03. September 2020 / 15:12 Uhr

DFL-Boss Seifert: Fan-Rückkehr in Leipzig "sehr wichtiges Zeichen" - Wettbewerbsverzerrung kein Thema

DFL-Boss Seifert: Fan-Rückkehr in Leipzig "sehr wichtiges Zeichen" - Wettbewerbsverzerrung kein Thema

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
DFL-Boss Christian Seifert hat sich zur Fan-Rückkehr bei RB Leipzig geäußert.
DFL-Boss Christian Seifert hat sich zur Fan-Rückkehr bei RB Leipzig geäußert. © imago images / ActionPictures / Eibner (Montage)
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Die teilweise Fan-Rückkehr bei RB Leipzig schon zum Bundesliga-Start sorgt durchaus für Wirbel. DFL-Boss Christian Seifert hat nach der Mitgliederversammlung der Klubs den Schritt aber ausdrücklich gelobt. Von Wettbewerbsverzerrung könne nicht die Rede sein.

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Trotz des noch mindestens bis Ende Oktober geltenden Verbots für Sport-Großveranstaltungen hat DFL-Chef Christian Seifert erneut für eine Zulassung von Zuschauern geworben. Die Frage, ob dies bei steigenden Corona-Infektionszahlen das richtige Zeichen wäre, sei zwar „absolut berechtigt und die muss auch gestellt werden“, sagte der Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga am Donnerstag in Frankfurt am Main.

Die Rückkehr von Fans könne aber auch „ein ganz wichtiges und sehr positives Zeichen sein. Ein Zeichen, dass sich tausende Menschen sehr wohl an Hygieneregeln halten wollen und halten können“, sagte Seifert.

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Sein Wunsch nach der Wiederzulassung von Zuschauern gelte auch für andere Sportligen. „Meine Kollegen im Eishockey, Basketball, Handball, Volleyball kämpfen in den nächsten Monaten um ihre blanke Existenz und viele Einzelsportarten auch“, sagte der DFL-Chef. Auch viele Veranstalter und Beschäftigte im Kulturbetrieb „blicken derzeit in einen ziemlich tiefen und finsteren Abgrund“, fügte der 51-Jährige hinzu.

Nachdem die Politik in der Vorwoche eine generelle Entscheidung zum Umgang mit Großevents im Fußball bis Ende Oktober vertagt hat, erhielt RB Leipzig am Dienstag die behördliche Genehmigung, beim Bundesliga-Start vor bis zu 8500 Zuschauern spielen zu dürfen. Innerhalb der Liga hatte es dafür viel Lob gegeben. "Natürlich begrüßt der FC Bayern diesen Schritt. Es geht grundsätzlich darum, dass die Klubs der Fußball-Bundesliga zeigen, dass es Konzepte gibt, die Spiele mit Zuschauern wieder möglich machen. Wir begrüßen jedes Konzept, das diesen Weg ermöglicht“, sagte Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge dem Pay-TV-Sender Sky.

Ähnliche Töne schlug man bei Borussia Dortmund an. "Das ist ein mutiger, aber gleichzeitig ein sehr besonnener Schritt", betonte BVB-Boss Hans-Joachim Watzke bei der WAZ. Leipzig habe dadurch zum Start der neuen Saison "einen kleinen Wettbewerbsvorteil. Aber den muss man in Kauf nehmen, wenn man möchte, dass sich - immer auf Basis des jeweiligen Infektionsgeschehens und eines durchdachten, verantwortungsbewussten Konzeptes - etwas bewegt."

Fan-Organisation "Unsere Kurve" übt Kritik an RB

Gegenwind bekamen die Sachsen allerdings von der Fan-Organisation "Unsere Kurve". Vorstand Jost Peter kritisierte das Vorgehen des Bundesliga-Dritten der abgelaufenen Saison scharf. "Wir denken, dass Eigeninteressen dort ganz klar im Vordergrund stehen", so Peter gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

In Fan-Kreisen sei es eigentlich nicht verwunderlich, "dass eine Marketinggesellschaft, die nebenbei Fußball spielt, einen seit Wochen verkündeten Alleingang macht", sagte der Fan-Vertreter. Bei der geplanten Zuschauer-Rückkehr in Leipzig könne man "schon mal von Wettbewerbsverzerrung sprechen", fand Peter wesentlich deutlichere Worte als Watzke.

DFL-Boss Seifert hingegen kann nichts damit anfangen, dass nun von ungleichen Verhältnissen gesprochen wird. "Das scharfe Schwert der Wettbewerbsverzerrung würde ich mal stecken lassen – aber das hat heute auch keiner gezogen", betonte der Liga-Obere auf der Pressekonferenz nach der Mitgliederversammlung der Profi-Klubs. Man spreche immerhin zunächst lediglich von einem sechswöchigen Zeitraum bis Ende Oktober, der grundsätzlich drei Heimspiele pro Team umfasse.

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Seifert: Angst darf Entscheider nicht lähmen

Darüber hinaus dürfe die Angst vor möglichen Folgen einer Zuschauer-Rückkehr die Entscheider nicht lähmen, mahnte Seifert. Mit den vielen Unsicherheiten müsse man „offensiv und bedacht umgehen“. Er wünsche sich einen angstfreien Umgang mit der Corona-Pandemie. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten hatten zuletzt entschieden, eine Arbeitsgruppe einzusetzen, die bis Ende Oktober Regelungen für den Umgang mit Zuschauern im Sport vorlegen soll.