09. Mai 2020 / 23:33 Uhr

DFL-Boss Seifert kämpferisch: Dresden-Quarantäne "interpretiere ich nicht als Rückschlag"

DFL-Boss Seifert kämpferisch: Dresden-Quarantäne "interpretiere ich nicht als Rückschlag"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Zweitligist in Quarantäne: DFL-Chef Christian Seifert hat auf die überraschenden Vorgänge bei Dynamo Dresden reagiert.
Zweitligist in Quarantäne: DFL-Chef Christian Seifert hat auf die überraschenden Vorgänge bei Dynamo Dresden reagiert. © imago images/Reaktionen
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Die 14-tägige Quarantäne von Zweitligist Dynamo Dresden stellt auch die DFL vor große Probleme. Kann die Saison nach dem Re-Start wie geplant zu Ende gespielt werden? Am Abend äußerte sich DFL-Boss Christian Seifert.

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Wenige Tage vor dem geplanten Re-Start von Bundesliga und 2. Liga ist der deutsche Fußball wieder in Alarmstimmung. Die komplette Mannschaft von Dynamo Dresden, der Trainer- und auch der Betreuerstab mussten am Samstag nach zwei weiteren positiven Tests auf das Virus Sars-CoV-2 in häusliche Quarantäne für 14 Tage. Damit kann die Partie der stark abstiegsbedrohten Sachsen in der 2. Liga am 17. Mai bei Hannover 96 nicht stattfinden. Auch das folgende Heimspiel gegen Greuther Fürth dürfte zunächst ausfallen.

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Am Samstagabend reagierte DFL-Chef Christian Seifert auf den Fall Dresden. Er habe am Nachmittag davon erfahren, nachdem Dynamo die DFL von der Entscheidung des Gesundheitsamtes in Kenntnis gesetzt hat. Man werde sich "in der nächsten Woche Gedanken machen, was das heißt mit Blick auf die Ansetzungen von Dynamo Dresden", sagte Seifert im Aktuellen Sportstudio des ZDF.

Seifert: "Wir haben immer gesagt, wir richten uns nach den Ämtern"

Man müsse die Entscheidung des Dresdner Gesundheitsamtes nun akzeptieren. Man habe sich bei der DFL eng mit medizinischen Experten abgestimmt, die das Hygienekonzept für den Verband erstellt haben. Dieses sah eigentlich vor, dass nur Spieler in Quarantäne müssen, die auch an Covid-19 erkranken. Wer negativ getestet wird, darf weiterspielen. Seifert: "Es ist müßig zu diskutieren, welcher Auffassung unsere Experten bei der Erstellung des Hygienekonzepts waren. Zuständig sind die Behörden."

Das zuständige Amt in Dresden orientiere sich "am Robert-Koch-Institut. Wir haben immer gesagt, wir richten uns nach den Gesundheitsämtern. Ich habe es mir anders gewünscht, aber wir müssen das akzeptieren. Wir ändern nicht das Ziel, wenn überhaupt die Pläne." Sorgen um die Fortführung der Saison macht Seifert sich nicht: "Ich interpretiere es nicht als Rückschlag. Es war völlig klar, dass so etwas passieren könnte." Es sei "hypothetisch, darüber zu sprechen, was passiert, wenn es noch in anderen Städten passiert. Wir haben jetzt den speziellen Fall Dresden. Wir schauen uns das nächste Woche an."

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Man habe für den weiteren Saisonverlauf noch Raum, um gegebenenfalls zu reagieren. Seifert: "Relegationsspiele könnten in den Juli wandern. Wir haben durchaus noch Puffer. Der Spielplan ist dafür ausgelegt."

Dresden-Quarantäne ein Dämpfer für die DFL-Hoffnungen

Für die DFL ist die Quarantäne der Dresdner ein herber Dämpfer für die Hoffnungen auf einen noch einigermaßen geordneten Verlauf der ausstehenden Spielzeit. Die DFL hatte am Abend zunächst erklärt, dass sie von Dynamo Dresden vorab informiert worden sei. "Wir werden zu Beginn der kommenden Woche das weitere Vorgehen mit Blick auf die Ansetzungen von Dynamo Dresden festlegen", sagte ein Sprecher.

Die Quarantäne für eine gesamte Mannschaft dürfte aber zum Alptraumszenario der Liga-Bosse zählen. "Fakt ist, dass wir in den kommenden 14 Tagen weder trainieren noch am Spielbetrieb teilnehmen können", sagte Dynamos Sportgeschäftsführer Ralf Minge. Dass die Spieler nach der Haus-Quarantäne einen Nachteil gegenüber den Teams haben dürften, die voll trainieren konnten, dürfte wohl auch außer Frage stehen.

Wie Dynamo auf seiner Homepage mitteilte, habe das für die SGD zuständige Gesundheitsamt in Dresden "nach einer intensiven Analyse der Situation noch am Samstag" über die Maßnahmen entschieden.