27. Mai 2018 / 18:07 Uhr

Torwartfrage beim DFB: Darum ist Marc-Andre ter Stegen der perfekte Schattenmann

Torwartfrage beim DFB: Darum ist Marc-Andre ter Stegen der perfekte Schattenmann

Heiko Ostendorp
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Er wartet geduldig auf seine Chance: Marc-André ter Stegen.
Er wartet geduldig auf seine Chance: Marc-André ter Stegen. © Getty Images
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Barcelonas Torhüter lassen die Schlagzeilen um Manuel Neuer kalt. Er wartet geduldig auf seine Chance

Kein Tag vergeht, ohne dass der Name Manuel Neuer fällt. Wie geht es ihm? Wie lange hat er trainiert? Hat er noch Schmerzen? Wird er rechtzeitig in Form kommen? Neuer hier, Neuer da – im Trainingslager der Nationalmannschaft in Südtirol dreht sich alles um den Welttorhüter.

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Nur einen scheint der ganze Wirbel völlig kalt zu lassen: Marc-André ter Stegen. Wer ihn beobachtet, sieht in jeder Einheit, bei jeder Übung, wie unglaublich fokussiert Neuers Stellvertreter ist. Ter Stegen weiß um seine Chance. Er muss da sein, wenn Neuer es nicht nach Russland packt. Selbst die Nachricht, dass Bayerns Nr.1 in jedem Fall auch die deutsche Nr.1 ist, wenn er mitfliegt, scheint ter Stegen nicht zu schocken.

„Der Erfolg der Mannschaft steht über allem. Manu weiß, dass er sehr viel Respekt erfährt, von allen. Diesen Status hat er sich erarbeitet. Deshalb gehört es sich nicht zu sagen, dass ich Druck auf ihn machen will oder Ähnliches“, sagte der Barca-Star kürzlich im SPORTBUZZER-Interview.

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Genau dieses Motto setzt er nun um – und deshalb ist er der perfekte Schattenmann. Das hat er beim FC Barcelona gelernt, als er fast zwei Jahre darauf warten musste, Pep Reina abzulösen und endlich Stammtorhüter zu werden. Diese Geduld legt er nun auch beim DFB an den Tag – und genau diese Eigenschaft schätzt auch der Bundestrainer an ter Stegen. „Er hat eine super Entwicklung in Barcelona genommen. Das sieht man an seinem Selbstbewusstsein und seinem veränderten Auftreten. Er ist gewachsen“, schwärmte Löw zuletzt. Er weiß, wie wichtig es ist, eine Nr.2 zu haben, die in jedem Training Gas gibt, ohne öffentlich am Thron der Nr. 1 zu sägen. Genau wie es Roman Weidenfeller bei der WM 2014 tat.

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Ter Stegen ist 26, hat mittlerweile zehn Titel gesammelt und er will alles dazu beitragen, damit in Russland der elfte hinzukommt. Seine Zeit beim DFB wird kommen. Wenn nicht jetzt, dann eben in ein paar Jahren.

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