16. März 2020 / 21:48 Uhr

So reagieren die Klubs auf die Bundesliga-Pause: Schalke-Vorstand Jobst sieht Existenz bedroht

So reagieren die Klubs auf die Bundesliga-Pause: Schalke-Vorstand Jobst sieht Existenz bedroht

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Schalke-Vorstand Alexander Jobst warnt vor einem Bundesliga-Kollaps.
Schalke-Vorstand Alexander Jobst warnt vor einem Bundesliga-Kollaps. © imago images/RHR-Foto
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Solidarität in der 1. und 2. Bundesliga: Die Klubs haben mit Zustimmung auf den DFL-Beschluss, den Ligabetrieb erst einmal bis zum 2. April zu pausieren, reagiert. Während die Bosse des FC St. Pauli und von Hannover 96 die Unterbrechung begrüßten, warnte Schalke-Marketingvorstand Alexander Jobst vor dem Total-Kollaps.

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Jetzt ist es also passiert: Die Bundesliga wird angesichts der Corona-Krise weiterhin pausieren, mindestens bis zum 2. April. Darauf verständigten sich die 36 Profi-Klubs am Montag in einer Sonder-Mitgliedsversammlung. Erst in der Woche ab dem 30. März will die Deutsche Fußball Liga (DFL) in Absprache mit den Klubs entscheiden, ob und in welcher Form der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden kann. Nach der Sitzung gab es von vielen Vereinsverantwortlichen Lob für den Beschluss.

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"Wir begrüßen die Entscheidung, dass die Saison zu Ende gespielt werden soll. Das verschafft dringend notwendige Planungssicherheit", sagte etwa Hannover-96-Boss Martin Kind. "Wir werden auf Basis dieser Grundlage unsere Planungsrechnungen überarbeiten. Auch im Falle einer Worst-Case-Betrachtung wird Hannover 96 in dieser Saison voll wirtschaftlich handlungsfähig bleiben."

DFL-Boss Seifert: Viele Vereine sind in akuter Gefahr

DFL-Chef Christian Seifert hatte nach der Krisensitzung die angespannte Situation deutlich gemacht. "Ich möchte die Lage nicht dramatisieren, sie ist schon ernst genug. Aber ohne die Einnahmen aus TV, Ticketing und Sponsoring sind viele Vereine in akuter Gefahr", sagte er. "Es steht mehr auf dem Spiel als nur ein paar Fußballspiele. Es geht auch um 56.000 Arbeitsstellen. Dazu kommen 10.000 weitere Jobs in angrenzenden Bereichen." Der Bundesliga droht Berichten zufolge bei einem Saison-Abbruch ein Schaden von mehr als einer dreiviertel Million Euro.

Dementsprechend zufrieden zeigte sich auch der FC St. Pauli mit der Pausen-Entscheidung: "Wir wollen den eingeschlagenen Weg weitergehen und primär die Gesundheit der Bevölkerung und die Eindämmung des Virus verfolgen – genau das wurde heute von der DFL auch bestätigt", sagte Pauli-Präsident Oke Göttlich. Der Chef des Hamburger Zweitligisten betonte, dass der Profi-Fußball ein Geschäftsbetrieb sei, "an dem mehrere hundert Mitarbeiter*innen hängen. Deren Wohl und unserer sozialen Verantwortung ihnen gegenüber wollen wir auch zukünftig gerecht werden, weswegen wir dem Antrag des DFL-Präsidiums zugestimmt haben".

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Schalke-Boss Jobst warnt vor dem Total-Blackout

Während es für Sportdirektor Horst Heldt vom 1. FC Köln "ermutigend" war, "die Solidarität innerhalb der Liga zu spüren" - und Wolfsburg-Boss Jörg Schmadtke von einem "konstruktiven und kollegialen Austausch" sprach, warnte Schalke-Vorstandsmitglied Alexander Jobst vor dem Total-Blackout. "Absolute Priorität hat die Gesundheit der Bevölkerung. Die Auswirkungen der aktuellen Situation zeigen aber auch, dass es um die Existenz des FC Schalke 04 und der Klubs der 1. und 2. Bundesliga geht“, teilte das für Marketing und Kommunikation zuständige Vorstandsmitglied des Bundesligisten auf der Klub-Homepage mit.

Jobst äußerte Verständnis für den Wunsch der Fans, Bundesligaspiele im Stadion zu verfolgen, ließ aber auch klar durchblicken, dass er bestenfalls noch mit Geisterspielen rechnet: "Es muss in allererster Linie unser Bestreben sein, die noch ausstehenden Spiele überhaupt austragen und die Saison zu Ende führen zu können - aller Voraussicht nach ohne Zuschauer. Medien- und Sponsoreneinnahmen sind für den FC Schalke 04 und die Profiklubs existenziell", so der 46 Jahre alte Ökonom.

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