05. Dezember 2019 / 06:39 Uhr

DFB-Videobeweis-Boss Jochen Drees: Schiedsrichter-Durchsagen wie in der NFL "gute Option"

DFB-Videobeweis-Boss Jochen Drees: Schiedsrichter-Durchsagen wie in der NFL "gute Option"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Der Videobeweis könnte bald durch Ansagen wie in der NFL von Schiedsrichtern erklärt werden.
Der Videobeweis könnte bald durch Ansagen wie in der NFL von Schiedsrichtern erklärt werden. © imago images/Icon SMI/Action Pictures
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In der amerikanischen Football-Liga NFL ist es eine Selbstverständlichkeit, dass Schiedrichter ihre Entscheidungen per Mikrofon dem Publikum mitteilen. DFB-Videochef Jochen Drees würde es begrüßen, wenn auch die deutschen Schiedsrichter so bald ihre Entscheidungen durch den Videobeweis begründen können.

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DFB-Projektleiter Jochen Drees hält Durchsagen der Schiedsrichter nach Videobeweis-Entscheidungen noch auf dem Feld „perspektivisch für eine gute Option“. Das sagte der frühere Unparteiische im Gespräch mit sportschau.de. So könnten die Zuschauer „stärker“ mitgenommen werden - ähnlich wie in der amerikanischen Football-Liga NFL, wo sich diese Kommunikationsform durchgesetzt hat. Allerdings sei noch unklar, inwieweit das regelgebende International Football Association Board (IFAB) solche Reformen anstrebe. Es sei deshalb zu früh zu sagen, dass in den deutschen Stadien bald Durchsagen der Schiedsrichter zu hören sein werden.

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Schiedsrichter-Funk bei Videobeweis veröffentlichen? Drees: "Ist schwierig"

Wenig zielführend wäre dagegen die Veröffentlichung des Schiedsrichter-Funks. „Da ist es schwierig, den richtigen Moment zu identifizieren, der dann zur Veröffentlichung bereit gestellt werden würde. Derzeit halte ich das für nicht sinnvoll“, sagte Drees, der das Videobeweis-Projekt beim Deutschen Fußball-Bund seit August 2018 leitet. Bislang werden die Fans in den Bundesligen über Texttafeln auf den Videowänden über die VAR-Entscheidungen informiert.

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Grundsätzlich habe das IFAB das Ziel, „den Spielraum der Verbände“ bei der Kommunikation zu vergrößern, sagte IFAB-Geschäftsführer Lukas Brud. „Manchmal können Fans oder Spieler die Entscheidung nicht nachvollziehen. Wir überlegen, wie man das verbessern kann.“ Das IFAB beschloss am Mittwoch allerdings, eine Testphase vorzubereiten, bei der für mehr Transparenz beim Videobeweis gesorgt werden soll. Auch die Schiedsrichter-Durchsagen sollen dazu gehören. Eine endgültige Entscheidung über die Reformen fällt am 29. Februar.