFB-Team

Heiko Ostendorp
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Bundestrainer Hansi Flick (l.) hat unter anderem bei dem Duell zwischen Jamal Musiala und Leroy Sané (r.) die Qual der Wahl
Bundestrainer Hansi Flick (l.) hat unter anderem bei dem Duell zwischen Jamal Musiala und Leroy Sané (r.) die Qual der Wahl © Getty Images (Montage)
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Der Konkurrenzkampf um die Stammplätze in der Startelf ist bei der deutschen Nationalmannschaft auf vielen Positionen in vollem Gange. Sogar einige Topstars müssen um ihren Einsatz bangen. Der SPORTBUZZER wirft einen Blick auf die drei heißesten Duelle.

Padel-Tennis, Golf, Beachvolleyball, Rad fahren – oder einfach entspannen. Nach dem Kurztrainingslager in Marbella, vielen intensiven Einheiten und den beiden Partien in der Nations League in Italien und gegen England (je 1:1) gab Hansi Flick seiner Mannschaft am Donnerstag frei. Die Nationalspieler nutzten die Zeit zur Regeneration. Auf dem Gelände von Ausrüster Adidas in Herzogenaurach boten sich aber auch ausreichend Möglichkeiten, um sich abseits des Platzes sportlich zu betätigen.

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An diesem Freitag geht es für die Auswahl dann weiter nach Budapest, wo am Samstag (20.45 Uhr, RTL) das Duell mit Ungarn ansteht. "Wir wollen dieses Spiel unbedingt gewinnen, das Ziel ist das Final Four", sagte DFB-Direktor Oliver Bierhoff. Die Endrunde findet nächstes Jahr vom 14. bis 18. Juni statt, ansonsten hätte die DFB-Elf 2023 nur Freundschaftsspiele. Mit Blick auf die WM in Katar sieht Bierhoff das Team "auf einem guten Weg. Die dunkle Wolke ist nicht mehr da. Aber wir sollten uns auch nicht entspannen, sondern aufpassen, dass es nicht wieder anfängt zu regnen."

Beim starken Auftritt gegen England überzeugte die "zweite Reihe", der Bundestrainer war "stolz" auf die Leistung und sieht sich in der komfortablen Situation, viel Auswahl zu haben. Bierhoff: "Was die Breite des Kaders angeht, ist Qualität vorhanden. Der Konkurrenzkampf ist auf vielen Positionen da, das ist eine gute Ausgangslage." Vor allem drei Duelle sind aktuell am spannendsten.

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Ilkay Gündogan gegen Leon Goretzka

Dass Joshua Kimmich als einer von nur vier Profis nach dem Italien-Spiel in der Startelf blieb, war ein Fingerzeig des Bundestrainers: Der Bayern-Star ist gesetzt. Neben ihm sucht Flick noch nach der optimalen Besetzung, will diese auch vom Gegner abhängig machen. Goretzka startete in Italien, Gündogan durfte gegen England ran und machte eines seiner besseren Länderspiele. Der Meistermacher von Manchester City war enorm präsent, hatte viele Ballkontakte (auch ein paar unnötige Verluste), kurbelte das Spiel mit klugen Pässen immer wieder an. Goretzka ist sicherlich der körperlich stärkere Spieler, Gündogan eher der Stratege. Auch Jonas Hofmann könnte theoretisch die Position neben Kimmich bekleiden, doch der Gladbacher hat bessere Karten auf einen Platz als Rechtsverteidiger oder Rechtsaußen.

Jamal Musiala gegen Leroy Sané

Musiala wäre ebenfalls ein Kandidat für die Zentrale, was er bei seiner Zaubershow gegen die Niederlande eindrucksvoll unter Beweis stellte. Aufgrund des Überangebots brachte Flick ihn gegen England aber auf links – für den kriselnden Sané. Auch dort zeigte der 19-Jährige seine ganze Klasse, bekam bei seiner Auswechslung stehende Ovationen. Sané dagegen hatte als Edeljoker erneut einen unglücklichen Auftritt. Flick nahm den Wuschelkopf zwar in Schutz ("Wir glauben an ihn"), setzt er sein propagiertes Leistungsprinzip aber konsequent um, hat Musiala aktuell deutlich bessere Karten für die Startelf.

David Raum gegen Thilo Kehrer

Im Kampf um den Platz auf der linken Abwehrseite schien eigentlich Robin Gosens die Nase vorn zu haben, der im vorigen Jahr bei der EM mit seiner kämpferischen Spielweise die Herzen der Fans erobert hatte. Inzwischen ist er von Atalanta Bergamo zu Inter Mailand gewechselt, dort nach langer Verletzungspause aber noch kein Stammspieler und fehlt im aktuellen Aufgebot. Flick hat mit Gosens telefoniert, ihn keinesfalls abgeschrieben. Doch während seiner Abwesenheit hat sich Kehrer festgespielt und bis auf England alle Partien absolviert, teilweise aber auch auf rechts oder in der Innenverteidigung.

Gegen die "Three Lions" lieferte Raum eine starke Leistung ab, marschierte die linke Seite rauf und runter, verteidigte solide, schlug gefährliche Flanken. "David hat gezeigt, dass er eine Alternative sein kann", lobte der DFB-Coach. Vieles wird davon abhängen, wie sich die Lage der Kandidaten für die linke Seite in ihren Klubs entwickelt. Wie Gosens ist auch Kehrer bei Paris St. Germain nicht gesetzt, Raum denkt nach Informationen des SPORTBUZZER, dem Sportportal des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND), über einen Wechsel aus Hoffenheim zu einem Topverein nach.