04. Mai 2020 / 17:00 Uhr

DFL reagiert auf Kalou-Video aus Hertha-Kabine: "Inakzeptabel" und "keine Toleranz"

DFL reagiert auf Kalou-Video aus Hertha-Kabine: "Inakzeptabel" und "keine Toleranz"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die DFL reagiert verärgert auf das Video von Salomon Kalou.
Die DFL reagiert verärgert auf das Video von Salomon Kalou. © imago images/Metodi Popow/Montage
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Die DFL reagiert verstimmt auf ein Video von Salomon Kalou. Dieses zeigt den Stürmer von Hertha BSC, wie er die Abstandsregeln und Hygiene-Vorschriften der DFL missachtet und sogar über Gehaltskürzungen spricht. Die DFL will keine Toleranz zeigen.

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Dieses Video könnte Salomon Kalou bitter bereuen! Nachdem der Stürmer von Hertha BSC am Montag live bei Facebook streamte, wie er mit seinen Teamkollegen in der Kabine abklatscht und so die Abstands- und Hygiene-Regeln missachtet, kündigte die Deutsche Fußball-Liga nun Konsequenzen an, nachdem es im Netz für mächtig Wirbel sorgte.

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"Die Bilder von Salomon Kalou aus der Kabine von Hertha BSC sind absolut inakzeptabel", twitterte die DFL über ihren offiziellen Twitter-Account. "Hierfür kann es keine Toleranz geben – auch mit Blick auf Spieler und Klubs, die sich an die Vorgaben halten, weil sie die Ernsthaftigkeit der Situation erfasst haben." Damit kritisiert die DFL auch Hertha BSC deutlich. Am Abend reagierte Hertha BSC und suspendierte Kalou.

Kalou filmt sich live und verstößt gegen Abstandsregeln

Was war geschehen? Kalou filmt sich rund eine halbe Stunde selbst - zunächst auf der Autofahrt, bei der er Beifahrer ist, auf dem Weg zum Trainingszentrum. Dort angekommen begrüßt er zunächst den Athletik-Trainer per Handschlag, bevor er in der Kabine fünf seiner Teammitglieder ebenfalls mit Körperkontakt begrüßt. Damit führten die Spieler von Hertha BSC die Abstandsregeln und das Hygiene-Konzept der DFL ad absurdum. Laut DFL-Konzept sollen solche im Video dokumentierten Kontakte abseits des Spielfeldes und des Trainingsplatzes vermieden werden.

​50 ehemalige Spieler von Hertha BSC – und was aus ihnen wurde.

Klickt Euch durch die Galerie der 50 ehemaligen Spieler von Hertha BSC. Zur Galerie
Klickt Euch durch die Galerie der 50 ehemaligen Spieler von Hertha BSC. ©

Doch damit nicht genug. Kalou filmt selbst in der Kabine weiter, als er und seine Mannschaftskollegen sich über die neuesten Gehaltschecks unterhalten. Kalou nimmt aus seinem Spind einen Brief, hält ihn in die Kamera und erzählt, dass es die Gehaltsabrechnung ist. Elf Prozent weniger hätte er bekommen. Ein anderer Spieler im Raum spricht sogar von 15 Prozent. "Ich verstehe es nicht. Das ist verrückt, Bro. Ich verstehe nicht, warum sie das machen. Ich werde ihn fragen: Verarscht ihr uns? Wenn sie das mit jedem Spieler machen, verdienen sie eine Menge Geld", sagt Vedad Ibisevic, der wohl nicht weiß, dass Kalou live streamt.

"Salo bitte! Lösch das, bitte!"

Anschließend nimmt Kalou seine Zuseher mit in einen Behandlungsraum und ruft "Coronavirus, das Coronavirus" und lacht dabei. Dann ist zu sehen, wie ein Mitarbeiter der medizinischen Abteilung seinen Teamkollegen Jordan Torunarigha wohl gerade einen Corona-Test unterzieht. Der Mitarbeiter ruft Kalou mehrfach zu: "Salo, bitte! Lösch das, bitte!" Kalou filmt allerdings weiter und verlässt den Raum lachend.

Im Konzept der „Task Force Sportmedizin / Sonderspielbetrieb“ der DFL heißt es unter anderem, dass für den Trainingsbetrieb in Gemeinschaftsräumen Mindestabstände von zwei Metern einzuhalten sind und Spieler sich möglichst zu Hause umziehen sollen. Diese Vorgaben wurden hier offensichtlich nicht erfüllt. Am Sonntag hatte Hertha BSC bekanntgegeben, dass bislang alle Corona-Tests negativ ausgefallen sind.