22. Juni 2020 / 19:35 Uhr

DFL-Boss Seifert reagiert auf Wutrede von Dresden-Profi Löwe: "Gut, dass er die Emotion rauslässt"

DFL-Boss Seifert reagiert auf Wutrede von Dresden-Profi Löwe: "Gut, dass er die Emotion rauslässt"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Chris Löwe hatte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert persönlich angegriffen. Der Funktionär reagierte nach der Vergabe der TV-Rechte.
Chris Löwe hatte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert persönlich angegriffen. Der Funktionär reagierte nach der Vergabe der TV-Rechte. © imago images/foto2press
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Ärger zwischen Dynamo Dresden und der DFL: Nach der Verbalattacke von SGD-Profi Chris Löwe hat DFL-Geschäftsführer Christian Seifert mit viel Verständnis reagiert - allerdings auch klar begründet, warum der Restart der 2. Liga in der Form alternativlos war.

Dynamo Dresden ist von der Corona-Zwangspause ganz besonders betroffen gewesen. Der designierte Zweitliga-Absteiger musste wegen zwei positiven Coronavirus-Diagnosen in Quarantäne, während sich die anderen Mannschaften auf den Restart vorbereiten konnten. Das führte zu einem Termin-Chaos, das die Sachsen im Abstiegskampf bis an die Belastungsgrenze brachte. Dynamo-Profi Chris Löwe machte seinem Ärger unter der Woche Luft - und attackierte die DFL scharf. "Glauben Sie ehrlich, dass einer von denen von der DFL – Christian Seifert oder wer auch immer – sich eine einzige Sekunde Gedanken macht, was in unseren Köpfen vorgeht? Das ist denen alles scheißegal", sagte Löwe. "Wir sind am Ende die, die den verfickten Preis bezahlen für den ganzen Scheiß!"

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Der namentlich erwähnte DFL-Geschäftsführer reagierte am Montag auf die Kritik des Dresdners, der mit seinen Teamkollegen vor dem Abstieg in die 3. Liga steht. Er habe mit Löwe kein Gespräch geführt, sagte der 51-Jährige. Es sei allerdings zuvorderst "die Aufgabe seines Arbeitgebers, der Mitglied des DFL e.V. ist, seinen Spielern zu erklären, unter welchen Rahmenbedingungen dieser Neustart stattfinden muss", sagte Seifert in einem Interview bei Sport1.

Seifert: Kritik von Löwe "in keiner Weise persönlich genommen"

Seifert äußerte "großes Verständnis" für die Emotionalität von Löwe. "Er hat mich persönlich angesprochen und ich habe das in keiner Weise persönlich genommen", sagte Seifert. Löwe habe schließlich "ja nicht mich (gemeint), sondern den Umstand, unter dem die 2. Bundesliga wieder gestartet ist und insbesondere die Tatsache, dass Dresden durch zwei Infektionsfälle kurz vor dem Start einen wie auch immer gearteten Effekt verspürt hat, der sicherlich nicht zum Vorteil war."

Dresdens Trainer Markus Kauczinski Löwe nach dessen emotionalem Ausbruch in Schutz genommen. "Mit Sicherheit hätte ich es anders formuliert und wahrscheinlich zwei Sätze weggelassen. Aber in der Botschaft denken wir das Gleiche. Auch ich habe daran zu knabbern. Der Spielplan ist für uns schwerer als für andere. Ich bin vielleicht altmodisch, aber Wettkampf und Chancengleichheit sind für mich das A und O, weil ich mich mit dem, was ich trainiere, auch vergleichen will." Innerhalb von 22 Tagen mussten die Sachsen acht Spiele absolvieren.

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Seifert rechtfertigt sich: Klubs hätten "im Mai und Juni große Probleme bekommen"

Die DFL sei in einer Notlage gewesen, rechtfertigte sich Seifert. "Ich habe immer betont, dass wir Entscheidungen getroffen haben, die man in dem Kontext bewerten muss, in dem man sie damals getroffen hat und das war zu sagen, dass wir so früh wie möglich starten; denn jedes Wochenende, das man spielen kann, reduziert das finanzielle Risiko der Klubs und erhöht die Wahrscheinlichkeit des wirtschaftlichen Überlebens. Wir wollen nicht vergessen, dass noch im März sehr schnell klar war, dass einige Klubs sowohl im Mai als auch im Juni große finanzielle Probleme bekommen hätten", betonte der Geschäftsführer des Liga-Dachverbandes.

Nichtsdestotrotz habe er Verständnis für den Dresdner Ärger. Die SGD hatte zuletzt mit dem Gedanken gespielt, juristische Schritte gegen die DFL einzuleiten. Seifert: "Es tut mir sehr leid für Dynamo Dresden, mir tut es sehr leid, dass der Spieler sich so fühlt. Ich fand es gut, dass er diese Emotion auch rauslässt - wo soll er auch damit hin?" Man werde nun "nochmals versuchen, im Gespräch mit den Verantwortlichen von Dynamo Dresden die Situation zu erläutern, die alle 36 Klubs sehenden Auges getroffen haben - im Wissen, dass so etwas passieren könnte."

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