10. Mai 2020 / 08:50 Uhr

DFL-Boss Christian Seifert über Salomon Kalou, Gehaltsobergrenzen und Fan-Aufläufe vor Stadien

DFL-Boss Christian Seifert über Salomon Kalou, Gehaltsobergrenzen und Fan-Aufläufe vor Stadien

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Sprach mit Moderator und SPORTBUZZER-Kolumnist Jochen Breyer unter anderem über Obergrenzen: DFL-Boss Christian Seifert (rechts).
Sprach mit Moderator und SPORTBUZZER-Kolumnist Jochen Breyer unter anderem über Obergrenzen: DFL-Boss Christian Seifert (rechts). © imago images/Martin Hoffmann
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Der Boss der Deutschen Fußball-Liga war am Samstagabend zu Gast im "Aktuellen Sportstudio" des ZDF. Neben dem Fall Dynamo Dresden sprach er auch über das Kabinen-Video von Salomon Kalou, Gehaltsobergrenzen in der Bundesliga und Punktabzüge bei möglichen Fan-Aufläufen vor den Stadien.

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Christian Seifert hat derzeit sicherlich keinen leichten Job. Der Geschäftsführer der Deutschen Fußball-Liga muss für eine Fortführung der Bundesliga sorgen, doch immer wieder kommt es zu Zwischenfällen. Am Samstagabend wurde bekannt, dass Dynamo Dresden nicht am Re-Start der 2. Bundesliga teilnehmen kann, weil das gesamte Team nach zwei positiven Corona-Testfällen für zwei Wochen in Quarantäne muss. Seifert erklärte am Samstagabend im Aktuellen Sportstudio des ZDF, dass er dies aber nicht als Rückschlag für die DFL-Pläne sehen würde.

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Ein Rückschlag hingegen wäre das Video von Salomon Kalou gewesen. Der Spieler von Hertha BSC filmte via Facebook aus dem innersten der Kabine, wie er und seine Mitspieler Abstands- und Hygieneregeln der DFL missachteten, platzte in einen Coronatest eines Mitspielers und diskutierte vor laufender Kamera über Gehaltskürzungen. Für Seifert war dieses Video ein Tiefschlag. "Ich war richtig sauer, weil es haben Hunderte Menschen Zehntausende von Stunden daran gearbeitet, dass es überhaupt möglich ist, die Saison fortzuführen", sagte Seifert im Sportstudio. "Ich war auch bestürzt, aber der Klub hat entsprechend reagiert und der Spieler hat sich entschuldigt. Da will ich nicht öffentlich nachtreten. Es sollte der allerletzte Warnschuss gewesen sein. Ich hoffe es war ein Einzelfall." Kalou wurde von Hertha BSC suspendiert.

Seifert über Fan-Ansammlungen vor den Stadien

Ein Einzelfall hingegen scheinen Bedenken der Spieler an der Fortführung der Liga nicht zu sein. Unter anderem Union-Profi Neven Subotic äußerte sich mehrfach kritisch bezüglich des Re-Starts und monierte, dass die Spieler nicht gefragt wurden. Seifert hielt nun dagegen - und hofft, dass den Spielern die Angst genommen werden kann. "Ich hatte Kontakt mit Spielern, aber vor allem mit den Sportverantwortlichen der Klubs - auch zu den Trainern. Diese Sorgen muss man auch absolut ernst nehmen. Den Spielern geht es nicht anders als anderen Menschen, die jetzt wieder zur Arbeit gehen und nicht immer die Möglichkeit haben, Schutzmasken zu tragen oder Abstand zu halten. Wir hoffen, dass es den Spielern die Angst nimmt, dass es geringe Risiken gibt, wenn man die Pläne einhält", sagte er.

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Zu den Plänen der DFL gehört auch, dass Spiele gegen die Heimmannschaft gewertet werden könnten, wenn Fans trotz Verbots vor den Stadien erscheinen. Dies wäre laut Seifert eine Option der Bestrafung der Vereine - aber nur, wenn sich die Fans auf den Vereinsgeländen der Vereine aufhalten. Denn nur dort hätten diese handlungsbefugt. "Wenn es aus welchem Grund auch immer zu Aufläufen kommt, die in Verbindung mit dem Spiel stehen und dadurch gegen die Auflagen verstoßen wird", könnte das Spiel gegen die Heimmannschaft gewertet werden, sagte Seifert. "Aber ich möchte da nicht spekulieren. Ich habe nicht den Eindruck, dass es eine reale Gefahr ist. Sollte es so kommen, müssen wir uns damit befassen."

Seifert plädiert für Obergrenzen bei Gehalt und Beraterhonoraren

Zuletzt immer wieder Themen waren auch Gehaltsobergrenzen im Fußball - da viele Klubs in der Bundesliga ohne den Re-Start große finanzielle Probleme bekommen hätten. Für DFL-Geschäftsführer Seifert ist dies ein Punkt, der dringend angegangen werden müsse. "Ich habe darüber mit Alexander Ceferin (UEFA-Präsident, d. Red.) gesprochen. Das sind Gespräche, die man führen muss. Karl-Heinz Rummenigge war der Erste, der vor Jahren versucht hat, eine Begrenzung einzuführen - ähnlich wie es in der USA gut funktioniert. Ich bin dafür, es zu versuchen. Für Beratergehälter und auch für Ablösesummen", so Seifert.