07. Dezember 2020 / 17:29 Uhr

DFL-Boss Seifert kritisiert Bundesliga-Klubs: Spielergehälter weiter zu hoch

DFL-Boss Seifert kritisiert Bundesliga-Klubs: Spielergehälter weiter zu hoch

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Fordert die Klubs zu mehr Verzicht bei Spielergehältern auf: DFL-Boss Christian Seifert.
Fordert die Klubs zu mehr Verzicht bei Spielergehältern auf: DFL-Boss Christian Seifert. © Arne Dedert/dpa
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Die Corona-Pandemie hat die Klubs in der Bundesliga weiter fest im Griff. Aus finanzieller Sicht könnte es noch Probleme für mehrere Vereine geben. Vor allem dann, wenn die Spielergehälter nicht gesenkt würden, wie sich DFL-Boss Christian Seifert sicher ist.

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DFL-Geschäftsführer Christian Seifert hat die Bundesliga-Klubs angemahnt, die Spielergehälter in der Corona-Krise zu senken. "Der ein oder andere Klub wird auch weiter an seiner Kostenbasis arbeiten müssen. Ich habe jetzt die Bilanz gesehen", sagte Seifert nach der Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga am Montag in Frankfurt und kritisierte: "Einige Klubs haben zu wenig an der Front der Spielergehälter gemacht.“

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Viele Klubs haben aufgrund der Corona-Krise wirtschaftliche Probleme. Das spiegelt sich auch in der Verteilung der TV-Gelder ab der kommenden Saison wider. "Letzte Saison war bestenfalls ein laues Lüftchen, jetzt aber kommt der Sturm." Seifert erklärte weiter: "In dieser Saison müssen wir nahezu mit einem Gesamtausfall der Zuschauereinnahmen rechnen." Das entspreche einem Verlust von 650 Millionen Euro. Derzeit finden nur Geisterspiele ohne Zuschauer statt. Der Einbruch auf dem Transfermarkt werde zwischen 250 bis 300 Millionen Euro betragen, sagte Seifert weiter. Der Umsatzverlust für die Saison 2020/2021 liege damit etwa bei einer Milliarde Euro. Insgesamt schätzt Seifert, wirft die Corona-Pandemie die Klubs "um fünf bis sechs Jahre zurück". Seifert rechnet einschließlich der vergangenen Saison bis zur Spielzeit 2021/22 mit einem Umsatzverlust von etwa zwei Milliarden Euro.

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Aus diesem Grund soll in den kommenden beiden Saisons das TV-Geld so verteilt werden, dass die "finanzielle Stabilität der Klubs" gewährleistet bleibt. "In einer Zeit, in der niemand absehen kann, kann man Vieles diskutieren. Aber man das das Augenmaß und den Realitätssinn nicht verlieren", sagte Seifert am Montag. "Für den einen oder anderen Klub kann es eng, für manche sogar sehr eng werden. Deshalb haben wir versucht, einen Weg zu finden, der neue und strategisch wichtige Impulse setzt. Man kann kaum Lösungen finden, die es allen recht macht."