18. November 2020 / 21:28 Uhr

DFL-Boss Christian Seifert schießt gegen Länderspiele in Corona-Zeiten: "Situation nicht zu akzeptieren"

DFL-Boss Christian Seifert schießt gegen Länderspiele in Corona-Zeiten: "Situation nicht zu akzeptieren"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
 DFL-Geschäftsführer Christian Seifert hat sich deutlich gegen die Austragung von Länderspielen in der aktuellen Pandemie positioniert.
DFL-Geschäftsführer Christian Seifert hat sich deutlich gegen die Austragung von Länderspielen in der aktuellen Pandemie positioniert. © imago images/Eibner/Weiss
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Christian Seifert hat sich in einem Gastbeitrag für den "Kicker" kritisch zur Austragung von Länderspielen in Corona-Zeiten geäußert. Der Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga schrieb unter anderem, die derzeitige Situation sei "aus Sicht der nationalen Ligen und ihrer Klubs nicht zu akzeptieren".

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Christian Seifert hat sich kritisch zur Austragung von Länderspielen in der aktuellen Corona-Pandemie geäußert. In einem Gastbeitrag für den Kicker schrieb der Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga (DFL): "Die derzeitige Situation ist aus Sicht der nationalen Ligen und ihrer Klubs nicht zu akzeptieren." Schon in Zeiten ohne Corona seien die Abstellungsperioden des Weltverbandes FIFA insbesondere für nicht europäische Spieler "mit enormem Aufwand und Strapazen verbunden", ergänzte Seifert.

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Durch das Virus kommen seiner Einschätzung nach weitere Belastungen hinzu. "Unterschiedliche Gefährdungslagen an den Austragungsorten, differenzierende behördliche Verordnungen und Hygienekonzepte, die, je nach Land und Verband, sehr akkurat - wie beim DFB oder auch dem UEFA-Finalturnier der Champions League -, manchmal aber vielleicht auch weniger streng umgesetzt werden", beschrieb Seifert die Bedingungen.

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Seifert stört sich insbesondere daran, dass in den Nationalmannschaften Spieler aus unterschiedlichen Ländern, Ligen und Klubs "unvermeidbar" zusammentreffen und gemeinsam Zeit verbringen - in Hotels, Flugzeugen, Bussen oder auf Trainingsplätzen. Worauf der DFL-Boss damit anspielt: Es entsteht eine Vielzahl aus seiner Sicht nicht notwendiger zusätzlicher Kontakte, die wiederum das Infektionsrisiko vergrößern.

Zwar äußerte Seifert Verständnis für "wirtschaftliche Verpflichtungen und organisatorische Zwänge" der Verbände. Doch Länderspielreisen dürften nicht den Spielbetrieb im gesamten Profifußball gefährden, mahnte er. Er forderte die Verbände auf, abzuwägen, "wie es mit bestimmten Länderspielen weitergehen soll, die sportlich und wirtschaftlich teilweise weniger Relevanz besitzen als beispielsweise die europäischen Klubwettbewerbe und erst recht eine EM."

Der DFL-Funktionär, der seinen Vertrag nicht mehr über 2022 hinaus verlängern möchte, hat sich unter den Klubs der Bundesliga und der 2. Bundesliga in den vergangenen Monaten große Wertschätzung für das international geachtete Hygienekonzept der DFL erarbeitet, dank dessen die beiden höchsten deutschen Ligen als erste der Top-Ligen in Europa Mitte Mai nach knapp zweimonatiger Corona-Unterbrechung wieder den Spielbetrieb aufnehmen konnten. Kritik an den Länderspiel-Zyklen war vor allem im Oktober und aktuell im November aufgekommen, nachdem es in ganz Europa und auch in der Bundesliga zu mehreren positiven Tests von Profis gekommen war, die zuvor bei ihrer jeweiligen Nationalmannschaft gewesen waren. Unter anderem waren mehrere Spieler der TSG Hoffenheim betroffen.