29. Juli 2020 / 08:33 Uhr

DFB-Vize Koch hofft auf Sinneswandel durch Krise: "Profifußballer in der Oberliga sind keine gute Idee" 

DFB-Vize Koch hofft auf Sinneswandel durch Krise: "Profifußballer in der Oberliga sind keine gute Idee" 

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
DFB-Vize Rainer Koch hofft auf einen Sinneswandel im Amateurfußball. 
DFB-Vize Rainer Koch hofft auf einen Sinneswandel im Amateurfußball.  © imago/Montage
Anzeige

DFB-Vizepräsident Rainer Koch erhofft sich, dass auch der Amateurfußball aus den Folgen der Corona-Krise lernen kann. Hohe Gehaltszahlungen in den unterklassigen Ligen seien keine gute Lösung, so der Funktionär. Zudem betont er, dass der Amateurfußball seine Kraft in der schweren Zelt entfaltet habe. 

Anzeige
Anzeige

Dieser Artikel ist Teil der Amateurfußball-Initiative #GABFAF. Mehr Infos dazu auf gabfaf.de.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) erhofft sich angesichts der finanziellen Folgen der Corona-Krise einen Sinneswandel im Amateurbereich. "Vereine, die signifikante Spieler- und Trainergehälter zahlen, haben jetzt auch entsprechend größere Nöte", sagte DFB-Vizepräsident Rainer Koch der Deutschen Presse-Agentur. "Profifußballer in der Oberliga sind keine gute Idee. Der Amateurfußball ist in den letzten Jahren viel zu teuer und in einigen Fällen fast nicht mehr finanzierbar geworden. Vielleicht bringt das Coronavirus uns alle wieder zur Vernunft. Hoffentlich ohne Insolvenzen. Zu wünschen wäre es."

Mehr zu GABFAF

Nach und nach fährt der Amateurbereich den Betrieb derzeit in vielen Bundesländern wieder hoch. "Der Amateurfußball hat in dieser Krise seine Kraft entfaltet, das stimmt mich zuversichtlich“, sagte Koch: "Aber wir alle müssen auch etwas dafür tun, dass er so stark bleibt und diese Krise, die sich keiner ausgesucht hat, durchsteht."

Massenabmeldungen blieben trotz Krise aus

Die vielerorts befürchteten Massenabmeldungen von Mannschaften oder Austritte von Mitgliedern sind bislang weitgehend ausgeblieben. "In finanzieller Hinsicht aber hat es unsere Vereine schwerer getroffen, weil sie beispielsweise auf die Pacht des Wirtes ihres Vereinsheimes, das ja auch geschlossen war, verzichten mussten oder keine Sommerfeste und Jugendturniere austragen konnten", sagte Koch. "In den einzelnen Bundesländern gab es unterschiedliche Lösungen wie Soforthilfen oder etwa verdoppelte Übungsleiter-Pauschalen. Dafür haben wir uns mit unseren Landesverbänden bei der Politik starkgemacht."

Das Amateurfußball-Bündnis #GABFAF wurde am 15. März 2019 ins Leben gerufen. Hier zehn besondere Momente aus dem ersten Jahr:

Überraschung, Freude, Jubel, Rührung: Das #GABFAF-Team hat in der Galerie seine Lieblingsmomente zusammengestellt. Zur Galerie
Überraschung, Freude, Jubel, Rührung: Das #GABFAF-Team hat in der Galerie seine Lieblingsmomente zusammengestellt. ©

Die Rückkehr in den Spiel- und Trainingsbetrieb ist von vielen Ungewissheiten geprägt, die Gefahr eines erneuten Abbruchs allgegenwärtig. Von Normalität könne man wohl erst wieder sprechen, "wenn ein Impfstoff gefunden ist oder es entsprechende Medikamente gibt", sagte Koch. "Das gilt für den Amateurfußball ebenso wie für unser ganzes gesellschaftliches Leben."