14. Januar 2021 / 17:54 Uhr

Berichte über Schreiben an DFB-Boss Keller: DFL entzieht Curtius offenbar das Vertrauen

Berichte über Schreiben an DFB-Boss Keller: DFL entzieht Curtius offenbar das Vertrauen

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
DFB-Generalsekretär Friedrich Curtius soll laut Bild und Süddeutscher Zeitung nicht mehr an Sitzungen der DFL teilnehmen.
DFB-Generalsekretär Friedrich Curtius soll laut "Bild" und "Süddeutscher Zeitung" nicht mehr an Sitzungen der DFL teilnehmen. © imago images/Sven Simon
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Vor der Präsidiumssitzung des DFB bleibt der Machtkampf zwischen Präsident Fritz Keller und Generalsekretär Friedrich Curtius akut. Laut "Bild" und "Süddeutscher Zeitung" sollen nun die Spitzen der DFL Keller gebeten haben, Curtius nicht mehr als DFB-Vertreter zu den Sitzungen der Liga zu entsenden. Grund sei ein gestörtes Vertrauensverhältnis.

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Offenbar gibt es vor der Präsidiumssitzung des DFB am Freitag keine Klärung im Machtkampf zwischen Verbandspräsident Fritz Keller und Generalsekretär Friedrich Curtius. Im Gegenteil. Trotz eines vor wenigen Monaten geschlossenen Burgfriedens bleibt der Konflikt offensichtlich. Nun berichten die Bild und die Süddeutsche Zeitung über ein brisantes Schreiben des Präsidiums der Deutschen Fußball-Liga an Keller. Darin sollen die Verantwortlichen der Liga Keller bitten, Curtius künftig nicht mehr als Vertreter des DFB zu den Sitzungen zu entsenden.

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Der Brief sei am Donnerstag beim DFB eingegangen, der Beschluss der Ausladung von Curtius sei von den DFL-Bossen Christian Seifert, Ansgar Schwenken, Peter Peters, Jan-Christian Dreesen, Oliver Leki, Alexander Wehrle, Oke Göttlich, Steffen Schneekloth und Rüdiger Fritsch einstimmig gefasst worden. Er käme einem inoffiziellen Hausverbot für Curtius gleich, dessen Zukunft am Freitag auf der Präsidiumssitzung auf dem Spiel stehen könnte. Bereits seit längerer Zeit tragen der Generalsekretär und Keller eine teils öffentliche Konfrontation aus.

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"Das Präsidium hat einstimmig beschlossen, den DFB-Präsidenten zu bitten, künftig nicht mehr den aktuellen Generalsekretär zu Sitzungen (...) der Ausschüsse, Organe und Kommissionen der DFL zu entsenden", steht demnach in dem Schreiben. Es gebe "in mehreren Fällen Indizien", die darauf hinwiesen, "dass Dienstleister, die durch den Generalsekretär im Namen des DFB beauftragt wurden und/oder an ihn berichten, Informationen und Interpretationen an Medien übermittelt haben, die darauf gerichtet waren, das Ansehen der DFL zu beschädigen." Anders als Curtius dürften Keller, der im Machtkampf auf die Unterstützung der Liga-Bosse zählen kann, dessen Vize Rainer Koch und Schatzmeister Stephan Osnabrügge weiterhin an den vertraulichen Sitzungen des Ligaverbandes teilnehmen. Die DFL und der DFB kommentierten die Berichte auf Anfrage zunächst nicht.

Keller will Untersuchungsausschuss einrichten

Auch beim DFB gehören durchgesteckte Interna, über die sich auch Bundestrainer Joachim Löw emotional beklagt hatte, seit geraumer Zeit zu den größeren Streitpunkten. Der Süddeutschen Zeitung zufolge strebt Keller die Einrichtung eines Untersuchungsausschusses an. Dieser könne "Indiskretionen der vergangenen Monate begutachten und sachlich aufarbeiten lassen", zitiert die Süddeutsche. Bei den Auseinandersetzungen geht es auch um den Untersuchungsbericht der externen Ermittler des Beratungsunternehmens Esecon zum Sommermärchen-Skandal von 2006. Der Verband selbst hält sich seit Wochen nach außen hin bedeckt, immer wieder durchgesteckte Interna sind ein Streitthema.

Die Fronten scheinen beim DFB enorm verhärtet. Hier Keller, der von der Bundesliga gestärkte, erst 2019 gewählte Präsident, der als Erneuerer auftreten will. Dort Curtius, der im Verband Karriere gemacht hat, das operative Geschäft in der Zentrale verantwortet und wohl auf eine gewisse Hausmacht zählen kann. Im Oktober war in einer DFB-Stellungnahme von "internen Dissonanzen", "schrittweiser Aufarbeitung" und "offenem Visier" die Rede.