30. Oktober 2020 / 17:27 Uhr

DFL-Chef Seifert ermahnt Teams zum Sparen - BVB-Boss Watzke: Finanzlage "wie ein Albtraum"

DFL-Chef Seifert ermahnt Teams zum Sparen - BVB-Boss Watzke: Finanzlage "wie ein Albtraum"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
DFL-Boss Christian Seifert ermahnt die Profi-Klubs zum Sparen - für BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke ist die Finanzlage wie ein Albtraum.
DFL-Boss Christian Seifert ermahnt die Profi-Klubs zum Sparen - für BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke ist die Finanzlage wie ein Albtraum. © imago images/Eibner
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Der Zuschauer-Ausschluss im November trifft die Bundesliga-Klubs hart. Während DFL-Boss Christian Seifert die Profi-Klubs deshalb zum Sparen aufruft, gewährt BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke einen Blick in die Finanzlage der Dortmunder.

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Keine Fans, keine Einnahmen: DFL-Boss Christian Seifert erwartet durch die Corona-Krise erhebliche Verluste für den Profifußball und fordert die Vereine zum Sparen auf. "Es wäre schon sehr optimistisch, jetzt noch davon auszugehen, dass in der laufenden Saison in großem Stil Zuschauereinnahmen fließen", sagte der Geschäftsführer der Deutschen Fußball-Liga (DFL) dem Handelsblatt. "Jeder Klub ist in diesen Tagen gut beraten, die Fixkosten zu drücken. Und dazu gehören auch die Personalkosten."

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Wegen der enorm gestiegenen Corona-Fallzahlen in Deutschland haben Bund und Länder für November einen Zuschauer-Ausschluss in der Bundesliga und 2. Bundesliga angeordnet. "Wir können uns ja nicht von der Gesamtlage in Deutschland lösen. Darum haben wir diese Entscheidung zu akzeptieren", sagte Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke am Freitag im Gespräch mit den Ruhr Nachrichten. Immerhin dürfen die Profis im Gegensatz zu den Amateuren, wo der komplette Spielbetrieb ausgesetzt wurde, weiter spielen. Für Seifert ist dies überlebenswichtig. "Oberstes Ziel ist es, den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten. Davon hängt alles ab: Die TV-Erlöse und auch die Einnahmen aus dem Sponsoring", sagte der 51-Jährige.

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An den ersten Spieltagen hatten die Profivereine ihre Stadionkapazität noch bis zu maximal 20 Prozent auslasten dürfen. Wegen der regional unterschiedlichen Pandemie-Lage konnten allerdings nicht alle Klubs vor Zuschauern spielen. Wo Fans tatsächlich zugelassen gewesen seien, habe alles gut geklappt, urteilte Seifert: "Unser Hygienekonzept hat sich bewährt." Watzke ergänzte, dass "bislang von den Spielen in der Fußball-Bundesliga keinerlei nachweisliche Infektionsgefahr ausgegangen" sei. Die Vorbildfunktion des Fußballs sei laut Watzke zudem "in der Diskussion zu kurz gekommen".

BVB verzeichnet Minus von 75 Millionen Euro

Dem BVB droht wie vielen anderen Vereinen in der Corona-Krise ein finanzieller Engpass. Bereits vor Saisonstart hatten die Dortmunder vermeldet, in diesem Geschäftsjahr mit einem Minus von 75 Millionen Euro zu rechnen - und da waren 20 Prozent der Zuschauereinnahmen schon eingerechnet. Panik sei bei den Dortmunder allerdings nicht angebracht, so Watzke: "Wir sind durchfinanziert, egal was passiert." Trotzdem gestalte sich die aktuelle Finanzlage des BVB "wie ein Albtraum, den ich mir so nie hätte vorstellen können", so der BVB-Boss. Die Reserven würden allmählich dahin schmelzen.

Sollte es durch die Corona-Krise zu wirtschaftlichen Engpässen kommen, könnten sich laut Seifert künftig möglicherweise auch Geldgeber an der Liga beteiligen. "Es gibt ein großes Interesse von Investoren an der DFL und ihren Geschäftsfeldern. Schon zu Beginn der Krise wurden wir von Kapitalgebern angesprochen", sagte Seifert. Am Donnerstag hatte das DFL-Präsidium erstmals über Investoren-Angebote für eine Tochtergesellschaft der DFL GmbH beraten. Die Liga will nun Informationsgespräche mit an Minderheitsanteilen interessierten Unternehmen vorbereiten und die Vereine Anfang Dezember über den Stand des Projektes informieren.