21. Juni 2021 / 14:06 Uhr

DFB erklärt UEFA-Vorgehen wegen Regenbogen-Kapitänsbinde: Deshalb war die Überprüfung "nachvollziehbar"

DFB erklärt UEFA-Vorgehen wegen Regenbogen-Kapitänsbinde: Deshalb war die Überprüfung "nachvollziehbar"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Darf Manuel Neuer die Regenbogen-Kapitänsbinde tragen? Ja, befand die UEFA nach Ermittlungen. DFB-Pressesprecher Jens Grittner äußerte sich zur Aufregung.
Darf Manuel Neuer die Regenbogen-Kapitänsbinde tragen? Ja, befand die UEFA nach Ermittlungen. DFB-Pressesprecher Jens Grittner äußerte sich zur Aufregung. © IMAGO/ULMER Pressebildagentur
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Die Aufregung um die Regenbogen-Kapitänsbinde, die Manuel Neuer in den EM-Spielen gegen Frankreich und Portugal getragen hatte, hielt den DFB am Sonntag in Atem. Nachdem die UEFA Ermittlungen gegen den deutschen Verband angestrengt hatte, erläuterte Pressesprecher Jens Grittner am Montag die Sicht des DFB. Neuer wird die LGBT-Binde auch am Mittwoch im Länderspiel gegen Ungarn tragen.

Groß war der Wirbel, als am Sonntag publik wurde, dass der europäische Fußball-Verband Ermittlungen wegen der Regenbogen-Kapitänsbinde von DFB-Kapitän Manuel Neuer aufgenommen habe. Im schlimmsten Fall drohe dem DFB eine Strafe. Im Zentrum der Kritik stand die UEFA. "Das kann doch nicht euer Ernst sein", twitterte etwa Ex-Nationalspieler Thomas Hitzlsperger stellvertretend für zahlreiche Fans und Experten. Die Regenbogenfahne ist das traditionelle Symbol der LGBT-Community, die im Juni den sogenannten "Pride Month" feiert. Am Abend klärte sich die zunächst unübersichtliche Lage auf und der DFB gab bekannt, dass die UEFA keine Sanktionen gegen den deutschen Verband plane. Am Montag äußerte sich DFB-Pressesprecher Jens Grittner nochmals ausführlich zu der Aufregung um die Binde.

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Klar ist: Neuer darf (und wird) auch im letzten EM-Gruppenspiel der Nationalmannschaft am Mittwoch gegen Ungarn (21 Uhr, ZDF und MagentaTV) die Regenbogen-Armbinde tragen. Das bestätigte der DFB bei seiner digitalen Pressekonferenz am Montag. Sie sei "ein klares Bekenntnis, wofür diese Mannschaft stehen will", so Grittner. "Dass der DFB hundertprozentig hinter den Aktionen des CSD (Christopher Street Day, weltweite Demonstration für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender, Intersexuellen und queeren Menschen, d. Red.) und für die entsprechenden Werte steht, kann ich nur bestätigen."

UEFA-Ermittlungen "unaufgeregt" - Goretzka: "Werden genauso weiter handeln"

Grittner betonte auch, dass die Ermittlungen der UEFA beim DFB nicht auf Unverständnis gestoßen waren. Warum? "Die Hektik muss man nehmen, dass die UEFA das prüfen muss, ist nachvollziehbar." Er erläuterte das Prozedere, das zum Eingreifen der UEFA führte: Der sogenannte "Match Delegate" hatte den Vorgang demnach im offiziellen Spielbericht notiert. "In dem Moment, wo es der Match Delegate in den Match Report einträgt, muss es formell untersucht werden", so der DFB-Pressesprecher. Dies sei "sehr unaufgeregt" passiert, sagte Grittner: "Es war keine klassische Ermittlung, sondern eine Überprüfung. Es spricht nichts dagegen, diese Binde weiter zu tragen."

Es gebe diese Regeln, "dass der Sport nicht instrumentalisiert werden soll. Trotzdem wäre es völlig absurd, wenn wir uns dafür entschuldigen müssten oder wenn es Sanktionen gäbe", sagte Nationalspieler Leon Goretzka und versprach: "Wir werden genauso weiter handeln." Es sei derzeit in der Fußballwelt erkennbar, "dass wir Rassismus und Homophobie mit Vielfalt entgegentreten wollen. Ich bin froh darüber und freue mich über jedes Zeichen, das gesetzt wird."

Es gebe außerdem kein Indiz dafür, dass die UEFA Anstoß an der Regenbogen-Binde oder den Zielen der Bewegung genommen habe. "Es wurde nicht moniert, dass die Regenbogenbinde getragen wurde, sondern dass die offizielle Binde, die in den 'Kit Regulations' steht, nicht getragen wurde." Diese ist im Rahmen der Respect-Kampagne der UEFA auch mit einer Botschaft versehen. Grittner: "Dem haben wir uns widersetzt", weshalb es zu den Ermittlungen gekommen war.